Zum Inhalt springen

Ratgeber · Wärmepumpe

Stromverbrauch Wärmepumpe pro Jahr 2026: kWh & Kosten

Wie viel kWh Strom eine Wärmepumpe pro Jahr wirklich braucht, wie sich der individuelle Verbrauch berechnen lässt und was das 2026 an Stromkosten bedeutet.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung10 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Jahresstromverbrauch einer Wärmepumpe hängt vor allem vom Wärmebedarf des Gebäudes und der erreichten Jahresarbeitszahl ab, nicht von einem festen Pauschalwert.
  • Typischer Verbrauch: Luft-Wasser-Wärmepumpen verbrauchen im Einfamilienhaus im Mittel rund 4.000 kWh pro Jahr, Erdwärmepumpen liegen mit 2.500 bis 5.000 kWh meist 20 bis 30 % darunter.
  • Berechnungsformel: Stromverbrauch (kWh) = Wärmebedarf (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl — jedes Gebäude braucht die eigene Rechnung statt eines Durchschnittswerts.
  • Reale Effizienz laut Umweltbundesamt: Feldtests zeigen Jahresarbeitszahlen von 2,4 bis 3,3 bei Luft-Wärmepumpen und 3,0 bis 4,3 bei Erd-Wärmepumpen — der Zielwert liegt bei 4,0.
  • Stromkosten 2026: Ein separater Wärmepumpentarif kostet deutlich weniger als Haushaltsstrom und senkt die Jahreskosten spürbar.
  • Förderung ab 21.07.2026: Die KfW zahlt 30 % Grundförderung plus Boni bis maximal 80 %, gedeckelt bei 28.000 € für die erste Wohneinheit.
Letzte Aktualisierung: 25. August 2026

Was ist der Jahresstromverbrauch einer Wärmepumpe?

Der Jahresstromverbrauch einer Wärmepumpe ist die Strommenge, die das Gerät innerhalb von zwölf Monaten aufnimmt, um den gesamten Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser eines Gebäudes zu decken. Er umfasst ausschließlich den elektrischen Antrieb des Kältekreislaufs, nicht den Wärmeertrag selbst. Die Kennzahl ergibt sich rechnerisch aus dem Verhältnis von Wärmebedarf zu Jahresarbeitszahl (JAZ, dem Verhältnis von Wärmeabgabe zu Wärmepumpen-Stromverbrauch), also dem Quotienten aus abgegebener Heizwärme und aufgenommenem Strom über ein Jahr. Ein Gebäude mit hohem Wärmebedarf und niedriger JAZ verbraucht dabei erheblich mehr Strom als ein gut gedämmtes Haus mit effizient eingestellter Anlage. Für die individuelle Einschätzung ist der Jahresstromverbrauch aussagekräftiger als ein Pauschalwert, weil er Gebäudezustand, Heizsystem und Wärmepumpentyp gemeinsam abbildet.

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe pro Jahr?

Der Jahresstromverbrauch liegt im Einfamilienhaus meist zwischen 2.500 und 5.000 kWh. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen im Mittel bei rund 4.000 kWh, Erdwärmepumpen liegen darunter. Die Spanne entsteht durch unterschiedliche Wärmebedarfe, Wohnflächen und Gebäudestandards, nicht durch einen einzelnen dominanten Faktor. Innerhalb eines Haushalts zählt die Wärmepumpe neben Warmwasserbereitung und Haushaltsgeräten zu den größten Stromverbrauchern im Jahresverlauf.
Typischer Jahresstromverbrauch einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus nach Anlagentyp.

Wärmepumpentyp

Jahresstromverbrauch

Luft-Wasser-Wärmepumpe

ca. 4.000 kWh

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

2.500–5.000 kWh (bei gleichem Wärmebedarf 20–30 % unter Luft-Wasser)

Bei identischem Wärmebedarf liegt der Stromverbrauch einer Erdwärmepumpe 20 bis 30 % unter dem einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil das Erdreich eine stabilere Quelltemperatur liefert als die Außenluft.

Wie unterscheidet sich der Stromverbrauch nach Wärmepumpentyp?

Die drei Wärmepumpentypen Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpe unterscheiden sich durch ihre Wärmequelle und erreichen dadurch bei identischem Wärmebedarf unterschiedliche Jahresarbeitszahlen. Je höher und stabiler die Quelltemperatur, desto geringer der Stromverbrauch je abgegebener Wärmeeinheit.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Wärmequelle und benötigt keine Erdarbeiten. Laut Umweltbundesamt erreichen Luft-Wärmepumpen in Feldtests mittlere Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 3,3 im Neubau und 2,4 bis 3,1 im Bestand.
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) entzieht dem Erdreich über Sonden oder Flächenkollektoren Wärme und profitiert von einer ganzjährig stabileren Bodentemperatur. Erd-Wärmepumpen erreichen laut Umweltbundesamt mittlere Jahresarbeitszahlen von 3,2 bis 4,3 im Neubau, wodurch ihr Stromverbrauch bei gleichem Wärmebedarf spürbar unter dem einer Luft-Wasser-Anlage liegt.
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle mit einer ganzjährig nahezu konstanten Temperatur und erreicht dadurch ähnlich hohe Jahresarbeitszahlen wie die Erdwärmepumpe. Sie benötigt jedoch eine wasserrechtliche Genehmigung für Förder- und Schluckbrunnen.
Reale Jahresarbeitszahlen nach Wärmepumpentyp laut Umweltbundesamt-Feldtests.

Typ

JAZ Neubau

JAZ Bestand

Luft-Wasser

2,6–3,3

2,4–3,1

Erdgekoppelt (Sole-Wasser, Wasser-Wasser)

3,2–4,3

3,0–3,7

Wie hoch ist der Stromverbrauch im Neubau nach Wohnfläche?

Im Neubau skaliert der Jahresstromverbrauch näherungsweise linear mit der Wohnfläche, weil der Wärmebedarf pro Quadratmeter bei vergleichbarem Baustandard weitgehend konstant bleibt. Je größer die beheizte Fläche, desto höher der absolute Stromverbrauch bei gleicher Jahresarbeitszahl.
  • Kleinere Neubauten mit kompakter Gebäudehülle benötigen anteilig weniger Wärme pro Quadratmeter als großflächige Gebäude mit mehr Außenfläche.
  • Der KfW-Effizienzhaus-40-Standard senkt den Primärenergiebedarf gegenüber einem Referenzgebäude erheblich und liegt beim Stromverbrauch entsprechend deutlich unter dem Durchschnitt gemischter Baustandards.
  • Eine korrekt dimensionierte Anlage mit passender Jahresarbeitszahl ist wichtiger für den absoluten Verbrauch als die Wohnfläche allein.
Für die konkrete Berechnung nach Wohnfläche gilt dieselbe Formel wie im Berechnungsabschnitt: Wärmebedarf pro Quadratmeter multipliziert mit der Wohnfläche, geteilt durch die Jahresarbeitszahl der geplanten Anlage.

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Altbau?

Der Jahresstromverbrauch im unsanierten Altbau liegt spürbar über dem Neubau-Niveau. Ältere Gebäude ohne Sanierung weisen einen höheren Wärmebedarf pro Quadratmeter auf und sind meist mit klassischen Heizkörpern statt Fußbodenheizung ausgestattet. Bestandsgebäude mit klassischen Heizkörpern benötigen dadurch höhere Vorlauftemperaturen als Neubauten, was die erreichbare Jahresarbeitszahl senkt und den Stromverbrauch je abgegebener Wärmeeinheit erhöht.
Der Effekt entsteht primär über die Vorlauftemperatur und nicht über das Baujahr selbst: Eine höhere Vorlauftemperatur verschlechtert die Jahresarbeitszahl systematisch, unabhängig vom Gebäudealter. Ein Altbau mit niedrigen Vorlauftemperaturen nach energetischer Sanierung kann eine ähnliche Effizienz erreichen wie ein Neubau. Ein unsanierter Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen benötigt dagegen deutlich mehr Strom pro Quadratmeter als ein moderner Neubau. Für die individuelle Einschätzung ist deshalb die tatsächliche Vorlauftemperatur des Heizsystems aussagekräftiger als das reine Baujahr.

Wärmepumpen-Check

Gilt das auch für Ihr Haus?

Finden Sie in wenigen Minuten heraus, was für Ihre Situation realistisch ist.

Wie lässt sich der individuelle Stromverbrauch berechnen?

Der individuelle Jahresstromverbrauch lässt sich mit dem eigenen Wärmebedarf und der erreichten Jahresarbeitszahl selbst berechnen, ohne auf pauschale Durchschnittswerte angewiesen zu sein.
Stromverbrauch (kWh) = Wärmebedarf (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)
Beispiel: Ein Gebäude mit einem Wärmebedarf von 12.000 kWh pro Jahr und einer Jahresarbeitszahl von 3,0 benötigt 12.000 kWh ÷ 3,0 = 4.000 kWh Strom pro Jahr.
Der jährliche Wärmebedarf lässt sich der eigenen Heizkostenabrechnung entnehmen oder über eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermitteln. Die Jahresarbeitszahl selbst ergibt sich aus dem Verhältnis von erzeugter Heizwärme zu verbrauchtem Strom im selben Zeitraum und wird vom Fachbetrieb anhand des geplanten Anlagentyps und der vorgesehenen Vorlauftemperatur abgeschätzt oder nachträglich gemessen. Wer beide Werte für das eigene Gebäude kennt, kann den individuellen Verbrauch genauer bestimmen als über einen generischen Tabellenwert.

Wie viel kWh Strom braucht ein Beispielhaus im Altbau konkret? (Referenzrechnung)

Eine vollständige Beispielrechnung zeigt, wie Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl und Stromtarif gemeinsam die tatsächlichen Jahreskosten eines Altbau-Einfamilienhauses bestimmen.
Ausgangswerte: Ein unsaniertes Altbau-Einfamilienhaus hat einen Wärmebedarf von 18.000 kWh pro Jahr und erreicht eine Jahresarbeitszahl von 3,0 — ein Wert im mittleren Bereich der vom Umweltbundesamt gemessenen Bestandsspanne für Luft-Wärmepumpen.
Berechnung Stromverbrauch: 18.000 kWh ÷ 3,0 = 6.000 kWh Jahresstromverbrauch.
Einordnung: Dieser Wert liegt über dem Luft-Wasser-Durchschnitt von rund 4.000 kWh, weil der unsanierte Altbau einen deutlich höheren Wärmebedarf aufweist als ein Neubau mit Fußbodenheizung. Eine energetische Verbesserung der Vorlauftemperatur würde die Jahresarbeitszahl anheben und den Stromverbrauch bei gleichem Wärmebedarf senken.
Dieses Referenzmodell verbindet den gemessenen Effizienzbereich aus Feldstudien mit der aktuellen Förder- und Tarifsituation und lässt sich mit den eigenen Verbrauchsdaten aus der Heizkostenabrechnung direkt nachvollziehen.

Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe 2026?

Die Stromkosten einer Wärmepumpe ergeben sich aus dem Jahresstromverbrauch multipliziert mit dem Preis je Kilowattstunde des gewählten Stromtarifs. Ein separater Wärmepumpentarif liegt dabei regelmäßig deutlich unter dem Preis für regulären Haushaltsstrom, weil Netzbetreiber steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen über reduzierte Netzentgelte begünstigen.
Beispiel (Referenzhaus, 6.000 kWh/Jahr): Bei einem angenommenen Wärmepumpentarif von rund 20 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich für das oben berechnete Altbau-Beispiel jährliche Stromkosten in der Größenordnung von 1.200 € — bei regulärem Haushaltsstrompreis liegen die Kosten für denselben Verbrauch entsprechend höher.
Vergleich der Tarifstruktur für Wärmepumpenstrom.

Tarifart

Charakteristik

Wärmepumpentarif

Reduzierte Netzentgelte, meist eigener Zähler oder Steuerbox erforderlich

Haushaltsstrom (Grundversorgung)

Kein Steuerungs-Rabatt, in der Regel teurer je kWh

Voraussetzung für den günstigeren Wärmepumpentarif ist meist eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG, die dem Netzbetreiber zeitweise Eingriffe in die Anlagenleistung erlaubt.

Wie senkt § 14a EnWG die Stromkosten der Wärmepumpe?

Der § 14a EnWG regelt reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen. Drei unterschiedliche Rabattmodelle wirken auf die jährlichen Stromkosten.
  • Modul 1: Ein jährlicher Pauschalrabatt in der Spanne von 110 bis 190 € auf das Netzentgelt für steuerbare Wärmepumpen.
  • Modul 2: Ein Rabatt von 60 % auf den Arbeitspreis des Netzentgelts, gekoppelt an einen separaten Zähler für die Wärmepumpe.
  • Modul 3: Zeitvariable Netzentgelt-Tarife, die sich nur in Kombination mit Modul 1 wählen lassen.
Welches Modul im Einzelfall den größten Vorteil bringt, hängt vom individuellen Verbrauchsprofil und vom vorhandenen Zählerkonzept ab. Ein Smart Meter beziehungsweise intelligentes Messsystem ist Voraussetzung für die zeitvariablen Tarife nach Modul 3 und wird im Zuge des laufenden Rollouts zunehmend zum Standard bei Haushalten mit Wärmepumpe.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Vergleich zum Jahreswert?

Wärmepumpen-Check

Wie sieht die Rechnung für Ihr Haus aus?

Beantworten Sie ein paar Fragen zu Ihrem Haus — wir ordnen Kosten und Förderung für Ihre Situation ein.

Der Jahresstromverbrauch verteilt sich nicht gleichmäßig über zwölf Monate, sondern konzentriert sich stark auf die Heizperiode im Winter, während der Verbrauch im Sommer auf die Warmwasserbereitung zurückgeht. Ein rechnerischer Jahresdurchschnitt pro Tag unterschätzt deshalb den tatsächlichen Verbrauch an kalten Wintertagen erheblich und überschätzt ihn im Sommer.
Für die konkrete Einordnung des täglichen Verbrauchs an kalten Tagen im Winter, inklusive der relevanten Einflussfaktoren wie Außentemperatur und Gebäudedämmung, liefert der separate Beitrag zum Stromverbrauch pro Tag im Winter die passenden Tageswerte. Der Jahreswert aus diesem Beitrag eignet sich dagegen für die Gesamtkostenplanung und den Tarifvergleich, während der Tageswert die Auslegung von PV-Speicher und Lastmanagement unterstützt.

Welche Fördervoraussetzungen gelten 2026 für Wärmepumpen?

Ab dem 21.07.2026 gelten für die KfW-Heizungsförderung im Programm 458 neue Fördersätze und Kostenobergrenzen, die frühere Regelungen ersetzen. Die Grundförderung bleibt bei 30 %, während sich Bonushöhen und Höchstbeträge deutlich ändern.
Förderbausteine der KfW-Heizungsförderung (Programm 458) ab dem 21.07.2026.

Förderbaustein

Höhe ab 21.07.2026

Grundförderung

30 %

Förderfähige Kosten (1. Wohneinheit)

28.000 €

Klimageschwindigkeitsbonus

16 %

Einkommensbonus

40 % (bis 30.000 € Jahreseinkommen), 30 % (bis 40.000 €), 10 % (bis 50.000 €)

Förderobergrenze

70 %, für Eigentümer mit Einkommen bis 40.000 € bis 80 %

Bis zum 20.07.2026, 20:00 Uhr konnten Antragstellende mit bereits vorliegender Zusage noch Anträge zu den bisherigen, höheren Konditionen stellen; seit dem 21.07.2026 gelten für neue Anträge automatisch die oben genannten, abgesenkten Werte. Ab dem 1. Quartal 2027 ist zusätzlich ein Wertschöpfungsbonus für in der EU gefertigte Wärmepumpen geplant — dieser ist noch nicht in Kraft.

Welche Fehler erhöhen den Stromverbrauch unnötig?

Drei wiederkehrende Planungs- und Installationsfehler erhöhen den Stromverbrauch einer Wärmepumpe deutlich über den technisch notwendigen Wert hinaus.
  • Überdimensionierung: Eine zu groß ausgelegte Wärmepumpe taktet häufiger, was die Effizienz senkt und den Energieverbrauch gegenüber einer korrekt dimensionierten Anlage erhöht. Eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor der Anlagenauslegung verhindert diesen Fehler.
  • Fehlender hydraulischer Abgleich: Ohne hydraulischen Abgleich bleiben einzelne Räume trotz laufender Heizung kalt, während die Anlage insgesamt mehr Strom verbraucht als nötig, weil der Volumenstrom im Heizsystem falsch verteilt ist.
  • Zu hohe Vorlauftemperatur: Jedes zusätzliche Kelvin Vorlauftemperatur verschlechtert die Jahresarbeitszahl, weshalb eine auf die tatsächlichen Heizflächen abgestimmte, möglichst niedrige Vorlauftemperatur den Stromverbrauch ohne Komforteinbußen senkt.

Wie lässt sich der Stromverbrauch durch PV-Kopplung und SG-Ready senken?

Die Kopplung einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage über die SG-Ready-Schnittstelle senkt den zugekauften Stromanteil, indem die Anlage bevorzugt dann heizt, wenn die Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt als der Haushalt gerade verbraucht. Die SG-Ready-Laststeuerung verschiebt den Betrieb der Wärmepumpe gezielt in Zeiten mit Solarstromüberschuss und erhöht dadurch den Eigenverbrauchsanteil der Photovoltaikanlage. Da die Wärmepumpe zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt zählt, wirkt sich eine höhere Eigenverbrauchsquote unmittelbar auf die Jahresstromkosten aus, weil jede selbst erzeugte und direkt verbrauchte Kilowattstunde nicht zum Netzstrompreis zugekauft werden muss. Eine sorgfältige Abstimmung von Speichergröße, Anlagenleistung und SG-Ready-Parametern auf den individuellen Wärmebedarf erhöht den Anteil des solar gedeckten Wärmepumpenverbrauchs zusätzlich.

Was zeigen Feldstudien zum realen Stromverbrauch und zur Jahresarbeitszahl?

Unabhängige Feldstudien des Umweltbundesamts zeigen deutlich niedrigere und stärker streuende Jahresarbeitszahlen als viele Herstellerangaben unter Labor-Normbedingungen suggerieren. Laut Umweltbundesamt schwanken die Jahresarbeitszahlen von Elektro-Wärmepumpen in der Praxis stark, abhängig von Wärmequelle, Gebäudezustand und Anlagenauslegung.
Reale Jahresarbeitszahlen aus UBA-Feldtests im Vergleich.

Wärmepumpentyp

JAZ Neubau

JAZ Bestand

Luft-Wasser

2,6–3,3

2,4–3,1

Erdgekoppelt

3,2–4,3

3,0–3,7

Das Umweltbundesamt empfiehlt Haushalten, vor der Installation schriftlich eine möglichst hohe und dennoch realistische Mindest-Jahresarbeitszahl mit dem Fachbetrieb zu vereinbaren, mit einem Zielwert von 4,0. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom gewählten Wärmepumpentyp, da eine niedrigere JAZ in jedem Fall einen höheren Stromverbrauch je abgegebener Wärmeeinheit bedeutet.

Wie entwickeln sich Stromverbrauch, Kosten und Förderung bis 2030?

Bis 2030 verändern sich sowohl die Förderbedingungen als auch die regulatorischen Rahmenbedingungen für Wärmepumpen mehrfach, während sich der reale Stromverbrauch neu installierter Anlagen durch bessere Regelungstechnik tendenziell weiter verbessert. Der ab dem 21.07.2026 geltende Klimageschwindigkeitsbonus der KfW-Förderung sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich weiter ab, und auch der Förderhöchstbetrag reduziert sich ab diesem Zeitpunkt in halbjährlichen Schritten. Für das erste Quartal 2027 ist zusätzlich ein Wertschöpfungsbonus für in der EU gefertigte Wärmepumpen vorgesehen, der die Förderlandschaft weiter verändern würde, sobald er tatsächlich in Kraft tritt. Wer die eigene Anlage plant, sollte deshalb die jeweils aktuell gültigen Fördersätze zum Zeitpunkt der Antragstellung prüfen, statt sich auf ältere Werte zu verlassen.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viel kWh Strom braucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Der Jahresstromverbrauch liegt im Einfamilienhaus meist zwischen **2.500 und 5.000 kWh**, abhängig von Wärmepumpentyp, Wohnfläche und Gebäudezustand. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen im Mittel bei rund 4.000 kWh, Erdwärmepumpen bei gleichem Wärmebedarf spürbar darunter. Die genaue Zahl für ein konkretes Gebäude ergibt sich nur aus der individuellen Berechnung mit Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl.

Wie berechnet man den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?

Der Stromverbrauch ergibt sich aus der Formel Wärmebedarf (kWh) geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Der Wärmebedarf lässt sich aus der Heizkostenabrechnung oder einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermitteln, die Jahresarbeitszahl wird vom Fachbetrieb abgeschätzt oder gemessen. Ein konkretes Rechenbeispiel mit Zwischenschritten liefert der Abschnitt zur individuellen Berechnung weiter oben.

Was kostet eine Wärmepumpe im Jahr an Strom?

Die Jahreskosten ergeben sich aus dem individuellen Stromverbrauch multipliziert mit dem Preis je Kilowattstunde des gewählten Tarifs. Ein separater Wärmepumpentarif mit reduzierten Netzentgelten liegt dabei regelmäßig unter dem Preis für regulären Haushaltsstrom. Für ein Referenzhaus mit rund 6.000 kWh Jahresverbrauch bewegen sich die Kosten je nach Tarif in der Größenordnung von gut tausend Euro pro Jahr.

Ist eine Wärmepumpe im Altbau sparsam?

Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau wirtschaftlich betrieben werden, benötigt dort aber wegen höherer Vorlauftemperaturen meist mehr Strom pro Quadratmeter als im Neubau. Entscheidend ist weniger das Baujahr selbst als die tatsächliche Vorlauftemperatur des vorhandenen Heizsystems. Eine energetische Verbesserung der Vorlauftemperatur hebt die Jahresarbeitszahl an und senkt dadurch den Stromverbrauch.

Wie unterscheidet sich der Jahresverbrauch vom Tagesverbrauch im Winter?

Der Jahresverbrauch verteilt sich stark ungleichmäßig über das Jahr und konzentriert sich auf die kalten Wintermonate, während der Sommerverbrauch überwiegend aus der Warmwasserbereitung stammt. Ein einfacher Jahresdurchschnitt pro Tag unterschätzt deshalb den tatsächlichen Verbrauch an kalten Wintertagen deutlich. Genauere Tageswerte für die Winterspitze liefert der separate Beitrag zum Stromverbrauch pro Tag im Winter.

Quellen

  1. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
  2. KfW — Heizungsförderung (Übergangshinweise)
  3. BAFA — Informationen zur Antragstellung
  4. Umweltbundesamt — Umgebungswärme und Wärmepumpen
  5. Umweltbundesamt — Umweltfreundliches Heizen dank effizienter Wärmepumpe

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

Unabhängige Wärmepumpen-Beratung

Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

Wärmepumpen-Check

Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?

Prüfen Sie Ihre Situation in wenigen Minuten — kostenlos und unverbindlich.

Teilen