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Ratgeber · Wärmepumpe

Verdampfer Wärmepumpe: Funktion, Vereisung, Wartung

Der Verdampfer ist die Komponente im Kältekreislauf einer Wärmepumpe, die Umweltwärme aufnimmt und das Kältemittel verdampft — Funktion, Vereisung und Wartung erklärt.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung10 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Verdampfer ist die Komponente im Kältekreislauf einer Wärmepumpe, die Umweltwärme aufnimmt und das Kältemittel verdampft.
  • Der Verdampfer nimmt im Kältekreislauf die Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser auf und überführt das flüssige Kältemittel in den gasförmigen Zustand.
  • Vereisung des Verdampfers im Winter ist ein normaler physikalischer Prozess, wenn feuchte Außenluft am kalten Verdampfer kondensiert und gefriert.
  • Wärmepumpen tauen automatisch ab, meist per Heißgasabtauung, bei der warmes Kältemittel gezielt zum Verdampfer geleitet wird.
  • Die Komponenten-JAZ der Wärmepumpe liegt in der Praxis spürbar über der System-JAZ — die Differenz erklärt sich über den zusätzlichen Hilfsenergiebedarf für Steuerung, Pumpen und Zuheizer.
  • Wartung und Reinigung des Verdampfers senken das Risiko von Störungen und sind bei Anlagen mit fluorierten Kältemitteln durch die F-Gase-Verordnung rechtlich vorgeschrieben.
Stand: 15.07.2026

Was ist der Verdampfer einer Wärmepumpe?

Der Verdampfer ist die Komponente im Kältekreislauf einer Wärmepumpe, in der das flüssige Kältemittel unter Aufnahme von Umweltwärme in den gasförmigen Zustand übergeht. Er bildet gemeinsam mit Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil die vier Kernbauteile jedes Kältekreislaufs. Laut Umweltbundesamt nimmt das flüssige Arbeitsmedium im Verdampfer die erforderliche Verdampfungswärme aus der Umgebung auf und geht in den gasförmigen Zustand über; der Verdichter (der Bauteil, das den Kältemitteldampf verdichtet) bringt das aufgewärmte, gasförmige Arbeitsmedium anschließend auf einen höheren Druck und erhöht damit dessen Temperatur auf ein nutzbares Niveau. Das Kältemittel — je nach Anlage R290 (Propan, ein natürliches Kältemittel), R32 oder älter R410A (beide synthetische Kältemittel) — durchläuft dabei einen geschlossenen Kreislauf ohne Stoffverlust. Nach dem Verdampfer strömt das gasförmige Kältemittel zum Verdichter, wird dort komprimiert und gibt seine Wärme im Verflüssiger (dem Bauteil, das die Wärme an das Heizsystem abgibt) an das Heizsystem ab, bevor es über das Expansionsventil (das Bauteil, das den Druck absenkt) wieder zum Verdampfer zurückkehrt.

Wie funktioniert der Verdampfer physikalisch?

Der Verdampfer funktioniert über einen Phasenwechsel: Das Kältemittel wird nach der Druckreduzierung im Expansionsventil kalt und flüssig, nimmt anschließend Wärme aus der Umgebung auf und verdampft vollständig zu Gas. Der Vorgang läuft in klar abgrenzbaren Schritten ab:
  • Das Expansionsventil senkt den Druck des flüssigen Kältemittels ab, wodurch sich seine Temperatur unter die Temperatur der Wärmequelle abkühlt.
  • Das kalte, teils flüssige Kältemittel tritt in den Verdampfer ein und trifft dort auf die wärmere Umgebung — Außenluft, Sole oder Grundwasser.
  • Durch die Temperaturdifferenz fließt Wärme von der Umgebung zum Kältemittel; laut Umweltbundesamt gelangt das flüssige Kältemittel über das Expansionsventil in den Verdampfer, wo es unter Aufnahme von Wärme aus dem zu kühlenden Medium verdampft und wieder vom Verdichter angesaugt wird.
  • Das nun vollständig gasförmige Kältemittel verlässt den Verdampfer und strömt zum Verdichter weiter, wo der Kreislauf mit der Druckerhöhung fortgesetzt wird.

Was ist Sauggasüberhitzung und warum ist sie wichtig?

Sauggasüberhitzung bezeichnet die gezielte Erwärmung des Kältemitteldampfs über seine Verdampfungstemperatur hinaus, bevor er den Verdampfer verlässt. Diese zusätzliche Erhitzung stellt sicher, dass ausschließlich gasförmiges Kältemittel den Verdichter erreicht. Ohne Sauggasüberhitzung könnte flüssiges Kältemittel in den Verdichter gelangen — die Fachliteratur beschreibt dieses Risiko als Flüssigkeitsschlag (mechanische Belastung des Verdichters durch nicht komprimierbares flüssiges Kältemittel), der den Verdichter mechanisch beschädigen kann. Die Sauggasüberhitzung wird über das Expansionsventil elektronisch geregelt, das auf Basis von Temperatur- und Drucksensoren am Verdampferausgang die Kältemittelmenge exakt dosiert. Eine zu geringe Überhitzung erhöht das Risiko von Flüssigkeitsschlägen, eine zu hohe Überhitzung verschenkt nutzbare Verdampferfläche und senkt die Effizienz — die Regelung balanciert beide Effekte kontinuierlich.

Welche Verdampfer-Bauarten gibt es?

Die Bauart des Verdampfers richtet sich nach der genutzten Wärmequelle — Luft, Sole oder Wasser — und bestimmt maßgeblich die Effizienz und den Wartungsaufwand der Anlage.

Verdampfer-Typ

Wärmequelle

Bauform

typischer Einsatzbereich

Lamellen-Wärmetauscher

Außenluft

Kupferrohre mit Aluminium-Lamellen, große Oberfläche

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Plattenwärmetauscher

Sole (Erdreich über Erdsonde/-kollektor)

gestapelte Edelstahlplatten, kompakte Bauform

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Koaxial-Wärmetauscher

Grundwasser

Rohr-in-Rohr-Konstruktion

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen wegen des geringen Wärmeübergangs von Luft eine vergleichsweise große Verdampferfläche mit Lamellenstruktur. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen dagegen konstantere Quelltemperaturen im Erdreich beziehungsweise Grundwasser und kommen mit kompakteren Plattenwärmetauschern oder Koaxial-Konstruktionen aus.

Welchen Einfluss hat die Verdampfungstemperatur auf COP und JAZ?

Die Verdampfungstemperatur beeinflusst die Leistungszahl (COP) und die Jahresarbeitszahl (JAZ) direkt, da eine höhere Verdampfungstemperatur den Druckhub des Verdichters verringert und damit weniger elektrische Antriebsenergie benötigt wird. Je näher die Verdampfungstemperatur an der Vorlauftemperatur des Heizsystems liegt, desto geringer ist die vom Verdichter zu überwindende Temperaturdifferenz.
COP = abgegebene Heizleistung (kW) ÷ aufgenommene elektrische Leistung (kW)
Ein Beispiel verdeutlicht den Zusammenhang: Bei einer Wärmepumpe mit 8 kW Heizleistung und 2 kW elektrischer Leistungsaufnahme ergibt sich ein COP von 4,0 — die Differenz von 6 kW stammt aus der im Verdampfer aufgenommenen Umweltwärme. Sinkt die Verdampfungstemperatur durch niedrige Außentemperaturen, Vereisung oder Verschmutzung, steigt der notwendige Druckhub und der COP fällt entsprechend. Die SCOP (Seasonal COP, die über eine ganze Heizperiode gemittelte Kennzahl) fasst diesen Effekt zusammen und ist die Kennzahl, mit der Hersteller Jahresdurchschnittswerte angeben. Mehr zur praktischen Bedeutung dieser Kennzahlen liefert der Beitrag zum Wirkungsgrad von Wärmepumpen.

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Wie wird der COP nach DIN EN 14511 gemessen?

Der COP wird unter genau festgelegten Laborbedingungen nach der Prüfnorm DIN EN 14511 gemessen, damit Herstellerangaben verschiedener Wärmepumpen vergleichbar sind. Die Norm legt fixe Kombinationen aus Quelltemperatur und Vorlauftemperatur fest, bei denen COP und die verwandte Kennzahl EER (Energy Efficiency Ratio, die entsprechende Kennzahl für den Kühlbetrieb) ermittelt werden. Die Angabe erfolgt in einer standardisierten Notation, etwa "A2/W35": Das "A2" bezeichnet eine Luft-Eintrittstemperatur von 2 Grad Celsius, das "W35" eine Wasser-Vorlauftemperatur von 35 Grad Celsius im Heizkreis. Ohne diesen einheitlichen Prüfrahmen ließen sich COP-Werte unterschiedlicher Hersteller und Anlagentypen nicht seriös gegenüberstellen, da Verdampfungstemperatur und Vorlauftemperatur den COP-Wert stark verändern.

Warum vereist der Verdampfer und wann ist das normal?

Der Verdampfer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe vereist, wenn feuchte Außenluft auf die kalte Verdampferoberfläche trifft, dort Feuchtigkeit kondensiert und bei Oberflächentemperaturen unter null Grad gefriert. Dieser Vorgang ist laut Umweltbundesamt ein normaler physikalischer Prozess bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Winterbetrieb und kein Anzeichen für einen technischen Defekt. Die Vereisung tritt bevorzugt in einem Temperaturbereich auf, in dem die Luft noch ausreichend Feuchtigkeit trägt, die Verdampferoberfläche aber bereits unter dem Gefrierpunkt liegt — je feuchter die Luft, desto schneller wächst die Eisschicht. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind von diesem Effekt praktisch nicht betroffen, da ihre Wärmequelle konstant über dem kritischen Bereich liegt.

Wie wirkt sich Vereisung auf Effizienz und COP aus?

Vereisung senkt die Effizienz einer Wärmepumpe messbar, weil die wachsende Eisschicht den Wärmewiderstand am Verdampfer erhöht und den Luftdurchsatz reduziert. Laut Umweltbundesamt erhöht sich mit wachsender Eisschicht auf dem Verdampfer der Wärmewiderstand und der Luftdurchsatz sinkt, wodurch die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Wärmepumpe abnimmt, weil weniger Wärme aus der Umgebung aufgenommen wird und der Kältemittelkreislauf stärker arbeiten muss. Die Wärmepumpe kompensiert den geringeren Wärmeeintrag durch einen höheren Druckhub des Verdichters, was den Stromverbrauch pro erzeugter Heizkilowattstunde steigen lässt. Ohne regelmäßige Abtauung würde die Eisschicht kontinuierlich wachsen und die Anlage könnte ihre Nennheizleistung nicht mehr erreichen.

Welche Abtau-Methoden gibt es?

Wärmepumpen nutzen unterschiedliche Enteisungsstrategien, um die Verdampferoberfläche automatisch von Eis zu befreien und den Normalbetrieb wiederherzustellen:
  • Natürliches Abtauen: Die Umgebungsluft schmilzt dünne Eisschichten bei milderen Außentemperaturen ohne aktiven Eingriff der Anlage.
  • Elektrisches Abtauen: Ein Heizwiderstand am oder im Verdampfer erwärmt die Oberfläche gezielt, bis das Eis schmilzt.
  • Heißgas-Abtauung: Warmes Kältemittel wird über ein 4-Wege-Ventil gezielt zum Verdampfer geleitet, um das Eis von innen zu schmelzen; dies ist laut Umweltbundesamt-Beschreibung der Kältekreislauf-Mechanik die in modernen Luft-Wasser-Wärmepumpen verbreitetste Methode.
Bei der Heißgas-Abtauung kehrt das 4-Wege-Ventil kurzzeitig die Fließrichtung des Kältekreislaufs um, sodass heißes Verdichtergas direkt in den vereisten Verdampfer strömt, dort seine Wärme abgibt und die Eisschicht von innen schmilzt. Das entstehende Schmelzwasser fließt über den Kondensatablauf ab, bevor die Anlage in den normalen Heizbetrieb zurückschaltet.

Wann ist Vereisung problematisch und wann braucht es einen Fachbetrieb?

Vereisung wird laut Umweltbundesamt problematisch, wenn sie sehr stark ausfällt, regelmäßig auftritt oder trotz Abtau-Automatik nicht vollständig verschwindet — dann kann der Betrieb ineffizient werden, der Stromverbrauch steigt oder der Wärmepumpen-Kreislauf kann eingeschränkt arbeiten. Folgende Anzeichen deuten auf ein behebungsbedürftiges Problem hin, das über normale Wintervereisung hinausgeht:
  • Die Abtau-Automatik startet auffällig häufig, ohne dass die Eisschicht danach sichtbar verschwindet.
  • Die Heizleistung sinkt spürbar und bleibt auch nach einem Abtauzyklus dauerhaft niedrig.
  • Der Stromverbrauch steigt merklich an, ohne dass sich die Außentemperatur entsprechend verändert hat.
  • Am Verdampfer bildet sich dickes, dauerhaftes Eis statt der üblichen dünnen, temporären Schicht.
Treten diese Symptome auf, sollte ein Fachbetrieb die Anlage prüfen — mögliche Ursachen reichen von einer defekten Abtau-Steuerung über einen zu geringen Kältemittelstand bis zu einem verschmutzten oder beschädigten Verdampfer.

Wie lässt sich Vereisung vorbeugen?

Vorbeugend hilft laut Umweltbundesamt gute Wartung: Regelmäßige Pflege senkt das Risiko fehlerhafter Abtau-Automatik und anderer Störungen deutlich.
  • Lamellen und Gitter sauber halten: Verschmutzte Lamellen verstärken die Eisbildung und verringern den Luftdurchsatz zusätzlich.
  • Freien Abfluss von Schmelzwasser sicherstellen: Ein verstopfter Kondensatablauf kann abtauendes Wasser erneut gefrieren lassen.
  • Ausreichend Abstand rund um die Außeneinheit einhalten: Freier Luftzustrom verhindert lokale Feuchtigkeitsstaus an der Verdampferoberfläche.
  • Regelmäßigen Service durch einen Fachbetrieb wahrnehmen: Dies senkt laut Umweltbundesamt das Risiko einer fehlerhaften Abtau-Automatik oder anderer Störungen.

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Was unterscheidet Verdampfer und Verflüssiger?

Der Verdampfer nimmt Wärme aus der Umgebung auf, während der Verflüssiger (auch Kondensator genannt, das Bauteil, das die Wärme an das Heizsystem abgibt) die im Kältemittel gespeicherte Wärme an das Heizsystem abgibt — beide Bauteile erfüllen im Normalbetrieb entgegengesetzte thermodynamische Funktionen im selben Kältekreislauf. Bei Wärmepumpen, die auch aktiv kühlen können, tauschen Verdampfer und Verflüssiger laut Umweltbundesamt ihre Funktionen: Voraussetzung dafür ist die Installation eines 4-Wege-Ventils, das erlaubt, in beiden Fließrichtungen die richtige Reihenfolge des Kältekreislaufs vom Verdampfer über den Verdichter zum Verflüssiger herzustellen. Im Kühlbetrieb wird so die Innenkomponente zum Verdampfer, der dem Raum Wärme entzieht, während die Außenkomponente als Verflüssiger die aufgenommene Wärme nach außen abgibt.

Wie beeinflusst das Kältemittel die Verdampfer-Auslegung?

Das eingesetzte Kältemittel bestimmt Verdampfungsdruck, Verdampferauslegung und Umweltbilanz einer Wärmepumpe maßgeblich, da jedes Kältemittel unterschiedliche thermodynamische Eigenschaften und ein unterschiedliches Treibhauspotenzial (GWP) besitzt.

Kältemittel

GWP-Einordnung

Förderrelevanz

R290 (Propan)

sehr niedrig (natürliches Kältemittel)

Blauer Engel (UZ 230) für natürliche Kältemittel; von F-Gase-Verordnung nicht reguliert

R32

mittel (synthetisches Kältemittel)

unterliegt der F-Gase-Verordnung; ab 2027 für neue Wärmepumpen verboten

R410A

hoch (synthetisches Kältemittel, ältere Anlagen)

unterliegt der F-Gase-Verordnung

Laut Umweltbundesamt verfügt R290 über günstige thermodynamische Eigenschaften und ermöglicht so hohe Wirkungsgrade; werden Wärmepumpen mit halogenfreien Kältemitteln betrieben, sind sie besonders umweltfreundlich, da die Treibhauspotenziale dieser Kältemittel sehr gering sind. Weitere Treibhausgasemissionen entstehen laut Umweltbundesamt, wenn das Kältemittel bei Herstellung, Betrieb oder Entsorgung der Wärmepumpe entweicht — ein Grund, warum Dichtheit und Wartung des Kältekreislaufs auch regulatorisch relevant sind. Frühere Förderregeln sahen für Anlagen mit natürlichen Kältemitteln bis 20.07.2026 einen eigenen Effizienzbonus von 5 % vor; ab dem 21.07.2026 entfällt dieser separate Effizienzbonus nach den aktuellen KfW-Regeln, die Grundförderung von 30 % bleibt jedoch unverändert bestehen. Mehr zu den aktuellen Fördersätzen liefert der Beitrag zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.

Wie unterscheiden sich Komponenten-JAZ und System-JAZ in der Praxis?

In Feldmessungen wird der Unterschied zwischen Komponenten- und Systemeffizienz sichtbar, wenn separate Stromzähler an Wärmepumpe, Wärmequelle, Heizstab sowie Heizkreis- und Trinkwarmwasserpumpe installiert werden und die erzeugte Heizenergie über einen Wärmemengenzähler erfasst wird: Die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe selbst fällt dann regelmäßig höher aus als die JAZ des Gesamtsystems.
JAZ gesamt = abgegebene Heizwärme (kWh) ÷ gesamter Stromverbrauch der Anlage (kWh)
Die Komponenten-JAZ bildet die reine Effizienz der Wärmepumpe selbst ab, ohne die Stromaufnahme der übrigen Anlagenkomponenten. Die niedrigere System-JAZ ergibt sich, sobald der Hilfsenergiebedarf von Steuerung, Umwälzpumpen und elektrischem Zuheizer (Heizstab) in die Gesamtrechnung einfließt. Das verdeutlicht, warum Herstellerangaben zum COP nach DIN EN 14511 — gemessen unter Laborbedingungen ohne Systemperipherie — von der real gemessenen Jahresarbeitszahl einer Anlage im Feldbetrieb abweichen können.

Was kostet Wartung und Reinigung des Verdampfers?

Die Wartung des Verdampfers ist Teil der regulären Wärmepumpen-Wartung und bei Anlagen mit fluorierten Kältemitteln durch die F-Gase-Verordnung rechtlich vorgeschrieben, da diese Verordnung regelmäßige Dichtheitskontrollen zur Vermeidung von Kältemittel-Leckagen verlangt.
  • Eine Sichtkontrolle von Lamellen, Gitter und Kondensatablauf gehört zum Kernbestandteil jeder regulären Wärmepumpen-Wartung.
  • Bei Luft-Verdampfern verhindert das Freihalten von Verschmutzungen eine verstärkte Vereisung und einen sinkenden Luftdurchsatz.
  • Bei Sole- und Wasser-Verdampfern prüft der Fachbetrieb Druckabfall und Durchfluss als Indikator für Ablagerungen im Wärmetauscher.
  • Die Dichtheitsprüfung des Kältekreislaufs nach F-Gase-Verordnung ist bei Anlagen mit fluorierten Kältemitteln ab einer bestimmten Füllmenge Pflicht und wird durch zertifizierte Fachbetriebe durchgeführt.
Konkrete Kosten für Reinigung und Wartung hängen stark von Anlagentyp, Zugänglichkeit und regionalem Handwerkerpreis ab; eine detaillierte Aufschlüsselung der Wartungsintervalle und -pflichten für die gesamte Wärmepumpe findet sich im Wartungsleitfaden für Wärmepumpen.

FAQ

Häufige Fragen

Ist Vereisung des Verdampfers im Winter normal?

Ja, Vereisung des Verdampfers ist bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Winter ein normaler physikalischer Prozess. Sie entsteht, wenn feuchte Außenluft am kalten Verdampfer kondensiert und gefriert. Die Anlage baut die Eisschicht über automatische Abtauzyklen — meist per Heißgasabtauung — selbstständig wieder ab. Problematisch wird die Vereisung erst, wenn sie sehr stark ist, häufig wiederkehrt oder trotz aktiver Abtau-Automatik nicht vollständig verschwindet.

Woran erkenne ich einen defekten Verdampfer?

Typische Anzeichen für einen technischen Defekt am Verdampfer, im Unterschied zur normalen Wintervereisung, sind: dauerhaft dicke oder wiederkehrende Eisschichten, die auch nach Abtauzyklen nicht verschwinden spürbar sinkende Heizleistung ohne erkennbare Ursache in der Außentemperatur deutlich steigender Stromverbrauch bei gleichbleibenden Witterungsbedingungen sichtbare Korrosionsspuren oder Ölflecken am Gehäuse als Hinweis auf eine Kältemittel-Leckage

Wie oft sollte der Verdampfer gereinigt werden?

Die sinnvolle Reinigungsfrequenz richtet sich nach Aufstellort und Verschmutzungsgrad. Ein Fachbetrieb prüft den Verdampfer im Rahmen der regulären, meist jährlichen Wärmepumpen-Wartung auf Verschmutzung und reinigt Lamellen sowie Gitter bei Bedarf. An stark belasteten Standorten — etwa in der Nähe von Feldern, verkehrsreichen Straßen oder Industrieanlagen — kann eine häufigere Kontrolle sinnvoll sein.

Was kostet der Austausch eines Verdampfers?

Belastbare, aktuelle Preisdaten für einen kompletten Verdampfer-Austausch liegen aus den amtlichen Quellen dieses Artikels nicht vor. Die Kosten hängen stark von Anlagentyp, Verdampfer-Bauart und regionalem Handwerkerpreis ab; ein Fachbetrieb sollte für eine verbindliche Einschätzung einen konkreten Kostenvoranschlag erstellen.

Quellen

  1. Umweltbundesamt — Wärmepumpen (natürliche Kältemittel, Funktionsweise, Förderung)
  2. Umweltbundesamt — Funktionsweise (Kältekreislauf, Verdampfer/Verdichter/Verflüssiger)
  3. Umweltbundesamt — Umgebungswärme und Wärmepumpen
  4. Umweltbundesamt — Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel (Feldmonitoring)
  5. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

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