Zum Inhalt springen

Ratgeber · Wärmepumpe

Wärmepumpe entlüften: Anleitung in 8 Schritten (2026)

Luft im Heizkreis mindert die Heizleistung. So entlüften Sie Ihre Wärmepumpe in 8 klaren Schritten selbst — inklusive Systemdruck-Check und Fachbetrieb-Grenzen.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Luft im Heizkreis mindert die Heizleistung und lässt sich in acht klaren Schritten selbst entfernen.
  • Entlüften bedeutet, Luft aus dem geschlossenen Heizkreis von Heizkörpern, Rohrleitungen und Wärmepumpe zu entfernen
  • Typische Anzeichen: Gluckern, kalte Stellen oben am Heizkörper, ungleichmäßige Wärmeverteilung
  • Laut Verbraucherportal Bayern lassen sich durch regelmäßiges Entlüften bis zu 15 Prozent der Energiekosten einsparen
  • Kernschritte: Umwälzpumpe abstellen, warten, Thermostate öffnen, von oben nach unten entlüften, Systemdruck prüfen
  • Bei Fußbodenheizung, Fehlercodes oder wiederkehrendem Gluckern ist ein Fachbetrieb nötig
Stand: 15.07.2026

Was bedeutet „Wärmepumpe entlüften"?

Wärmepumpe entlüften bezeichnet das gezielte Entfernen von Luft aus dem geschlossenen Heizkreis einer Wärmepumpenanlage. Der Heizkreis umfasst Heizkörper, Rohrleitungen und die interne Hydraulik der Wärmepumpe. Luft sammelt sich an den höchsten Punkten des Systems, weil sie eine geringere Dichte als Wasser hat und physikalisch nach oben steigt. Die Entfernung erfolgt über ein Entlüftungsventil, eine kleine Öffnung mit Vierkant-Innenprofil, die sich meist oben am Heizkörper befindet. Luft im System führt laut Verbraucherzentrale zu erhöhtem Energieverbrauch. Das Entlüften eines einzelnen Heizkörpers können Hausbesitzer selbst durchführen; die Entlüftung der internen Wärmepumpen-Hydraulik gehört dagegen in die Hände eines Fachbetriebs.

Woran erkennt man Luft im Heizkreis der Wärmepumpe?

Luft im Heizkreis zeigt sich durch gluckernde Geräusche und ungleichmäßig warme Heizkörper. Diese beiden Symptome treten meist gemeinsam auf und gelten laut Verbraucherzentrale als klassisches Warnsignal für ein Entlüftungsproblem.
  • Gluckernde oder rauschende Geräusche aus dem Heizkörper oder den Rohrleitungen
  • Der Heizkörper bleibt oben kalt, während der untere Bereich warm wird
  • Die Raumtemperatur steigt trotz korrekt eingestelltem Thermostat nur langsam oder unvollständig
  • Die Umwälzpumpe läuft hörbar lauter oder unregelmäßiger als gewohnt
  • Der gesamte Heizkreis erwärmt sich träger als in den Vorjahren
Bleibt ein Heizkörper dagegen vollständig kalt und nicht nur oben, liegt meist kein Luftproblem, sondern ein geschlossenes oder defektes Thermostatventil vor.

Warum gelangt Luft in den Heizkreis?

Luft gelangt hauptsächlich bei der Erstbefüllung, bei Wartungsarbeiten und durch physikalisches Ausgasen von warmem Wasser in den Heizkreis. Bei der Erstinbetriebnahme lässt sich das System nie vollständig luftfrei befüllen, sodass Restluft im Kreislauf verbleibt. Auch nach Reparaturen, einem Heizkörpertausch oder dem Öffnen von Ventilen dringt zwangsläufig neue Luft ein. Zusätzlich gilt ein physikalisches Prinzip: Warmes Wasser kann weniger gelöste Gase binden als kaltes Wasser. Erwärmt die Wärmepumpe das Rücklaufwasser auf Vorlauftemperatur, perlt gelöste Luft aus und bildet feine Blasen, die sich im Betrieb kontinuierlich an den Hochpunkten des Systems sammeln. Über die Jahre tragen zusätzlich alternde Dichtungen an Ventilen und Verschraubungen dazu bei, dass mikroskopisch feine Luftmengen eindringen.

Welches Werkzeug braucht man zum Entlüften?

Für das Entlüften eines Heizkörpers reichen ein Entlüftungsschlüssel (Vierkantschlüssel), ein Auffanggefäß und ein Lappen. Weiteres Werkzeug ist für die reine Heizkörper-Entlüftung nicht erforderlich.
  • Vierkant-Entlüftungsschlüssel — passt in die Vierkantöffnung des Entlüftungsventils; im Baumarkt in der Heizungsabteilung erhältlich
  • Spezial-Entlüftungsschlüssel mit integrierter Auffangschale — fängt austretendes Wasser direkt am Ventil auf
  • Auffanggefäß (Tasse oder kleine Schüssel) — nimmt das beim Öffnen austretende Wasser auf
  • Trockener Lappen oder Küchenrolle — verhindert Wasserflecken auf Boden und Heizkörper
  • Taschenlampe — hilfreich, da Entlüftungsventile oft schlecht sichtbar hinter dem Heizkörper sitzen

Muss die Umwälzpumpe beim Entlüften ausgeschaltet sein?

Ja, die Umwälzpumpe muss vor dem Entlüften abgeschaltet werden und 30 bis 60 Minuten stillstehen, bevor mit dem Entlüften begonnen wird. Eine laufende Pumpe verwirbelt Luftblasen im strömenden Wasser, sodass sie sich nicht an den Hochpunkten des Heizkreises sammeln können und beim Öffnen des Entlüftungsventils kein oder kaum Wasser mit Luft austritt. Erst wenn das Wasser im System zur Ruhe kommt, steigen die Luftblasen ungestört zu den oberen Anschlusspunkten auf. Die Heizungsregelung bietet dafür meist einen Modus wie „Sommerbetrieb" oder „Umwälzpumpe AUS", der die Heizkreispumpe abschaltet, während die Warmwasserbereitung weiterläuft. Nach der Wartezeit lässt sich die Pumpe wieder normal einschalten.

Wärmepumpen-Check

Gilt das auch für Ihr Haus?

Finden Sie in wenigen Minuten heraus, was für Ihre Situation realistisch ist.

Wie entlüftet man einen Heizkörper Schritt für Schritt?

Ein Heizkörper wird entlüftet, indem das Thermostat maximal geöffnet, die Umwälzpumpe zuvor abgestellt und das Entlüftungsventil vorsichtig geöffnet wird, bis blasenfreies Wasser austritt. Der gesamte Vorgang für ein Einfamilienhaus dauert typischerweise 30 bis 60 Minuten.
  • Umwälzpumpe abstellen und 30 bis 60 Minuten warten, damit sich die Luft an den Hochpunkten sammeln kann
  • Thermostatventile an allen Heizkörpern auf Stufe 5 bzw. MAX stellen, damit Wasser ungehindert fließen kann
  • Beim höchsten Heizkörper im Gebäude beginnen, da Luft sich dort zuerst sammelt
  • Das Entlüftungsventil lokalisieren — meist oben, diagonal gegenüber dem Thermostat
  • Ein Auffanggefäß unter das Ventil halten und einen Lappen bereithalten
  • Das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel eine Viertel-Drehung gegen den Uhrzeigersinn öffnen
  • Warten, bis nach anfänglichem Zischen ein konstanter, blasenfreier Wasserstrahl austritt, dann das Ventil wieder schließen
  • Vorgang bei jedem weiteren Heizkörper wiederholen, dabei von oben nach unten durch das Gebäude arbeiten
Pro Heizkörper sind etwa drei bis fünf Minuten einzuplanen. Nach Abschluss aller Heizkörper sollte die Umwälzpumpe wieder eingeschaltet und der Systemdruck kontrolliert werden.

Welcher Systemdruck ist nach dem Entlüften normal?

Nach dem Entlüften sollte der Systemdruck am Manometer kontrolliert und bei Bedarf Wasser nachgefüllt werden. Laut Verbraucherzentrale gilt: Prüfen Sie vor als auch nach einer Entlüftung den Druck im Heizungssystem und füllen Sie gegebenenfalls Wasser nach.
Ein zu niedriger Druck verhindert, dass die Zirkulation in allen Etagen sichergestellt ist, weshalb in diesem Fall über das Füllventil Wasser nachgefüllt werden muss, bevor die Anlage wieder in Betrieb geht. Steigt der Druck dagegen deutlich über den vom Hersteller vorgegebenen Bereich, öffnet ein Sicherheitsventil automatisch und lässt überschüssiges Wasser ab. Den konkreten Sollbereich für die eigene Anlage nennt das Typenschild oder die Bedienungsanleitung der Wärmepumpe.

Kann man eine Fußbodenheizung wie einen Heizkörper entlüften?

Nein, eine Fußbodenheizung lässt sich nicht wie ein Heizkörper mit dem Entlüftungsschlüssel entlüften. Die horizontal verlegten Rohrschlangen benötigen eine Spülung mit höherer Fließgeschwindigkeit über den Heizkreisverteiler, die ein Fachbetrieb durchführt.

Merkmal

Heizkörper

Fußbodenheizung

Zugang zur Entlüftung

Ventil oben am Heizkörper

Über Heizkreisverteiler

DIY möglich

Ja

Nein

Werkzeug

Entlüftungsschlüssel

Spülschläuche, Druckpumpe

Zuständigkeit

Hausbesitzer/Mieter

Fachbetrieb

Der Grund liegt in der Rohrgeometrie: Luftblasen bleiben in den oberen Bögen der langen, horizontal verlegten Schlangen hängen und steigen nicht wie bei einem senkrechten Heizkörper zu einem einzelnen Ventil auf. Ein Fachbetrieb schließt dafür Schläuche an den Verteiler an und spült jeden Heizkreis einzeln, bis die Luft mechanisch herausgedrückt ist.

Wie oft sollte man eine Wärmepumpe entlüften?

Heizkörper sollten ein- bis zweimal pro Jahr entlüftet werden, idealerweise zu Beginn der Heizsaison im Herbst und optional zusätzlich im Frühjahr. Diese Regelmäßigkeit verhindert, dass sich über die Sommermonate angesammelte Luft die Heizleistung im Winter beeinträchtigt. Zeigt sich zwischen den geplanten Terminen Gluckern oder eine ungleichmäßige Erwärmung, ist eine zusätzliche Entlüftung außerhalb des Rhythmus sinnvoll. Bleibt das Problem trotz wiederholter Entlüftung bestehen, deutet das auf eine kontinuierliche Undichtigkeit im Heizkreis hin, die ein Fachbetrieb prüfen sollte.

Ist das Entlüften in einer Mietwohnung Aufgabe des Mieters oder Vermieters?

Das Entlüften einzelner Heizkörper zählt zu den kleinen Instandhaltungsarbeiten, die üblicherweise der Mieter selbst durchführen kann, während größere Eingriffe an der zentralen Anlage Aufgabe des Vermieters bzw. seines Fachbetriebs bleiben.

Wärmepumpen-Check

Wie sieht die Rechnung für Ihr Haus aus?

Beantworten Sie ein paar Fragen zu Ihrem Haus — wir ordnen Kosten und Förderung für Ihre Situation ein.

Aufgabe

Zuständigkeit

Heizkörper im eigenen Wohnbereich entlüften

Mieter

Zugriff auf zentrale Umwälzpumpe/Heizungsanlage

Vermieter/Fachbetrieb

Reparatur bei anhaltendem Gluckern trotz Entlüftung

Vermieter/Fachbetrieb

Entlüftung der Wärmepumpen-internen Hydraulik

Vermieter/Fachbetrieb

Bei zentralen Heizungsanlagen mit einer gemeinsamen Umwälzpumpe für mehrere Wohneinheiten hat der einzelne Mieter oft keinen direkten Zugriff auf die Pumpensteuerung. In diesem Fall sollte der Vermieter oder die Hausverwaltung informiert werden, damit die Pumpe für die Wartezeit vor dem Entlüften zentral abgeschaltet werden kann.

Was hat der hydraulische Abgleich mit dem Entlüften zu tun?

Der hydraulische Abgleich ist eine systematische Einstellung der Wassermengen an jedem Heizkörper und damit ein eigenständiger, gesetzlich in bestimmten Fällen vorgeschriebener Optimierungsschritt, der über das reine Entlüften hinausgeht. Entlüften entfernt Luft aus dem System, während der hydraulische Abgleich die Durchflussmengen so einstellt, dass jeder Heizkörper die richtige Wärmemenge erhält. Nach § 60c des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist ein hydraulischer Abgleich nach Einbau einer neuen Heizungsanlage in Gebäuden mit mindestens sechs Wohn- oder Nutzeinheiten vorgeschrieben, während das gelegentliche Entlüften einzelner Heizkörper eine freiwillige, kostenlose Maßnahme jedes Hausbesitzers bleibt. Der Gesetzestext verlangt zudem, dass die Bestätigung des hydraulischen Abgleichs einschließlich der Einstellungswerte schriftlich festgehalten wird. Wer nach einer Wärmepumpen-Installation die Anlage entlüftet, sollte diesen Schritt daher nicht mit einem verpflichtenden hydraulischen Abgleich verwechseln — beide Maßnahmen ergänzen sich, sind aber rechtlich und technisch unterschiedlich einzuordnen.

Wann sollte ein Fachbetrieb statt Eigenregie ans Werk?

Ein Fachbetrieb sollte immer dann gerufen werden, wenn das Problem nicht am einzelnen Heizkörper, sondern in der internen Hydraulik der Wärmepumpe, im Pufferspeicher oder in der Fußbodenheizung liegt.
  • Nach der Erstinstallation einer neuen Wärmepumpe, wenn das gesamte System erstmals befüllt wurde
  • Wenn Gluckern trotz korrekt durchgeführter DIY-Entlüftung nach wenigen Tagen erneut auftritt
  • Wenn die Wärmepumpe einen Fehlercode zu Durchfluss oder Druck anzeigt
  • Wenn eine Fußbodenheizung betroffen ist und eine Spülung über den Heizkreisverteiler nötig wird
  • Wenn ein Mikroblasenabscheider nachgerüstet werden soll, da feine Luftbläschen dauerhaft am Wärmetauscher haften bleiben können
In all diesen Fällen reicht das Öffnen des Entlüftungsventils am Heizkörper nicht aus, weil sich das eigentliche Problem an einer Stelle befindet, die ohne Fachwissen und Spezialwerkzeug nicht zugänglich ist. Bei regelmäßiger Wartung lässt sich ein solcher Fachbetrieb-Termin oft mit der jährlichen Wartung der Wärmepumpe kombinieren.

Was kostet die Entlüftung durch einen Fachbetrieb?

Die Entlüftung des gesamten Systems durch einen Fachbetrieb bzw. Heizungsinstallateur ist mit den örtlichen Stundensätzen für Heizungsarbeiten zu kalkulieren und fällt je nach Aufwand unterschiedlich hoch aus.

Leistung

Aufwand

Heizkörper-Entlüftung durch Eigenregie

Kein Kostenaufwand, nur Werkzeug

System-Entlüftung durch Fachbetrieb

Arbeitszeit nach Stundensatz des Installateurs

Fußbodenheizungs-Spülung

Höherer Zeitaufwand als reine Heizkörper-Entlüftung

Für eine verlässliche Einschätzung der tatsächlichen Kosten empfiehlt sich ein konkretes Angebot beim örtlichen Heizungsinstallateur, da der Aufwand stark von der Anlagengröße, der Anzahl der Heizkreise und dem Systemdruck sowie Volumenstrom der Anlage abhängt.

FAQ

Häufige Fragen

Wie lange muss man vor dem Entlüften warten?

Nach dem Abstellen der Umwälzpumpe sollten mindestens 30 bis 60 Minuten vergehen, bevor mit dem Entlüften begonnen wird, damit die Luft ungestört zu den Hochpunkten des Systems aufsteigen kann.

Was tun, wenn der Heizkörper nach dem Entlüften kalt bleibt?

Bleibt der Heizkörper nach dem Entlüften weiterhin kalt, sitzt die Luft möglicherweise weiter oben im System oder im Pufferspeicher der Wärmepumpe — in diesem Fall sollte ein Fachbetrieb die interne Hydraulik prüfen.

Wie viel Energie spart das Entlüften?

Laut Verbraucherportal Bayern lassen sich durch regelmäßiges Entlüften bis zu 15 Prozent der Energiekosten einsparen.

Welches Werkzeug braucht man?

Ein Entlüftungsschlüssel bzw. Vierkantschlüssel sowie ein Auffanggefäß für austretendes Wasser reichen für die Heizkörper-Entlüftung aus.

Kann man eine Fußbodenheizung selbst entlüften?

Nein, eine Fußbodenheizung erfordert eine Spülung über den Heizkreisverteiler, die aufgrund der Rohrgeometrie Fachwissen und Spezialwerkzeug voraussetzt.

Welcher Druck ist nach dem Entlüften normal?

Der genaue Sollwert hängt von der jeweiligen Anlage ab und steht auf dem Typenschild oder in der Bedienungsanleitung. Laut Verbraucherzentrale gilt in jedem Fall: Prüfen Sie vor und nach dem Entlüften den Systemdruck und füllen Sie gegebenenfalls Wasser nach.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale — Heizung: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen
  2. Verbraucherportal Bayern — Heizung entlüften und Energie sparen: So geht's
  3. gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz) — § 60c GEG — Hydraulischer Abgleich und weitere Maßnahmen zur Heizungsoptimierung

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

Unabhängige Wärmepumpen-Beratung

Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

Wärmepumpen-Check

Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?

Prüfen Sie Ihre Situation in wenigen Minuten — kostenlos und unverbindlich.

Teilen