Stand: 25.08.2026
Die Vaillant geoTHERM plus ist nicht mehr erhältlich. Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG hat die Baureihe eingestellt und führt sie nicht mehr im aktuellen Produktportfolio. Die Sole/Wasser-Wärmepumpe arbeitete mit dem Kältemittel R407C, einem Dreistoffgemisch, das inzwischen als technisch überholt gilt. Ein offizielles, öffentlich dokumentiertes Abkündigungsdatum existiert nicht, doch das Fehlen in der aktuellen Vaillant-Produktübersicht belegt den Status eindeutig.
Bestandsanlagen laufen weiter. Service, Wartung und Ersatzteilbeschaffung laufen über den Vaillant-Kundendienst weiter, solange Komponenten verfügbar sind. Wer jedoch eine neue Sole/Wasser-Wärmepumpe von Vaillant kaufen möchte, muss sich an den aktuellen Modellen orientieren — nicht an der geoTHERM plus.
Der aktuelle Nachfolger der Vaillant geoTHERM plus ist die flexoTHERM exclusive, die bereits im Handel erhältlich ist. Ergänzt wird sie durch die im März 2026 angekündigte geoTHERM exclusive mit dem Kältemittel R290. Zusätzlich bietet Vaillant die kompaktere geoCOMPACT exclusive als kleinere Alternative für geringeren Wärmebedarf an. Die drei Modelle bilden zusammen die aktuelle Produktlandschaft für Sole/Wasser-Anwendungen bei Vaillant.
Die folgende Tabelle ordnet die Modelle nach Status, Kältemittel und Verfügbarkeit ein:
Modell | Status | Kältemittel | SCOP/COP | Verfügbarkeit |
geoTHERM plus | Eingestellt | R407C | COP bis 4,9 (B0/W35) | Nicht mehr erhältlich |
flexoTHERM exclusive | Aktuell im Handel | R454B | Werksangaben variieren nach Leistungsgröße | Verfügbar |
geoCOMPACT exclusive | Aktuell im Handel | R290 | SCOP 5,59 | Verfügbar |
geoTHERM exclusive | Angekündigt März 2026 | R290 | Noch nicht veröffentlicht | Marktstart ausstehend |
Vaillant hat für die geoTHERM exclusive eine neue Elektronikplattform namens iQconnect angekündigt. Sie soll die Installation vereinfachen und die Bedienung über ein Farb-Touchdisplay ermöglichen. Konkrete Leistungsgrößen, COP-Werte oder ein Verkaufsstart liegen bislang jedoch nicht vor.
Die eingestellte geoTHERM plus nutzte R407C. Die aktuellen Nachfolgemodelle setzen auf R454B (flexoTHERM exclusive) beziehungsweise R290 (geoCOMPACT exclusive und die angekündigte geoTHERM exclusive). Der entscheidende Unterschied liegt im Treibhauspotenzial (GWP), das die EU-Verordnung (EU) Nr. 517/2014 als Erwärmungspotenzial eines Kilogramms Kältemittel im Vergleich zu einem Kilogramm CO2 über 100 Jahre definiert.
GWP-Gemisch = Σ (Massenanteil der Komponente × GWP der Komponente)
Beispielrechnung für R407C: R407C besteht aus 23 % HFC-32 (GWP 675), 25 % HFC-125 (GWP 3.500) und 52 % HFC-134a (GWP 1.430). Die Berechnung ergibt: 0,23 × 675 + 0,25 × 3.500 + 0,52 × 1.430 = 155,25 + 875 + 743,6 = 1.773,85. Nach der EU-Berechnungsmethode liegt der GWP von R407C bei rund 1.774. Dieser Wert liegt deutlich über dem GWP von R290, das als natürliches Kältemittel (Propan) ein sehr niedriges Treibhauspotenzial aufweist.
Diese Differenz erklärt, warum die EU-F-Gase-Regulierung Kältemittel mit hohem GWP schrittweise aus dem Markt drängt. Hersteller wie Vaillant stellen ihre Neuentwicklungen deshalb konsequent auf R290 um.
Die flexoTHERM exclusive und die geoCOMPACT exclusive sind aktuell mit veröffentlichten technischen Daten erhältlich. Für die geoTHERM exclusive liegen noch keine offiziellen Leistungswerte vor. Die geoCOMPACT exclusive erreicht einen SCOP von 5,59 — ein deutlich höherer Wert als der COP-Bestwert der alten geoTHERM plus von 4,9 bei der Normbedingung B0/W35.
Modell | Leistungsgröße | COP/SCOP | Vorlauftemperatur |
geoTHERM plus (eingestellt) | 6,1–10,9 kW | COP bis 4,9 (B0/W35) | Herstellerangabe nicht mehr verfügbar |
geoCOMPACT exclusive | kompakte Leistungsklasse | SCOP 5,59 | keine belastbare Recherchequelle |
geoTHERM perform | 24,5 / 40,4 kW (kaskadierbar) | COP 4,41 bzw. 4,71 (B0/W35) | keine belastbare Recherchequelle |
geoTHERM exclusive | noch nicht veröffentlicht | noch nicht veröffentlicht | noch nicht veröffentlicht |
Vaillant hat für die geoTHERM exclusive bislang weder Leistungsgrößen noch COP- oder SCOP-Werte offiziell bestätigt. Interessenten sollten sich bei einer Kaufentscheidung 2026 an der bereits verfügbaren flexoTHERM exclusive oder geoCOMPACT exclusive orientieren, statt auf unbestätigte Werte der geoTHERM exclusive zu warten.
Für die aktuellen Vaillant-Sole/Wasser-Modelle liegen keine belastbaren, spezifischen Vorlauftemperatur-Werte vor, die über allgemeine Systemanforderungen hinausgehen. Sole/Wasser-Wärmepumpen sind grundsätzlich sowohl für Fußbodenheizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen als auch — bei entsprechender Dimensionierung der Heizflächen — für Heizkörper-Systeme geeignet, da die konstante Erdreichtemperatur das ganze Jahr über stabile Wärmequellenbedingungen liefert.
Wer eine Bestandsanlage mit Heizkörpern betreibt und auf eine neue Vaillant-Erdwärmepumpe umsteigen möchte, sollte die konkrete Auslegungstemperatur gemeinsam mit dem Fachbetrieb anhand der individuellen Heizlast klären, statt sich auf pauschale Angaben zu verlassen.
Eine komplette Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage kostet 2026 in der Regel 18.000 bis 55.000 €, abhängig von Gerätegröße, Erschließungsart und Bohrtiefe der Erdsonde. Diese Preisspanne bildet den aktuellen Marktkorridor für Sole/Wasser-Systeme ab, da für die eingestellte geoTHERM plus selbst kein aktueller Listenpreis mehr existiert.
Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen:
- Wärmepumpen-Gerät und Erdsonde inklusive Bohrung: machen zusammen den größten Teil der Gesamtkosten aus
- Bohrkosten je Bohrmeter: 50 bis 75 €/Bohrmeter
- Gesamtkosten komplette Anlage: 18.000 bis 55.000 €
Beispielrechnung für eine 100-Meter-Erdsonde: Bei Bohrkosten von 50 bis 75 €/Bohrmeter und einer Sondentiefe von 100 Metern ergibt sich: 100 m × 50 €/m = 5.000 € bis 100 m × 75 €/m = 7.500 €. Die reine Bohrung kostet damit zwischen 5.000 € und 7.500 €, zuzüglich Material und Anschluss innerhalb der genannten Erdsonden-Gesamtspanne. Ein Erdkollektor statt einer Tiefenbohrung kann die Erschließungskosten im Einzelfall spürbar senken, da die aufwendige Tiefenbohrung entfällt — die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch stark vom Grundstück und Bodenaufbau ab und lässt sich nicht pauschal beziffern.
Für Vaillant-Sole/Wasser-Wärmepumpen gilt ab dem 21.07.2026 eine überarbeitete KfW-458-Förderstruktur mit 30 % Grundförderung und einer Förderobergrenze von bis zu 80 % der förderfähigen Kosten für einkommensschwache Haushalte. Die geoTHERM plus selbst ist als eingestelltes Modell für eine Förderung nicht mehr relevant — die Regeln betreffen ausschließlich Neuanschaffungen wie die flexoTHERM exclusive oder künftig die geoTHERM exclusive.
Zuschuss = förderfähige Kosten × (Grundförderung + Boni), gedeckelt auf die Förderobergrenze
Beispielrechnung: Bei förderfähigen Kosten von 28.000 € (Höchstbetrag für die erste Wohneinheit ab 21.07.2026) und einer Grundförderung von 30 % ergibt sich zunächst ein Zuschuss von 8.400 €. Kommt der neu gestaffelte Einkommensbonus hinzu — 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 € — steigt die Förderquote auf 70 % der förderfähigen Kosten, also 19.600 € Zuschuss, sofern die Förderobergrenze von 80 % für diese Einkommensgruppe nicht überschritten wird.
Bis zum 20.07.2026 galt noch eine andere Struktur mit einem separaten Effizienzbonus von 5 % und einem pauschalen Einkommensbonus von 30 % bis 40.000 € Einkommen — diese Werte sind seit dem 21.07.2026 durch die neue Staffelung ersetzt. Der
Klimageschwindigkeitsbonus sinkt zum gleichen Stichtag von 20 % auf
16 % und wird ab Februar 2027 in halbjährlichen Schritten weiter reduziert. Antragstellende sollten die aktuelle Förderstruktur direkt bei der
KfW-458-Förderung für Wärmepumpen prüfen, da sich die Werte je nach Wohneinheit und Einkommenssituation unterscheiden.
Zur Kühlfunktion der geoTHERM exclusive liegen keine offiziell bestätigten Angaben vor, da Vaillant für dieses Modell insgesamt noch keine detaillierten technischen Daten veröffentlicht hat. Sole/Wasser-Wärmepumpen der geoTHERM-Familie nutzten in der Vergangenheit jedoch häufig das Prinzip der passiven Kühlung (Natural Cooling), bei dem Wärme ohne Kompressorbetrieb über eine Flächenheizung an das kühlere Erdreich abgegeben wird.
Bei entsprechender Auslegung kann die Raumtemperatur über dieses Prinzip um mehrere Grad gesenkt werden. Voraussetzung ist stets eine Flächenheizung mit ausreichend großer Übertragungsfläche, da bei reinen Heizkörpersystemen die nötige Fläche für einen spürbaren Kühleffekt fehlt. Ob und in welcher Form die geoTHERM exclusive diese Funktion bietet, lässt sich erst nach offizieller Datenveröffentlichung durch Vaillant verlässlich beantworten.
Stiftung Warentest hat aktuelle Vaillant-Luft/Wasser-Modelle wie die aroTHERM plus bewertet. Für die Sole/Wasser-Baureihen geoTHERM plus, flexoTHERM exclusive oder geoTHERM exclusive liegen keine aktuellen, vergleichbaren Testergebnisse aus 2025/2026 vor. Ältere Testergebnisse zur geoTHERM plus betreffen eine inzwischen technisch überholte Modellgeneration und sind für eine Kaufentscheidung 2026 nicht mehr aussagekräftig.
Für die Einordnung der Marke insgesamt ist relevant, dass Vaillant mit der aroTHERM plus im aktuellen Luft/Wasser-Testfeld eine gute Bewertung erhalten hat, was für die technische Kompetenz des Herstellers spricht — auch wenn sich diese Testergebnisse nicht direkt auf das Sole/Wasser-Segment übertragen lassen. Wer eine belastbare, aktuelle Testbewertung für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe sucht, findet für Vaillants aktuelle Modelle derzeit keine unabhängige Testquelle in vergleichbarem Umfang wie für die Luft/Wasser-Baureihen.
Eine bestehende geoTHERM plus mit dem Kältemittel R407C muss nicht zwingend sofort ausgetauscht werden, solange die Anlage funktionsfähig ist und Wartung sowie Ersatzteile verfügbar bleiben. Die EU-Verordnung (EU) Nr. 517/2014 (F-Gase-Verordnung) regelt schrittweise Beschränkungen für Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial wie R407C, ohne dabei bestehende Anlagen zu einem sofortigen Zwangsaustausch zu verpflichten.
Relevanter als eine gesetzliche Austauschpflicht ist für Bestandseigentümer die praktische Frage der Ersatzteilverfügbarkeit: Da Vaillant die geoTHERM plus nicht mehr aktiv vertreibt, kann die Versorgung mit Verschleißteilen wie der Umwälzpumpe im Laufe der Jahre schwieriger werden. Bei einer größeren Reparatur oder einem Defekt sollte daher wirtschaftlich abgewogen werden, ob eine Instandsetzung der alten Anlage oder ein Komplettersatz durch ein aktuelles Modell wie die flexoTHERM exclusive sinnvoller ist.
Zur Garantiedauer der aktuellen Vaillant-Sole/Wasser-Modelle flexoTHERM exclusive und der angekündigten geoTHERM exclusive liegen keine belastbaren, konkreten Jahresangaben vor. Interessenten sollten die genauen Garantiebedingungen direkt beim Vaillant-Fachpartner oder über die aktuelle Produktdokumentation erfragen, da sich Garantieumfang und -dauer je nach Modell, Vertragsform und Installationspartner unterscheiden können.
Eine verbindliche Garantiezusage ist insbesondere bei einer Investition in eine neue Sole/Wasser-Anlage mit hohen Erschließungskosten für die Erdsonde ein wichtiger Bestandteil der Kaufentscheidung und sollte vor Vertragsabschluss schriftlich fixiert werden.
Im deutschen Sole/Wasser-Segment stehen Vaillants Modelle im Wettbewerb zu Stiebel Eltron, Viessmann und Alpha Innotec, wobei die Effizienzwerte je nach Modell und Leistungsklasse variieren. Die geoCOMPACT exclusive erreicht mit einem SCOP von 5,59 einen höheren Wert als die alte geoTHERM plus mit einem COP von bis zu 4,9, liegt damit aber in einer ähnlichen Größenordnung wie vergleichbare Wettbewerbsmodelle.
Hersteller/Modell | COP/SCOP | Testnote | Preis |
Vaillant geoCOMPACT exclusive | SCOP 5,59 | keine aktuelle Testquelle | keine belastbare Recherchequelle |
Vaillant geoTHERM perform (24,5 kW) | COP 4,41 (B0/W35) | keine aktuelle Testquelle | keine belastbare Recherchequelle |
Stiebel Eltron WPE-I 12 H 230 Premium | SCOP 5,59 | keine aktuelle Testquelle | 11.029 € (UVP 18.239 €) |
Viessmann Vitocal 250-A | SCOP 5,01 (Luft/Wasser) | Testsieger Stiftung Warentest | ab 28.000 € |
Die genannten Viessmann- und Stiebel-Eltron-Werte stammen teils aus dem Luft/Wasser-Segment beziehungsweise aus Herstellerangaben und sind daher nur eingeschränkt direkt mit den Sole/Wasser-Werten von Vaillant vergleichbar. Wer eine belastbare Kaufentscheidung treffen möchte, sollte sich den
Testsieger-Vergleich zur Viessmann Vitocal 250-A genauer ansehen und die Angebote mehrerer Hersteller einholen.
Für Eigentümer einer noch funktionierenden geoTHERM plus lohnt sich in der Regel der reguläre Weiterbetrieb mit Wartung, solange Ersatzteile verfügbar bleiben und keine größeren Reparaturen anstehen. Bei einem anstehenden Defekt oder einer wirtschaftlich unattraktiven Reparatur ist ein Umstieg auf die bereits verfügbare flexoTHERM exclusive die pragmatischere Wahl, da die geoTHERM exclusive mit dem Kältemittel R290 zwar angekündigt, aber noch nicht mit veröffentlichten Daten oder einem bestätigten Verkaufsstart verfügbar ist.
Wer keinen akuten Handlungsdruck hat, kann die Marktentwicklung rund um die geoTHERM exclusive beobachten, bevor eine Kaufentscheidung fällt — insbesondere, weil das natürliche Kältemittel R290 langfristig als zukunftssicherer gilt als die älteren Kältemittelgenerationen. Für die Finanzierung eines Umstiegs lohnt sich in jedem Fall die Prüfung der aktuellen KfW-458-Förderung, da die neue Förderstruktur ab dem 21.07.2026 die Investitionskosten spürbar senken kann. Haushalte mit geringerem Einkommen sollten zusätzlich prüfen, ob sie die Voraussetzungen für den
Einkommensbonus unterhalb der Einkommensgrenzen erfüllen. Bei der Planung einer neuen oder erweiterten Erdsonde ist außerdem relevant,
welche Kosten und Genehmigungsschritte eine Erdsonde mit sich bringt, und ob sich das Heizsystem mit einer
Fußbodenheizung als Wärmeabgabe kombinieren lässt, um die Effizienz der neuen Anlage zu maximieren. Wer grundsätzlich klären möchte, was eine zukunftssichere Wärmepumpe ausmacht, findet in der Übersicht zu Kältemittel, Förderfähigkeit und Bestandseignung die relevanten Kriterien.