Das Wichtigste in Kürze
- Der Gaspreis für Haushaltskunden bleibt 2026 durch CO₂-Aufschlag und steigende Netzentgelte unter Druck, auch wenn viele Bestandskunden zunächst von auslaufenden Altverträgen profitieren.
- Der CO₂-Preis auf Gas liegt 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne und macht je nach oberem Korridorwert bis zu 1,55 Ct/kWh brutto der Gasrechnung aus.
- Die Gasspeicherumlage wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft, die Kosten trägt seither der Bundeshaushalt über den Klima- und Transformationsfonds.
- Netzentgelte für Gas steigen 2026 regional unterschiedlich stark, während Stromnetzentgelte durch einen milliardenschweren Bundeszuschuss sinken.
- Ab 2028 übernimmt das europäische EU-ETS 2 die CO₂-Bepreisung von Gebäuden und Verkehr vom nationalen BEHG.
- Eine Wärmepumpe heizt bei einem typischen Jahresarbeitszahl-Wert bereits heute günstiger als eine Gasheizung, insbesondere in Kombination mit einem günstigen Wärmepumpentarif.
Was kostet Gas 2026 pro kWh für Haushaltskunden?
Vertragstyp | Preisniveau | Charakteristik |
Neukunden (Preisgarantie) | Tendenziell günstiger als Grundversorgung | Abhängig vom Marktumfeld bei Vertragsabschluss |
Bestandskunden (Laufzeitvertrag) | Relativ stabil | Durch bestehende Konditionen abgesichert |
Grundversorgung | Teuerste Option | Regional unterschiedlich, kein Wechselaufwand |
Woraus setzt sich der Gaspreis 2026 zusammen?
Komponente | Beschreibung |
Beschaffung und Vertrieb | Größter Kostenblock, abhängig vom Großhandelspreis |
Netzentgelte (inkl. Messung) | Regional unterschiedlich, wird von der Bundesnetzagentur reguliert |
CO₂-Preis (BEHG) | Nationale Abgabe auf fossile Brennstoffe |
Mehrwertsteuer | Gesetzlich 19 % auf den Nettopreis |
Erdgassteuer | Bundeseinheitliche Verbrauchssteuer |
Konzessionsabgabe | Abgabe an die Kommune für die Netznutzung |
Wie hoch ist der CO₂-Preis auf Gas 2026 und wie wird er berechnet?
Wie hat sich der CO₂-Aufschlag seit 2021 entwickelt?
Jahr | CO₂-Preis-Mechanismus | Tendenz für Haushaltskunden |
2021 | Einführung BEHG, niedriger Festpreis | Deutlich geringere Mehrbelastung als heute |
2024–2025 | Steigender Festpreis-Korridor | Kontinuierlich zunehmende Mehrbelastung |
2026 | Übergang zu Auktionssystem, Korridor 55–65 €/t | Bis zu 1,55 Ct/kWh brutto Aufschlag |
ab 2028 | Übergang zum EU-ETS 2 | Weiter steigende Tendenz erwartet |
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Was ist der Unterschied zwischen BEHG und EU-ETS 2?
Warum steigen die Netzentgelte für Gas 2026?
Faktor | Wirkung auf Netzentgelt |
Sinkender Gasverbrauch | Fixkosten verteilen sich auf weniger kWh → Entgelt pro kWh steigt |
Umstieg auf Wärmepumpen | Reduziert die Kundenbasis der Gasnetze weiter |
Regionale Netzstruktur | Bestimmt das Ausmaß des Anstiegs je Bundesland |
Staatliche Stromnetz-Subvention | Betrifft nur Strom, nicht Gas — verstärkt die Preisdivergenz |
Wie wirkt sich der Gasspeicherstand auf den Gaspreis aus?
Werden die Gaspreise 2026 weiter steigen?
Wie wirkt sich das Gebäudeenergiegesetz auf Gasheizungen aus?
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Was kostet Gas 2026 im Vergleich zur Wärmepumpe?
Heizsystem | Ausgangswerte | Ungefähre Wärmekosten |
Gasheizung | Gaspreis ca. 11 Ct/kWh, Wirkungsgrad 90 % | ca. 12,3 Ct/kWh |
Wärmepumpe (Netzstrom) | Strompreis ca. 33 Ct/kWh, JAZ 3,5 | ca. 9,4 Ct/kWh |
Wärmepumpe (günstiger Tarif) | Reduzierter Effektivstrompreis, JAZ 3,5 | Deutlich unter Gaskosten |
Wie wird sich der Gaspreis bis 2030 entwickeln?
Zeitraum | Wesentlicher Preistreiber | Erwartete Tendenz |
2026–2027 | BEHG-Korridor, Netzentgelte | Moderater bis stabiler Anstieg |
ab 2028 | Übergang zum EU-ETS 2 | Beschleunigter struktureller Anstieg |
bis 2030 | Sinkende Zertifikatsmenge, sinkende Kundenbasis | Deutlich höheres Preisniveau als 2026 |
Wie können Haushaltskunden ihre Gaskosten 2026 senken?
- Tarif wechseln: Grundversorgung verlassen und über Vergleichsportale einen günstigeren Neukundentarif mit angemessener Preisgarantie sichern.
- Verbrauch senken: Durch die richtig eingestellte Heizkurve und optimierte Heizungseinstellungen den Gasverbrauch ohne Komfortverlust reduzieren.
- Wärmepumpe prüfen: Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe anhand der Jahresarbeitszahl für das eigene Gebäude mit Blick auf Fördermittel und Betriebskosten kalkulieren.
- Förderung nutzen: Die KfW-Förderung für einen Heizungstausch frühzeitig in die Finanzierungsplanung einbeziehen.
- Photovoltaik kombinieren: Bei einem späteren Umstieg auf eine Wärmepumpe die Kombination mit Photovoltaik prüfen, um die Stromkosten weiter zu senken.
FAQ
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Gaspreis 2026 im Vergleich zu 2021?
Der Gaspreis liegt 2026 deutlich über dem Niveau von 2021, das noch vor der Energiekrise galt. Der Anstieg resultiert aus höheren Beschaffungskosten, dem neu eingeführten CO₂-Preis über das BEHG und gestiegenen Netzentgelten. Das heutige Preisniveau liegt strukturell auf einem höheren Sockel als vor 2021.
Was ist die Gasspeicherumlage und warum entfällt sie 2026?
Die Gasspeicherumlage war eine 2022 eingeführte Abgabe zur Finanzierung der staatlich überwachten Speicherbefüllung. Sie wurde zum 1. Januar 2026 vollständig abgeschafft. Die Kosten übernimmt seither der Bundeshaushalt über den Klima- und Transformationsfonds, sodass sie nicht mehr auf der Gasrechnung erscheint.
Lohnt sich noch ein Gasliefervertrag 2026?
Ein Gasliefervertrag kann sich kurzfristig lohnen, wenn er die Grundversorgung ablöst und eine angemessene Preisgarantie bietet. Wirtschaftlich betrachtet verschiebt sich der Vorteil aber zunehmend zur Wärmepumpe, da die strukturellen Kostenrisiken bei Gas durch CO₂-Preis und Netzentgelte über die Vertragslaufzeit hinaus zunehmen. Ein kurzfristiger Vertrag mit Preisgarantie reduziert das Risiko, ersetzt aber keine langfristige Heizungsentscheidung.
Welche Bundesländer haben die höchsten Gas-Netzentgelte?
Die Höhe der Netzentgelte unterscheidet sich je Bundesland deutlich, abhängig von der lokalen Netzstruktur und der Geschwindigkeit des Kundenrückgangs im jeweiligen Netzgebiet. Regionen mit stärkerem Rückgang der Gaskunden verzeichnen tendenziell überdurchschnittliche Entgelterhöhungen, während Netzgebiete mit stabilerer Kundenbasis moderatere Anstiege aufweisen.
Was passiert mit dem Gaspreis nach 2028 durch EU-ETS 2?
Ab 2028 übernimmt das EU-ETS 2 die CO₂-Bepreisung für Gebäude und Verkehr vom nationalen BEHG. Die verfügbare Zertifikatsmenge sinkt dabei jährlich, was den CO₂-Preis und damit den Gaspreis mittelfristig weiter nach oben treibt. Der genaue Preispfad hängt vom europäischen Zertifikatemarkt ab, die Tendenz gilt aber als klar steigend.
Wie berechne ich meinen persönlichen CO₂-Aufschlag auf Gas?
Der persönliche CO₂-Aufschlag lässt sich nach gängiger Berechnungsmethode aus dem Emissionsfaktor (t CO₂/kWh) und dem CO₂-Preis (€/t) ermitteln. Für den Emissionsfaktor von Erdgas (laut BAFA rund 0,000201 t CO₂/kWh) und den jeweils gültigen CO₂-Preis im BEHG-Korridor ergibt sich so der ungefähre Bruttoaufschlag in Ct/kWh. Multipliziert mit dem eigenen Jahresverbrauch in kWh liefert das eine Schätzung der jährlichen CO₂-bedingten Mehrbelastung.
Quellen
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