Das Wichtigste in Kürze
- Die Heizkurve steuert automatisch, wie stark die Vorlauftemperatur bei fallender Außentemperatur ansteigt.
- Steilheit (Neigung) bestimmt den Temperaturanstieg pro Grad Außentemperatur-Abfall, Niveau verschiebt die gesamte Kurve parallel nach oben oder unten.
- Fußbodenheizungen benötigen deutlich flachere Steilheiten als Heizkörper-Systeme.
- Jedes unnötige Grad Vorlauftemperatur senkt laut Herstellerdaten die Effizienz spürbar, da der COP mit steigendem Temperaturhub sinkt.
- Optimierung erfolgt schrittweise über mehrere Tage, mit Niveau-Anpassung in der Übergangszeit und Steilheit-Anpassung im Winterfrost.
Was ist eine Heizkurve bei der Wärmepumpe?
Was ist der Unterschied zwischen Steilheit und Niveau?
Parameter | Wirkt bei | Effekt einer Erhöhung | Typisches Anpassungsfenster | Symptom bei falscher Einstellung |
Steilheit (Neigung) | Verstärkt sich mit fallender Außentemperatur | Höhere Vorlauftemperatur bei Frost | Winterfrost (stabile Kälteperiode) | Zu kalte Räume nur im Winter |
Niveau (Fußpunkt) | Gleichmäßig über alle Außentemperaturen | Gleichbleibend höhere Vorlauftemperatur | Übergangszeit (milde Temperaturen) | Zu kalte oder zu warme Räume unabhängig von der Außentemperatur |
Welche Heizkurven-Werte passen zu Fußbodenheizung und Heizkörpern?
Heizsystem | Charakteristik | Typische Steilheit-Tendenz | Hinweis |
Fußbodenheizung (Neubau/saniert) | Große Fläche, niedrige Oberflächentemperatur | Flach | Bei Flächenheizungen reichen Vorlauftemperaturen von ≤35 °C |
Fußbodenheizung (Altbau, teilsaniert) | Große Fläche, aber höhere Gebäudewärmeverluste | Mäßig flach | Erfordert höhere Vorlauftemperatur als im Neubau |
Heizkörper (modernisiert, großzügig dimensioniert) | Kleinere Fläche, moderate Temperaturanforderung | Mittel bis steil | Vorlauftemperatur liegt über dem Flächenheizungs-Niveau |
Heizkörper (unsaniert, klein dimensioniert) | Kleine Fläche, hohe Temperaturanforderung | Steil | Höchste erforderliche Vorlauftemperatur im Bestand |
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Wie stelle ich die Heizkurve richtig ein?
- Voraussetzung schaffen: Vor der Heizkurven-Optimierung sollte der hydraulische Abgleich aller Heizkreise erfolgt sein, da ohne korrekte Volumenströme keine verlässlichen Messergebnisse entstehen.
- Niveau in der Übergangszeit justieren: Bei milden Außentemperaturen alle Thermostatventile im Referenzraum öffnen und die Raumtemperatur über mehrere Tage beobachten; liegt sie unter dem Sollwert, das Niveau schrittweise anheben und nach jeder Änderung eine Wartezeit von 12 bis 24 Stunden einhalten, bevor erneut gemessen wird.
- Steilheit im Winterfrost anpassen: Bei stabiler Frostperiode die Raumtemperatur über mehrere Tage beobachten; wird der Sollwert nicht erreicht, die Steilheit in kleinen Schritten erhöhen und zwischen den Anpassungen erneut abwarten.
- Ergebnis dokumentieren: Die gefundenen Werte für Steilheit und Niveau für die kommende Heizperiode notieren, damit keine erneute vollständige Optimierung notwendig wird.
Muss vor der Heizkurven-Optimierung ein hydraulischer Abgleich erfolgen?
Wie erkenne ich, dass die Heizkurve falsch eingestellt ist?
- Räume nur bei Frost zu kalt: deutet auf eine zu flache Steilheit hin, da die Kurve bei niedrigen Außentemperaturen nicht ausreichend nachzieht.
- Räume bei jedem Wetter zu kalt: deutet auf ein zu niedriges Niveau hin, da die gesamte Kurve zu tief liegt.
- Räume durchgängig zu warm, Thermostatventile schließen ständig: deutet auf ein zu hohes Niveau oder eine zu steile Kurve hin.
- Heizung schaltet im Frühling/Herbst nicht ab, obwohl es warm ist: deutet auf eine zu hoch eingestellte Heizgrenze hin.
- Ungewöhnlich hoher Stromverbrauch bei unauffälliger Raumtemperatur: deutet auf eine insgesamt zu hohe, aber knapp ausreichende Vorlauftemperatur hin, die mehr Energie verbraucht als nötig.
Wie stark wirkt sich eine zu hohe Vorlauftemperatur auf die Stromkosten aus?
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Was ist die Heizgrenztemperatur und wie hängt sie mit der Heizkurve zusammen?
Welche JAZ-Vorgaben gelten für die BAFA-Förderung?
Kann ich die Heizkurve selbst einstellen oder braucht es einen Fachbetrieb?
FAQ
Häufige Fragen
Wie oft darf ich die Heizkurve ändern?
Zwischen zwei Anpassungen sollte eine Wartezeit von mindestens **12 bis 24 Stunden** eingehalten werden, damit sich die Raumtemperatur nach der Änderung stabilisieren kann, bevor die Wirkung bewertet wird. Laut Umweltbundesamt sollte die Einstellung bei Inbetriebnahme sorgfältig und nicht überstürzt erfolgen, da Werkseinstellungen allein keine verlässliche Grundlage bieten.
Was ist die Parallelverschiebung?
Die Parallelverschiebung ist ein anderer Begriff für das Niveau der Heizkurve: Sie hebt oder senkt die gesamte Kurve gleichmäßig an, ohne die Steilheit zu verändern. Wird beispielsweise das Niveau um einen Schritt erhöht, steigt die Vorlauftemperatur bei jeder Außentemperatur um denselben Betrag.
Wie wirkt sich die Nachtabsenkung auf die Heizkurve aus?
Wärmepumpen nutzen in der Regel keine starke Nachtabsenkung, da das erneute Aufheizen nach einer Absenkphase durch die höhere benötigte Vorlauftemperatur mehr Energie kostet, als die Absenkung einspart. Die Heizkurve bleibt deshalb meist über den gesamten Tag konstant aktiv, ergänzt lediglich durch die Heizgrenze als oberen Abschaltpunkt.
Welche Heizkurve passt bei Altbau mit Heizkörpern?
Bei unsanierten Altbauten mit klassischen Heizkörpern ist tendenziell eine steilere Heizkurve notwendig, da die kleinere Heizfläche der Heizkörper höhere Vorlauftemperaturen erfordert als eine Fußbodenheizung. Details zu den Besonderheiten von Bestandsgebäuden mit Heizkörpern liefert der Beitrag zur [Wärmepumpe im Altbau](/waermepumpe/altbau).
Wozu dient die Raumaufschaltung?
Die Raumaufschaltung ist eine optionale Korrekturfunktion, bei der ein zusätzlicher Raumtemperatur-Sensor die reine Heizkurven-Steuerung ergänzt und bei Abweichungen automatisch nachregelt. Sie ersetzt die grundlegende Heizkurven-Einstellung nicht, sondern gleicht kurzfristige Schwankungen aus, etwa durch Sonneneinstrahlung oder zusätzliche Wärmequellen im Referenzraum.
Quellen
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