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Ratgeber · Wärmepumpe

Spezifische Wärmekapazität von Wasser: Formel, Tabelle und Berechnung

Die spezifische Wärmekapazität von Wasser beträgt rund 4,186 kJ/(kg·K) bzw. 1,163 Wh/(kg·K). Formeln, Tabellen und Rechenbeispiele für Pufferspeicher, Volumenstrom und Warmwasser.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung11 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Wert: Die spezifische Wärmekapazität von Wasser liegt bei rund 20 °C bei 4,186 kJ/(kg·K) = 1,163 Wh/(kg·K).
  • Formel: Die Wärmemenge ergibt sich aus Q = c · m · ΔT.
  • Faustregel: Ein Liter Wasser entspricht bei Raumtemperatur etwa einem Kilogramm, sodass 1.000 l um 40 K rund 46,5 kWh brauchen.
  • Temperatur: Der Wert schwankt im flüssigen Bereich nur um etwa 1 Prozent, daher genügt im Heizungsbau meist 4,19 kJ/(kg·K).
  • Praxis: Aus demselben Wert folgen Pufferspeichergröße, Volumenstrom und der Strombedarf für Warmwasser.
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026
Die spezifische Wärmekapazität von Wasser beträgt bei rund 20 °C 4,186 kJ/(kg·K). Das entspricht 1,163 Wh/(kg·K). Mit diesem Wert lässt sich berechnen, wie viel Energie ein Pufferspeicher, ein Warmwasserspeicher oder ein Heizkreis aufnimmt oder abgibt. Dieser Ratgeber liefert Formeln, Tabellen und Rechenbeispiele für die Heizungspraxis.

Was ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser und wie ist sie definiert?

Die spezifische Wärmekapazität von Wasser ist die Wärmemenge, die 1 Kilogramm Wasser um 1 Kelvin erwärmt. Sie beträgt bei rund 20 °C 4,186 kJ/(kg·K). Das Formelzeichen ist c. Die SI-Einheit ist Joule pro Kilogramm und Kelvin, wobei Joule die SI-Einheit der Energie ist.
Die Größe ist eine Stoffeigenschaft. Sie hängt nicht von der Wassermenge ab. Die absolute Wärmekapazität C dagegen wächst mit der Masse. Die Heizungstechnik nutzt meist Wattstunden, weil Heizleistungen in Kilowatt angegeben werden. Die Umrechnung ist einfach: 4,186 kJ geteilt durch 3,6 ergibt 1,163 Wh.
Die wichtigsten Einheiten für Wasser:
  • 4,186 kJ/(kg·K) in der Physik und nach SI.
  • 1,163 Wh/(kg·K) in der Heizungs- und Speichertechnik.
  • 4,186 J/(g·K) für kleine Mengen im Labor.
Die spezifische Wärmekapazität wird oft mit der Wärmeleitfähigkeit verwechselt. Die Wärmekapazität beschreibt, wie viel Wärme ein Stoff speichert. Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt, wie schnell Wärme durch ihn fließt.

Wie berechnet man mit der Formel Q = c · m · ΔT die Wärmemenge für Wasser?

Die Wärmemenge Q folgt aus dem Produkt von spezifischer Wärmekapazität c, Masse m und Temperaturdifferenz ΔT. In Joule gilt Q = c · m · ΔT. Für die Heizungspraxis rechnet man direkt in Kilowattstunden mit der Wattstunden-Konstante.
Q (kWh) = m (kg) × 1,163 Wh/(kg·K) × ΔT (K) ÷ 1.000
Ein Rechenbeispiel zeigt das Vorgehen. Ein Speicher mit 1.000 l Wasser soll von 10 °C auf 50 °C erwärmt werden. Die Masse beträgt etwa 1.000 kg, die Temperaturdifferenz 40 K.
  • Rechnung: 1.000 kg × 1,163 Wh/(kg·K) × 40 K = 46.520 Wh.
  • Ergebnis: Der Speicher braucht 46,5 kWh.
Dieselbe Rechnung in kJ liefert das gleiche Ergebnis: 1.000 × 4,186 × 40 = 167.440 kJ, geteilt durch 3.600 sind ebenfalls rund 46,5 kWh. Wie man einen Warmwasserspeicher dimensioniert, hängt von dieser Grundrechnung ab.

Wie viel Energie braucht Wasser pro Liter und Kelvin? (Tabelle in kWh)

Ein Liter Wasser braucht pro Kelvin rund 1,163 Wh. Für größere Mengen steigt der Bedarf linear mit Volumen und Temperaturhub. Die folgende Tabelle ist mit der Formel m × 1,163 × ΔT ÷ 1.000 selbst berechnet und gilt für Wasser mit einer Dichte von etwa 1 kg/l.
Energiebedarf zur Erwärmung von Wasser in kWh

Volumen

ΔT 10 K

ΔT 20 K

ΔT 30 K

ΔT 40 K

ΔT 50 K

100 l

1,16

2,33

3,49

4,65

5,82

200 l

2,33

4,65

6,98

9,30

11,63

300 l

3,49

6,98

10,47

13,96

17,45

500 l

5,82

11,63

17,45

23,26

29,08

1.000 l

11,63

23,26

34,89

46,52

58,15

Wer die Tabelle nutzt, liest Volumen und gewünschten Temperaturhub ab. Ein 300-l-Speicher, der um 40 K erwärmt wird, nimmt demnach rund 14 kWh auf. Heizverluste des Speichers sind darin nicht enthalten.

Wie verändert sich die spezifische Wärmekapazität von Wasser mit der Temperatur?

Die spezifische Wärmekapazität von flüssigem Wasser ändert sich nur gering. Sie liegt bei 0 °C bei etwa 4,22 kJ/(kg·K) und erreicht zwischen 30 °C und 40 °C ihr Minimum von etwa 4,18 kJ/(kg·K). Danach steigt sie wieder leicht an. Die Schwankung beträgt weniger als 1 Prozent.
Spezifische Wärmekapazität von flüssigem Wasser bei verschiedenen Temperaturen

Temperatur

Spezifische Wärmekapazität

0 °C

4,2176 kJ/(kg·K)

30 °C

4,1784 kJ/(kg·K)

40 °C

4,1785 kJ/(kg·K)

100 °C

4,2159 kJ/(kg·K)

Für Heizkreise mit Vorlauftemperaturen zwischen etwa 30 °C und 60 °C genügt daher der Näherungswert 4,19 kJ/(kg·K). Die Abweichung zum exakten Wert bleibt unter 0,5 Prozent. Genauere Werte brauchen nur Labor- und Nachweisrechnungen.

Warum hat Wasser eine so hohe spezifische Wärmekapazität?

Wasser hat eine hohe spezifische Wärmekapazität, weil seine Moleküle über Wasserstoffbrückenbindungen stark vernetzt sind. Ein Teil der zugeführten Wärme erhöht deshalb nicht die Bewegung der Moleküle, also die messbare Temperatur. Er fließt zunächst in das Lösen und Neuordnen dieser Bindungen.
Ein H₂O-Molekül kann außerdem Energie in mehreren Freiheitsgraden speichern, etwa in Schwingungen und Drehungen. Im Vergleich zu Luft nimmt Wasser pro Kilogramm und Kelvin ein Mehrfaches an Energie auf. Genau deshalb ist Wasser ein so guter Wärmeträger in Heizungsanlagen und Speichern.

Was ist der Unterschied zwischen spezifischer und molarer Wärmekapazität von Wasser?

Die spezifische Wärmekapazität bezieht die Wärmemenge auf die Masse in Kilogramm. Die molare Wärmekapazität bezieht sie auf die Stoffmenge in Mol. Bei Wasser beträgt die spezifische 4,186 kJ/(kg·K) und die molare errechnet sich daraus mit rund 75,4 J/(mol·K). Beide hängen über die molare Masse zusammen.
Molare Wärmekapazität = spezifische Wärmekapazität × molare Masse
Beispiel: 4.186 J/(kg·K) × 0,018015 kg/mol ergibt 75,41 J/(mol·K).

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Spezifische und molare Wärmekapazität von Wasser im Vergleich

Größe

Einheit

Wert für Wasser

Spezifische Wärmekapazität

kJ/(kg·K)

4,186

Molare Wärmekapazität

J/(mol·K)

etwa 75,4

Molare Masse

g/mol

18,015

In der Heizungstechnik zählt die spezifische Größe. Die molare Größe spielt vor allem in Chemie und Forschung eine Rolle.

Warum wird die spezifische Wärmekapazität von Wasser nicht in Watt angegeben?

Die spezifische Wärmekapazität wird nicht in Watt angegeben, weil Watt eine Leistung beschreibt, also Energie pro Zeit. Die Wärmekapazität ist dagegen eine Stoffeigenschaft ohne Zeitbezug. Sie wird in Joule oder Wattstunden pro Kilogramm und Kelvin angegeben.
Der Zeitbezug kommt erst über die Heizleistung ins Spiel. Eine Leistung in Kilowatt, multipliziert mit einer Zeit in Stunden, ergibt eine Energie in Kilowattstunden. Diese Energie lässt sich über c und die Wassermasse in eine Temperaturänderung umrechnen. Ein Wärmestrom wird dagegen in Watt gemessen. Die Wärmemenge selbst misst man in Joule.

Wie unterscheidet sich die Wärmekapazität von Wasser als Eis, Flüssigkeit und Wasserdampf?

Die spezifische Wärmekapazität unterscheidet sich je nach Aggregatzustand deutlich. Eis hat nur etwa halb so viel Wärmekapazität wie flüssiges Wasser, Wasserdampf ebenfalls deutlich weniger. Flüssiges Wasser speichert also am meisten.
Spezifische Wärmekapazität von Wasser nach Aggregatzustand

Aggregatzustand

Bezugstemperatur

Spezifische Wärmekapazität

Eis

0 °C

etwa halb so hoch wie flüssiges Wasser

Flüssiges Wasser

0 °C

Referenzwert

Wasserdampf (gesättigt)

100 °C

deutlich niedriger als flüssiges Wasser

Flüssiges Wasser besitzt damit etwa doppelt so viel Wärmekapazität wie Eis. Beim Schmelzen und Verdampfen kommt zusätzlich die Phasenumwandlungswärme hinzu. Sie ist in diesen Werten nicht enthalten.

Welche typischen Fehler passieren bei der Berechnung der Wärmekapazität von Wasser?

Bei der Berechnung treten drei Fehler besonders häufig auf. Die Wärmekapazität wird mit der Wärmeleitfähigkeit verwechselt, Liter und Kilogramm werden gleichgesetzt, oder es werden Watt statt Wattstunden eingesetzt. Jeder dieser Fehler verfälscht das Ergebnis erheblich.

Wird die Wärmekapazität mit der Wärmeleitfähigkeit verwechselt?

Ja, das passiert häufig, obwohl beide Größen gegensätzliche Eigenschaften beschreiben. Die spezifische Wärmekapazität mit der Einheit kJ/(kg·K) sagt, wie viel Wärme ein Stoff speichert. Die Wärmeleitfähigkeit mit der Einheit W/(m·K) sagt, wie schnell Wärme transportiert wird. Ein Blick auf die Einheit klärt die Zuordnung.

Darf man Liter und Kilogramm bei Wasser gleichsetzen?

Bei Raumtemperatur ja, bei heißem Wasser nur näherungsweise. Die Dichte von Wasser ist temperaturabhängig. Bei 100 °C wiegt ein Liter etwas weniger als ein Kilogramm, weil die Dichte sinkt. Die höchste Dichte hat Wasser bei etwa 4 °C. Sole und Glykol-Wasser-Gemische weichen zusätzlich ab, da ihre Dichte höher und ihre Wärmekapazität niedriger ist.

Was passiert, wenn man Watt statt Wattstunden in die Formel einsetzt?

Das Ergebnis ist physikalisch sinnlos, denn Watt ist eine Leistung und keine Energie. Beispiel: Setzt man 10.000 W statt 10.000 Wh ein, fehlt der Zeitfaktor, und die Rechnung liefert keine Wärmemenge. Richtig ist, die Leistung in kW zuerst mit der Zeit in Stunden zu multiplizieren. Erst die Energie in kWh geht dann in die Formel ein.

Wie unterscheidet sich Wasser von Luft, Beton, Meerwasser, Sole und Glykolgemischen?

Reines Wasser hat unter den gebräuchlichen Stoffen der Gebäudetechnik die höchste spezifische Wärmekapazität. Mit 4,186 kJ/(kg·K) liegt es über Meerwasser, Sole, Luft und Beton. Daher eignet es sich besser als die meisten Alternativen für Wärmespeicher und Heizkreise.
Spezifische Wärmekapazität verschiedener Stoffe

Stoff

c in kJ/(kg·K)

Bemerkung

Wasser (rein, etwa 20 °C)

4,186

Referenz

Meerwasser

niedriger als Wasser

durch gelöstes Salz etwas niedriger

Glykol-Wasser-Gemisch (Sole)

niedriger als Wasser

Frostschutz, höherer Volumenstrom nötig

Trockene Luft

deutlich niedriger

nur ein Bruchteil von Wasser

Beton

deutlich niedriger

Baustoff

Sole hat den niedrigeren Wert und braucht deshalb für dieselbe Wärmemenge einen größeren Volumenstrom. Das ist bei der Pumpenauslegung von Erdwärmeanlagen zu beachten.

Welche Rolle spielt die spezifische Wärmekapazität bei der Pufferspeicher-Dimensionierung?

Die spezifische Wärmekapazität ist die physikalische Grundlage jeder Pufferspeicher-Rechnung. Das benötigte Volumen ergibt sich aus der Wärmemenge, die der Speicher überbrücken soll, geteilt durch die Wärme, die ein Kubikmeter Wasser pro Kelvin aufnimmt. Das sind 1,163 kWh/(m³·K).
Speichervolumen (m³) = Heizleistung (kW) × Überbrückungszeit (h) ÷ (1,163 kWh/(m³·K) × ΔT (K))
Beispiel für eine Sperrzeit: Eine Wärmepumpe mit 10 kW Heizleistung soll 2 Stunden überbrücken, die nutzbare Spreizung beträgt 15 K.
  • Rechnung: 10 kW × 2 h = 20 kWh, geteilt durch (1,163 × 15) = 17,445 kWh/m³.
  • Ergebnis: rund 1,15 m³, also etwa 1.150 Liter.
Netzbetreiber dürfen Wärmepumpen nach §14a EnWG, dem Energiewirtschaftsgesetz, zeitweise in der Leistung drosseln. Die Rechnung gilt für den schlimmsten Fall ohne Restleistung. Wie man den Pufferspeicher für die Wärmepumpe dimensioniert, hängt zusätzlich von Takt und Hydraulik ab.

Wie berechnet man den Volumenstrom einer Wärmepumpen-Heizungsanlage?

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Wie sieht die Rechnung für Ihr Haus aus?

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Der Volumenstrom ergibt sich aus der Heizleistung, der Wärmekapazität von Wasser und der Spreizung, also der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf. Je kleiner die Spreizung, desto größer muss der Volumenstrom bei gleicher Leistung sein.
V̇ (l/h) = Heizleistung (W) ÷ (1,163 × Spreizung (K))
Beispiel: Eine Wärmepumpe mit 10 kW Heizleistung arbeitet mit 5 K Spreizung.
  • Rechnung: 10.000 W ÷ (1,163 × 5 K) = 10.000 ÷ 5,815.
  • Ergebnis: rund 1.720 l/h, also etwa 1,7 m³/h.
Bei 10 K Spreizung halbiert sich der Wert auf etwa 860 l/h. Mehr Details zum Rechenweg liefert der Ratgeber zum Volumenstrom der Wärmepumpe. Wie die Spreizung der Wärmepumpe eingestellt wird, steht dort ebenfalls.

Wie viel PV-Überschussstrom braucht man, um Warmwasser mit Heizstab oder Wärmepumpe zu erwärmen?

Für 200 Liter Warmwasser, die um 50 K erwärmt werden, sind rund 11,63 kWh Wärme nötig. Ein Heizstab mit COP 1 braucht dafür genauso viel Strom. Eine Wärmepumpe mit COP 3 bis 5 kommt mit etwa 2,3 bis 3,9 kWh aus. Alle Werte sind aus der Wärmemenge berechnet.
Drei Vergleichsfälle für 200 l und 50 K:
  • Heizstab (COP 1): 11,63 ÷ 1 = 11,63 kWh Strom.
  • Wärmepumpe (COP 3): 11,63 ÷ 3 = rund 3,88 kWh Strom.
  • Wärmepumpe (COP 5): 11,63 ÷ 5 = rund 2,33 kWh Strom.
Der Heizstab verbraucht also ein Vielfaches an Strom, nutzt dafür aber PV-Überschuss, der sonst eingespeist würde. Die Funktionsweise erklärt der Beitrag zum Heizstab bei der Wärmepumpe. Geräte bis 70 kW Nennleistung, etwa Warmwasser-Wärmepumpen, erhalten laut Umweltbundesamt eine Energieverbrauchskennzeichnung. Das Etikett zeigt die Wärmeverluste als Effizienzklasse und das Speichervolumen.

Wie groß muss ein Solarthermie-Pufferspeicher pro Quadratmeter Kollektorfläche sein?

Als Richtwert nennt das dena Gebäudeforum klimaneutral für Kombispeicher 60 bis 80 Liter je Quadratmeter Kollektorfläche. Die genaue Größe hängt vom Kollektortyp, vom Warmwasserbedarf und von der Anlagenauslegung ab. Die Wärmekapazität des Wassers bestimmt, wie viel Solarwärme ein Speicher zwischenspeichert.
Gespeicherte Wärme je Quadratmeter Kollektorfläche bei 40 K Temperaturhub (selbst berechnet)

Speichervolumen je m²

Gespeicherte Wärme

60 l

2,79 kWh

80 l

3,72 kWh

Je größer das Wasservolumen, desto mehr Solarwärme lässt sich über sonnenarme Stunden hinaus nutzen. Verluste des Speichers sind in der Rechnung nicht berücksichtigt.

Woher stammt der historische Bezug zur Kalorie und warum wurde sie durch das Joule ersetzt?

Die Kalorie wurde ursprünglich über die Wärmekapazität von Wasser definiert. Sie entspricht der Wärmemenge, die 1 Gramm Wasser um 1 Grad Celsius erwärmt. Weil Wärme und mechanische Energie dieselbe Größe sind, ersetzte 1948 die 9. Generalkonferenz für Maß und Gewicht die Kalorie durch das Joule.
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) nennt drei Kalorie-Definitionen, die sich auf Sacklowski (1973) stützen:
  • Thermochemische Kalorie: 4,184 J.
  • 15-°C-Kalorie: 4,1855 J.
  • Internationale-Tafel-Kalorie: 4,1868 J.
Diese Varianten erklären, warum Quellen für Wasser leicht verschiedene Werte wie 4,184 oder 4,186 kJ/(kg·K) nennen. Der Arbeitswert für die Praxis bleibt 4,186 kJ/(kg·K). Die Einheit der Wärme ist heute das Joule, der Wärmestrom wird in Watt gemessen.

Wie verändert die Energiewende die praktische Relevanz der Wärmekapazität von Wasser?

Mit dem Ausbau von Wärmepumpen und Photovoltaik wird Wasser als Wärmespeicher wichtiger. Gespeicherte Wärme gleicht Sperrzeiten und schwankende Solarerzeugung aus. Ob ein Speicher dazu ausreicht, lässt sich mit der Wärmekapazität von Wasser direkt berechnen.
Das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) zeigt in Labormessungen an Wärmepumpen-Boilern, dass sich entnommene Wärme mit dem c-Wert von Wasser zuverlässig berechnen lässt. Für zwei Boiler mit 285 l und 300 l weicht das berechnete vom gemessenen Zapfvolumen nur um 0,9 Prozent und 4,1 Prozent ab. Damit ist die einfache Formel auch für reale Speicher belastbar. Die thermodynamischen Hintergründe der Wärmepumpe erklärt der Beitrag zur Thermodynamik der Wärmepumpe.

Fazit: Wann lohnt sich eine präzise Berechnung der Wärmekapazität von Wasser?

Für die meisten Heizungsrechnungen genügt der Näherungswert 4,19 kJ/(kg·K) beziehungsweise 1,163 Wh/(kg·K), weil die Abweichung unter 1 Prozent bleibt. Mehr Präzision lohnt sich nur bei Labor- oder Nachweisrechnungen. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Profil:
  • Hausbesitzer mit Pufferspeicher-Planung: Die Formel mit 1,163 reicht völlig. Wichtiger sind der Zweck des Speichers und die Spreizung.
  • PV-Betreiber mit Warmwasser-Überschussnutzung: Entscheidend ist der Vergleich von COP 1 beim Heizstab mit COP 3 bis 5 bei der Wärmepumpe, nicht die dritte Nachkommastelle.
  • Ausbildung und Labor: Hier lohnt der temperaturabhängige Wert aus der Tabelle, bei Bedarf auch die molare Wärmekapazität von etwa 75,4 J/(mol·K).

FAQ

Häufige Fragen

Wie viel Energie braucht 1 Liter Wasser pro Grad?

Ein Liter Wasser mit etwa 1 kg Masse braucht pro Kelvin rund **1,163 Wh**, das sind 4,186 kJ. Für ein Grad Celsius gilt derselbe Wert, weil ein Kelvin und ein Grad Celsius bei Temperaturdifferenzen gleich groß sind. Für 10 K sind es entsprechend 11,63 Wh.

Wie viel kWh braucht man, um 1.000 l Wasser um 40 K zu erwärmen?

Für 1.000 l Wasser sind bei 40 K Temperaturhub rund **46,5 kWh** nötig. Die Rechnung lautet 1.000 kg × 1,163 Wh/(kg·K) × 40 K = 46.520 Wh. Wärmeverluste des Speichers und Wirkungsgrade des Erzeugers kommen zusätzlich hinzu.

Warum 1,163 Wh/(kg·K)?

Der Wert ist die Umrechnung der spezifischen Wärmekapazität in Wattstunden. Eine Wattstunde entspricht 3.600 Joule. Teilt man 4,186 kJ/(kg·K) durch 3,6, ergibt sich **1,163 Wh/(kg·K)**. Die Heizungstechnik nutzt diese Einheit, weil Leistungen in Kilowatt und Energie in Kilowattstunden angegeben werden.

Ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser temperaturabhängig?

Ja, aber nur wenig. Im flüssigen Bereich liegt der Wert zwischen etwa **4,18 und 4,22 kJ/(kg·K)**. Das Minimum liegt bei 30 bis 40 °C, die Schwankung beträgt weniger als 1 Prozent. Für Heizungsrechnungen reicht der Näherungswert 4,19 kJ/(kg·K).

Welcher Stoff hat die höchste spezifische Wärmekapazität?

Unter den gebräuchlichen Baustoffen und Wärmeträgern der Gebäudetechnik hat reines Wasser mit **4,186 kJ/(kg·K)** die höchste Wärmekapazität. Meerwasser und Glykol-Wasser-Gemische liegen darunter. Luft und Beton erreichen nur einen Bruchteil davon.

Wie rechnet man Joule in Kalorien um?

Eine thermochemische Kalorie entspricht 4,184 Joule. Eine Kilokalorie sind demnach **4,184 kJ**. Eine Kilowattstunde hat 3.600 kJ und entspricht damit rund 860 Kilokalorien. Die Internationale-Tafel-Kalorie liegt mit 4,1868 J geringfügig höher.

Was ist der Unterschied zwischen Wärmekapazität und spezifischer Wärmekapazität?

Die Wärmekapazität C gibt an, wie viel Wärme ein bestimmter Körper pro Kelvin aufnimmt, in J/K. Die **spezifische** Wärmekapazität c bezieht sich auf 1 Kilogramm des Stoffes, in J/(kg·K). Es gilt C = c × m, die absolute Größe wächst also mit der Masse.

Welche Wärmekapazität hat Eis?

Eis hat eine spezifische Wärmekapazität von nur etwa **der Hälfte** des Wertes von flüssigem Wasser. Das ist gut die Hälfte des Wertes von flüssigem Wasser mit 4,2176 kJ/(kg·K) bei derselben Temperatur. Die Schmelzwärme kommt beim Übergang in den flüssigen Zustand zusätzlich hinzu.

Wie groß muss ein Pufferspeicher für eine Sperrzeit sein?

Das Volumen folgt aus Heizleistung, Sperrzeit und Spreizung. Bei 10 kW, 2 Stunden und 15 K Spreizung sind es rund **1,15 m³**. Die Formel lautet: Heizleistung × Zeit ÷ (1,163 kWh/(m³·K) × ΔT). Verluste und Restleistung sind darin nicht berücksichtigt.

Warum ist Wasser als Wärmeträger in Heizungen so gut geeignet?

Wasser nimmt pro Kilogramm und Kelvin etwa viermal so viel Wärme auf wie Luft. Dadurch genügen kleine Volumenströme und schlanke Rohre. Es ist zudem günstig und flüssig im üblichen Betriebsbereich. Die Wärmekapazität ändert sich im Heizungsbereich kaum, sodass die Rechnung stabil bleibt.

Quellen

  1. Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) — Kohlrausch, Praktische Physik, Band 1: Kalorische Zustandsgrößen
  2. Bundesamt für Energie (BFE, Schweiz) — Labormessungen zur Effizienz von Wärmepumpen-Warmwasserspeichern
  3. Umweltbundesamt — Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher

Redaktion

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