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Ratgeber · Wärmepumpe

Großwärmepumpen 2026: Kosten, Förderung und Hersteller für Fernwärmenetze

Großwärmepumpen versorgen Fernwärmenetze mit Umweltwärme aus Flusswasser, Abwasser und Abwärme. Definition, BEW-Förderung, Kosten und Projekte im Überblick.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Großwärmepumpen gibt es keine einheitliche Definition, aber klare Förderregeln und einen wachsenden Markt.
  • Definition uneinheitlich: Die BAFA-Handreichung nennt keine allgemein verbindliche Schwelle; gebräuchlich sind 400–500 kW thermische Leistung.
  • Marktvolumen: Laut VDMA (Stand 09/2025) sind 735 MW installiert, 176 MW im Bau und 167 MW in Planung.
  • Förderung ist BEW, nicht KfW-458: Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen laufen über die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW), nicht über die KfW-Heizungsförderung für Wohngebäude.
  • Projektbeispiele existieren bereits: Mannheim (MVV Energie) und Köln (RheinEnergie) zeigen den praktischen Einsatz in deutschen Fernwärmenetzen.
  • Genehmigung braucht Zeit: Wasserrecht und Immissionsschutz sind zentrale Hürden, die die BAFA-Handreichung adressiert.
Zuletzt aktualisiert: 25.08.2026

Was ist eine Großwärmepumpe?

Eine Großwärmepumpe ist eine Wärmepumpe, die Umweltwärme aus Flusswasser, Abwasser, industrieller Abwärme oder Umgebungsluft auf das Temperaturniveau eines Fernwärmenetzes anhebt. Sie unterscheidet sich von einer Gebäude-Wärmepumpe primär durch die Dimensionierung, nicht durch das technische Funktionsprinzip. Laut der BAFA-Handreichung zur Planung und Genehmigung von Großwärmepumpen existiert derzeit keine allgemein verbindliche technische Definition der Anlagenklasse. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist die zuständige Behörde für Förderung und Genehmigungsleitlinien in diesem Bereich.
Eine vom Fraunhofer IEG im Auftrag der LandesEnergieAgentur Hessen (LEA Hessen) veröffentlichte Projektdatenbank erfasst Anlagen ab einer thermischen Leistung von 420 kW und liefert damit einen praktischen Orientierungswert für die Branche. Mit Stand vom 9. Januar 2026 umfasste die Datenbank 156 Vorhaben.

Ab welcher Leistung gilt eine Wärmepumpe als Großwärmepumpe?

Eine einheitliche Leistungsschwelle für Großwärmepumpen gibt es nicht — verschiedene Institutionen verwenden unterschiedliche Werte je nach Zweck. Die BAFA-Handreichung stellt ausdrücklich fest: "Derzeit existiert keine allgemein verbindliche technische Definition." Die vom Fraunhofer IEG geführte Projektdatenbank erfasst Vorhaben ab 420 kW thermischer Leistung. In der Fachliteratur und bei Marktübersichten wird häufig eine Schwelle von 400 bis 500 kW verwendet, teils auch ab 500 kW oder 1 MW, wenn eine bewusst konservative Abgrenzung zu kleineren Kaskadenanlagen gewünscht ist.
Die folgende Tabelle fasst die konkurrierenden Schwellenwerte zusammen, die in Behördendokumenten, Projektdatenbanken und Fachliteratur kursieren:

Quelle/Institution

Schwellenwert

Verwendungszweck

BAFA-Handreichung

keine feste Schwelle definiert

Planungs- und Genehmigungsleitfaden

Fraunhofer IEG / LEA Hessen (Projektdatenbank)

ab 420 kW thermisch

Marktbeobachtung, Projekterfassung

Gängige Fachpraxis

400–500 kW thermisch

Allgemeine Einordnung in Übersichtsartikeln

Für die praktische Einordnung eines Vorhabens ist die Projektdatenbank-Schwelle von 420 kW der brauchbarste Referenzwert, da sie tatsächlich zur Erfassung realer Projekte verwendet wird — eine feste rechtliche Definition existiert dagegen nicht.

Welche Wärmequellen nutzen Großwärmepumpen?

Großwärmepumpen entziehen Wärme vier Hauptquellen, die sich in Verfügbarkeit, Temperaturniveau und Investitionsaufwand unterscheiden. Die Wahl der Wärmequelle bestimmt maßgeblich den Temperaturhub und damit die Effizienz der Anlage.
  • Flusswasser/Oberflächengewässer: stabiles Temperaturniveau über das Jahr, geeignet für Anlagen im zweistelligen Megawatt-Bereich in Flussnähe.
  • Abwasser/Klarwasser aus Kläranlagen: ganzjährig nutzbar und bevorzugt in Stadtnähe, da lange Zuleitungen entfallen.
  • Industrielle Abwärme: unabhängig vom Zugang zu Fluss oder Kläranlage, erschließt Standorte ohne direkten Gewässeranschluss.
  • Umgebungsluft: Einsatz bei kleineren Anlagen ohne Zugang zu Wasser oder Abwärme, allerdings mit höherem Temperaturhub verbunden.
Die Projektdatenbank des Fraunhofer IEG zeigt: Anlagen mit Luft, Gewässer oder Abwasser als Wärmequelle machen 85 der 156 erfassten Vorhaben (Stand 9. Januar 2026) aus — mehr als die Hälfte des Datenbestands.

Welche Technik und Kältemittel kommen bei Großwärmepumpen zum Einsatz?

Großwärmepumpen arbeiten nach dem Kompressions-Kältekreislauf und setzen überwiegend natürliche Kältemittel ein, deren Auswahl von der geforderten Vorlauftemperatur und den Sicherheitsauflagen abhängt. Zu den gängigen Kältemitteln zählen Ammoniak (NH₃), CO₂ und Propan (R290). Ammoniak besitzt als natürliches Kältemittel ein Treibhauspotenzial (GWP) von null, verlangt jedoch aufgrund seiner Toxizität besondere Sicherheitsauflagen.
Der Temperaturhub — die Differenz zwischen Quelltemperatur und Netzvorlauf — bestimmt maßgeblich den erreichbaren COP der Anlage. Ein niedrigerer Hub bei wärmeren Quellen wie industrieller Abwärme senkt den Stromverbrauch gegenüber kälteren Quellen wie Flusswasser im Winter. Der sogenannte Lorenz-COP berücksichtigt zusätzlich die gleitenden Temperaturen von Quelle und Senke statt fester Werte und liefert damit ein realistischeres Effizienzmaß für großtechnische Anlagen als der einfache COP nach Referenzbedingungen.

Wie hoch ist der COP einer Großwärmepumpe und wie wird er berechnet?

Der Coefficient of Performance (COP) beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu zugeführter elektrischer Leistung und ist die zentrale Effizienzkennzahl einer Großwärmepumpe. Er berechnet sich über eine einfache Formel, die für Planung und Wirtschaftlichkeitsrechnung gleichermaßen relevant ist.
COP = abgegebene Wärmeleistung (kW oder MW) ÷ zugeführte elektrische Leistung (kW oder MW)

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Beispiel: Eine Anlage mit einer abgegebenen Wärmeleistung von 20 MW und einem angenommenen COP von 3,0 benötigt eine elektrische Leistung von 20 MW ÷ 3,0 ≈ 6,67 MW, um die geforderte Wärmemenge bereitzustellen.
Höhere Vorlauftemperaturen erhöhen den Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Netzvorlauf und senken dadurch den erreichbaren COP. Der Lorenz-COP wird in der Fachpraxis bevorzugt, wenn Quelle und Senke keine konstanten, sondern gleitende Temperaturen aufweisen, wie es bei Flusswasser- oder Abwärmeanlagen über das Jahr typisch ist.

Wie viel kostet eine Großwärmepumpe?

Die Investitionskosten einer Großwärmepumpe hängen stark vom Projektumfang, der gewählten Wärmequelle und projektspezifischen Fixkosten ab, weshalb sich kein einzelner fester Preis pro Megawatt seriös angeben lässt. Das Energiewirtschaftliche Institut Köln (EWI) hat in einer Regressionsanalyse mehrerer Dutzend Projekte zwar Skaleneffekte über die elektrische Leistung festgestellt, zugleich aber eine erhebliche Streuung dokumentiert.
Diese Streuung entsteht, weil bei der Umsetzung zusätzliche Fixkosten anfallen, die nicht proportional mit der Anlagenleistung skalieren — etwa für Genehmigungsverfahren, Anschlussinfrastruktur und Wärmequellenerschließung. Ein pauschaler Kostenwert pro Megawatt eignet sich deshalb allenfalls als grobe Orientierung, nicht als verlässliche Planungsgrundlage für ein konkretes Vorhaben.

Wer fördert Großwärmepumpen und welche Module gibt es?

Die zentrale Förderung für Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen ist die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), verwaltet durch das BAFA. Antragsberechtigt sind Unternehmen, wirtschaftlich tätige Kommunen, kommunale Eigenbetriebe, Zweckverbände, eingetragene Vereine, Genossenschaften und Contractoren. Die BEW gliedert sich in vier Module mit unterschiedlichen Förderzwecken.

Modul

Förderinhalt

Voraussetzung/Hinweis

Modul 1

Förderung von Planungsleistungen (Machbarkeitsstudien, Transformationspläne)

Erster Schritt vor Bau/Umbau

Modul 2

Förderung für systemische Maßnahmen (Neubau/Umbau ganzer Wärmenetze)

Netzbezogene Fördervoraussetzungen

Modul 3

Förderung von Einzelmaßnahmen, u. a. Großwärmepumpen

Bis zu 40 % der förderfähigen Ausgaben, maximal 100 Millionen Euro pro Vorhaben über 2 Jahre

Modul 4

Betriebskostenförderung zur Deckung der Wirtschaftlichkeitslücke

Fördersatz richtet sich nach Anlagenart und Jahresarbeitszahl in den ersten 10 Jahren nach Inbetriebnahme

Für eine Förderung nach Modul 3 muss das betrachtete Wärmenetz mindestens zur Hälfte auf deutschem Bundesgebiet liegen, mehr als 16 Gebäude oder mehr als 100 Wohneinheiten anschließen, und die Anteile erneuerbarer Energien sowie Abwärme müssen für die Wegmarken 2030, 2035 und 2045 ansteigend geplant sein.

Ist die KfW-Heizungsförderung auch für Großwärmepumpen relevant?

Nein, die KfW-458-Heizungsförderung für Wohn- und Nichtwohngebäude gilt nicht für Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen — beide Programme sind strikt zu unterscheiden. Die KfW-458-Förderung mit ihren Anpassungen ab dem 21.07.2026 adressiert ausschließlich Einzelmaßnahmen an einzelnen Wohn- oder Nichtwohngebäuden, etwa den Heizungstausch in einem Einfamilienhaus.
Großwärmepumpen, die ein gesamtes Fernwärmenetz versorgen, fallen dagegen unter die BEW, ein separates Förderprogramm mit eigener Modulstruktur und eigenen Antragsvoraussetzungen. Wer ein Fernwärmeprojekt mit Großwärmepumpe plant, sollte sich deshalb ausschließlich an der BEW-Fördersystematik orientieren und nicht an den für private Wärmepumpen-Förderung geltenden KfW-Konditionen.

Welche Genehmigungen benötigt eine Großwärmepumpe?

Großwärmepumpen benötigen je nach Wärmequelle und Standort mehrere behördliche Genehmigungen, deren Umfang die BAFA-Handreichung zur Planung und Genehmigung detailliert beschreibt. Zu den zentralen Genehmigungsbereichen zählen:
  • Wasserrechtliche Erlaubnis: bei Flusswasser- oder Grundwasseranlagen für Entnahme und Rückgabe des genutzten Wassers erforderlich.
  • Immissionsschutzrechtliche Prüfung: je nach Anlagengröße und eingesetztem Kältemittel relevant, insbesondere bei toxischen oder brennbaren Stoffen wie Ammoniak.
  • Naturschutzrechtliche Abstimmung: bei Eingriffen in Gewässerökosysteme oder Uferbereiche notwendig.
  • Baurechtliche Genehmigung: für die bauliche Anlage selbst, unabhängig von der Wärmequelle.
Betreiber, die Wasserbehörden und Naturschutzverbände frühzeitig in die Planung einbinden, reduzieren das Risiko von Verzögerungen im späteren Genehmigungsverfahren erheblich.

Wie viel Leistung ist in Deutschland aktuell installiert, im Bau und in Planung?

Der deutsche Markt für Großwärmepumpen zeigt laut VDMA (Stand 09/2025) ein deutliches Wachstum über alle Projektphasen hinweg. Die folgende Tabelle fasst die aktuellen Marktzahlen zusammen:

Status

Leistung

Quelle/Stand

Installiert

735 MW

VDMA, Stand 09/2025

Im Bau

176 MW

VDMA, Stand 09/2025

In Planung

167 MW

VDMA, Stand 09/2025

Diese Zahlen beziehen sich auf Anlagen ab 500 kW Leistung nach VDMA-Definition. Nach Studien des Fraunhofer ISI wird allein in der Fernwärme künftig ein Leistungsvolumen von 124 bis 127 TWh erwartet — ein Hinweis auf das erhebliche Ausbaupotenzial gegenüber dem heutigen Bestand.

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Welche konkreten Großwärmepumpen-Projekte gibt es in Deutschland?

Mehrere deutsche Fernwärmenetze setzen bereits Großwärmepumpen ein oder befinden sich im Bau befindlicher Umsetzung.
  • Mannheim (MVV Energie): Der Energieversorger MVV Energie betreibt eine Flusswärmepumpen-Anlage, die Rheinwasser als Wärmequelle für das städtische Fernwärmenetz nutzt.
  • Köln (RheinEnergie): Der Kölner Energieversorger RheinEnergie realisiert gemeinsam mit einem Anlagenhersteller ein mehrmoduliges Großwärmepumpen-Projekt zur Fernwärmeversorgung.
  • Berlin (BTB GmbH): Die BTB GmbH prüft und entwickelt Großwärmepumpen-Konzepte zur Nutzung von Spreewasser für die Berliner Fernwärmeversorgung.
Diese Projekte zeigen, dass Flusswasser als Wärmequelle in deutschen Großstädten mit direktem Gewässerzugang bereits praktisch erschlossen wird.

Welche Hersteller bieten großtechnische Wärmepumpen an?

Am deutschen und europäischen Markt für Großwärmepumpen positionieren sich mehrere spezialisierte Hersteller mit unterschiedlichen Leistungsschwerpunkten.

Hersteller

Leistungsschwerpunkt

Besonderheit

MAN Energy Solutions

Module im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Megawattbereich

Liefert Anlagenmodule für große Fernwärmeprojekte

Ochsner

Mittlerer Leistungsbereich

Österreichischer Anbieter mit eigenem Prüflabor

Viessmann

Unterer bis mittlerer Großwärmepumpen-Bereich

Kaskadenlösungen aus mehreren Einzelgeräten

Friotherm

Großtechnische Turbo-Wärmepumpen

Spezialisiert auf Fernwärme- und Industrieanwendungen

Johnson Controls

Großtechnische Kälte- und Wärmepumpentechnik

Internationaler Anbieter mit breitem Anlagenportfolio

Die Anbieter unterscheiden sich deutlich im adressierten Leistungssegment: Während einige Hersteller einzelne Module im zweistelligen Megawattbereich für große Fernwärmeprojekte liefern, bedienen andere über Kaskadenlösungen den unteren bis mittleren Leistungsbereich.

Was regelt das Wärmeplanungsgesetz für Großwärmepumpen?

Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet Kommunen zur Erstellung kommunaler Wärmepläne und schafft damit einen wesentlichen Rahmen für den Einsatz von Großwärmepumpen in der Fernwärmeversorgung. Kommunen müssen im Rahmen dieser Wärmepläne festlegen, mit welchen Technologien einzelne Gebiete künftig klimaneutral beheizt werden sollen — Großwärmepumpen sind dabei eine zentrale Option für Gebiete mit Zugang zu Fluss-, Abwasser- oder Abwärmequellen.
Große Städte unterliegen dabei früheren Fristen als kleinere Kommunen, wobei sich die konkreten gesetzlichen Umsetzungstermine nach Gemeindegröße richten. Betreiber neuer Wärmenetze prüfen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung systematisch, ob eine Großwärmepumpe die planungsrechtlichen Vorgaben zur Dekarbonisierung wirtschaftlich erfüllen kann.

Welche Rolle spielen Großwärmepumpen in der künftigen Fernwärmeerzeugung?

Großwärmepumpen sollen laut Prognosen des Fraunhofer ISI einen erheblichen Anteil an der künftigen Fernwärmeerzeugung in Deutschland übernehmen. Die Institution beziffert das allein in der Fernwärme zu erwartende Leistungsvolumen auf 124 bis 127 TWh — ein Vielfaches der heute installierten Kapazität.
Dieser Ausbau hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Kommunen im Rahmen ihrer Wärmepläne geeignete Wärmequellen wie Flusswasser, Abwasser und industrielle Abwärme erschließen und wie zügig Genehmigungsverfahren durchlaufen werden können. Der tatsächliche Anteil variiert regional stark, da er von der lokalen Verfügbarkeit geeigneter Wärmequellen und der Größe des jeweiligen Fernwärmenetzes abhängt.

Was ist der Unterschied zwischen Großwärmepumpen und Kaskadenschaltungen?

Eine Großwärmepumpe und eine Kaskadenschaltung aus mehreren kleineren Modulen verfolgen ein ähnliches Ziel, unterscheiden sich jedoch im technischen Aufbau. Eine Großwärmepumpe ist typischerweise eine einzelne, großtechnisch ausgelegte Anlage oder wenige große Module, die gemeinsam auf eine hohe Gesamtleistung kommen.
Eine Kaskadenschaltung verbindet dagegen mehrere kleinere, in Serienfertigung hergestellte Wärmepumpen-Module zu einer Gesamtanlage, wodurch sich die Leistung flexibel an den Bedarf anpassen lässt und der Ausfall eines einzelnen Moduls die Gesamtversorgung nicht vollständig gefährdet. Für Fernwärmenetze mit sehr hohem Leistungsbedarf setzen Hersteller häufig auf dedizierte großtechnische Module, während kleinere Wärmenetze oder Objektversorgungen eher von der Modularität und Redundanz einer Kaskadenlösung profitieren.

FAQ

Häufige Fragen

Ab wann gilt eine Wärmepumpe als Großwärmepumpe?

Es gibt keine allgemein verbindliche Definition laut **BAFA**-Handreichung. Gebräuchlich ist eine Schwelle von **400 bis 500 kW** thermischer Leistung, während die Fraunhofer-IEG-Projektdatenbank Anlagen bereits ab **420 kW** erfasst.

Wer darf BEW-Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, wirtschaftlich tätige Kommunen, kommunale Eigenbetriebe, Zweckverbände, eingetragene Vereine, Genossenschaften und Contractoren.

Welche Wärmequelle ist am effizientesten?

Das hängt vom Temperaturniveau der Quelle ab. Industrielle Abwärme mit bereits hoher Ausgangstemperatur ermöglicht einen niedrigeren Temperaturhub und damit tendenziell einen günstigeren COP als kalte Umgebungsluft im Winter.

Ersetzt eine Großwärmepumpe komplett fossile Fernwärmeerzeuger?

In der Regel nicht vollständig. Großwärmepumpen werden meist im Verbund mit anderen Wärmeerzeugern und einem Wärmespeicher in ein bestehendes Fernwärmenetz integriert, statt fossile Erzeuger überall vollständig zu ersetzen.

Wie lange dauert die Genehmigung?

Eine pauschale Frist gibt es nicht, da der Aufwand von Wasserrecht, Immissionsschutz und Anlagengröße abhängt. Die **BAFA**-Handreichung zur Planung und Genehmigung von Großwärmepumpen liefert dazu detaillierte Leitlinien für Antragsteller.

Sind Großwärmepumpen auch für kleinere Kommunen wirtschaftlich?

Das hängt von der Größe des Wärmenetzes und der bestehenden Wirtschaftlichkeitslücke ab. Für eine Förderung nach BEW-Modul 3 muss das Wärmenetz mehr als **16 Gebäude** oder mehr als **100 Wohneinheiten** anschließen, was die Wirtschaftlichkeit für sehr kleine Netze einschränken kann.

Quellen

  1. BAFA — Großwärmepumpen in der Fernwärme: Handreichung zur Planung und Genehmigung
  2. BAFA — Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)
  3. Förderdatenbank des Bundes (BMWE) — Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

Unabhängige Wärmepumpen-Beratung

Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

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