Stand: 25.08.2026
Die Vaillant aroSTOR ist eine Luft/Wasser-Warmwasser-Wärmepumpe, die ausschließlich Trinkwasser erwärmt und dabei Raum- oder Außenluft als Wärmequelle nutzt. Sie ersetzt keine Raumheizung, sondern ergänzt bestehende Heizsysteme bei der Warmwasserbereitung. Hersteller ist die Vaillant Group, ein Heiztechnikkonzern mit Sitz in Remscheid. Ein Kompressor verdichtet das Kältemittel R290 (Propan) und überträgt die aus der Luft entzogene Wärme über einen Kältekreislauf an das Wasser im integrierten Speicher. Als Luft/Wasser-Gerät gewinnt die aroSTOR die Energie bis zu einer Lufttemperatur von -7 °C, wie Vaillant für die Modellreihe angibt.
Anders als die
Raumheizungs-Wärmepumpen aroTHERM und aroTHERM plus heizt die aroSTOR keine Räume. Vaillant positioniert sie als Ergänzung zu bestehenden Gas-Brennwertgeräten oder als Baustein in Hybridsystemen, wodurch die Warmwasserbereitung von der Raumheizung entkoppelt und auf eine strombasierte, teilweise erneuerbare Wärmequelle umgestellt wird.
aroSTOR plus ist die aktuelle Modellgeneration und erreicht laut Vaillant einen bis zu 11 % höheren COP gegenüber dem Vorgängermodell sowie mehr als das 3,4-fache an Wärme im Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie. Die Baureihen unterscheiden sich zusätzlich durch das Kürzel B oder BM: B-Modelle arbeiten rein elektrisch ohne Wärmetauscher, BM-Modelle besitzen einen internen Wärmetauscher zur Einbindung eines externen Wärmeerzeugers wie einer Solarthermie- oder Heizungsanlage.
Bei der Speichergröße gilt laut Hersteller: Ein Modell mit 260 Litern liefert Warmwasser für vier bis fünf Personen; das kleinere Modell mit 200 Litern eignet sich für entsprechend weniger Personen im Haushalt.
Modell | Generation | Speichervolumen | Wärmetauscher |
VWL B 200/6 | aroSTOR plus | ca. 200 Liter | ohne |
VWL BM 200/6 | aroSTOR plus | ca. 194–200 Liter | mit |
VWL B 260/6 | aroSTOR plus | ca. 260 Liter | ohne |
VWL BM 260/6 | aroSTOR plus | ca. 252–260 Liter | mit |
VWL B/BM 200/5 · 270/5 | aroSTOR (Vorgänger, 5er-Serie) | 195–270 Liter | je nach Kürzel |
Die ältere fünfte Serie bleibt am Markt verfügbar, bietet die PV-Ready- und Smart-Grid-Funktionen der aroSTOR plus jedoch nicht. Ältere, im Handel weiterhin zitierte COP-Werte um 2,99 bis 3,58 und die Klasseneinstufung A+ beziehen sich auf diese Vorgängergeneration, nicht auf einen bestätigten Absolutwert der aroSTOR plus.
Der COP der aroSTOR bezeichnet das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung nach dem Prüfstandard EN 16147. Für die Vorgängergeneration (5er-Serie) sind am Markt COP-Werte zwischen 2,99 und 3,58 dokumentiert, verbunden mit der Energieeffizienzklasse A+. Für die aroSTOR plus gibt Vaillant eine relative Verbesserung von bis zu 11 % gegenüber diesem Vorgängerwert an, ohne einen eigenen Absolutwert öffentlich zu benennen.
COP = Nutzwärmeleistung (kW) ÷ elektrische Leistungsaufnahme (kW)
Beispiel (Vorgängergeneration, Prüfpunkt A7/W55 nach EN 16147): Bei einer Nutzwärmeleistung von rund 1,26 kW und einer elektrischen Leistungsaufnahme von rund 0,42 kW ergibt sich ein COP von rund 2,99 – aus 1 kWh Strom entstehen damit rund 3 kWh nutzbare Wärme, der Rest stammt aus der angesaugten Luft.
Die aroSTOR nutzt als Kältemittel R290 (Propan) mit einer Füllmenge von 0,15 kg. Für das Treibhauspotenzial (GWP) dieses Kältemittels kursieren zwei Werte: GWP 3 nach der branchenüblichen IPCC-AR4-Basis und GWP 0,02 nach der neueren IPCC-AR6-Basis (2021), die Vaillant selbst nennt. Beide Werte sind rechnerisch korrekt, beruhen aber auf unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen des Weltklimarats. R290 ist als reiner Kohlenwasserstoff nicht fluoriert und fällt damit nicht unter die HFKW-Regel der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573. Der ältere GWP-Wert 3 stammte aus der bisherigen Berechnungspraxis; die aktuelle Einordnung nach IPCC-AR6-Basis setzt den GWP-Wert von R290 auf 0,02 herab.
CO₂-Äquivalent (t) = Füllmenge (kg) × GWP ÷ 1.000
Beispiel: 0,15 kg × 3 ÷ 1.000 = 0,00045 t CO₂-Äq. auf AR4-Basis; 0,15 kg × 0,02 ÷ 1.000 = 0,000003 t CO₂-Äq. auf AR6-Basis – je nach Berechnungsgrundlage liegt der Wert um den Faktor 150 auseinander.
R290 ist bei bestimmungsgemäßem Betrieb sicher, da die geringe Füllmenge deutlich unter sicherheitsrelevanten Schwellen liegt. Als natürliches Kältemittel (Kohlenwasserstoff) fällt R290 nicht unter die Dichtheitsprüfpflicht der F-Gase-Verordnung, die ausschließlich für fluorierte Kältemittel gilt — mehr zu den
F-Gase-Fristen für Kältemittel wie R32. Propan ist als Kohlenwasserstoff
leicht entzündlich, weshalb ein zertifizierter Fachbetrieb die vom Hersteller vorgegebenen Sicherheitsabstände bei der Installation einhalten muss.
Warmwasser-Wärmepumpen wie die aroSTOR liegen als Gerätekategorie im Marktvergleich deutlich über einem klassischen Elektroboiler und benötigen zusätzlich eine fachgerechte Installation mit Luftkanal. Eine reine Warmwasser-Wärmepumpe ist nicht als eigenständige Einzelmaßnahme förderfähig: Das BEG-Regelwerk (KfW-458) setzt voraus, dass eine Wärmepumpe primär der Raumheizung oder kombiniert der Raumheizung und Warmwasserbereitung dient.
Kostenposition | Einordnung |
Gerätepreis (Marktangebote) | im mittleren einstelligen Tausenderbereich, modellabhängig |
Installation & Inbetriebnahme durch Fachbetrieb | deutlich über dem Gerätepreis, abhängig von Aufstellort und Luftkanallänge |
Jährlicher Wartungsvertrag | laufender Kostenposten zusätzlich zur Anschaffung |
Ab dem
21.07.2026 gilt für die BEG-Heizungsförderung ein neues Regelwerk: Die Grundförderung liegt bei
30 %, die förderfähigen Kosten sind auf
28.000 € für die erste Wohneinheit gedeckelt, und ein nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen gestaffelter Einkommensbonus reicht von
40 % (bis 30.000 € Einkommen) über
30 % (bis 40.000 €) bis
10 % (bis 50.000 €). Die Förderobergrenze liegt bei
70 %, für Einkommen bis 40.000 € bei bis zu
80 %. Diese Sätze gelten für die geförderte
Hauptheizung; die aroSTOR selbst kann als Umfeldmaßnahme im Zuge einer solchen Heizungserneuerung zum gleichen Fördersatz mitgefördert werden, ist aber ohne diese Verknüpfung nicht eigenständig zuschussfähig. Zuständig für die Antragstellung ist die
KfW über das Portal "Meine KfW".
Die passende Speichergröße richtet sich nach der Personenzahl im Haushalt: Ein 200-Liter-Modell eignet sich laut Hersteller für drei bis vier Personen, ein 260-Liter-Modell für vier bis fünf Personen. Die Installation erfolgt über einen Fachbetrieb, der das Gerät im Umluft- oder Außenluftbetrieb anschließt.
- Im Umluftbetrieb entzieht die aroSTOR der Raumluft einen Großteil der benötigten Wärmeenergie – der Aufstellraum kühlt dabei spürbar ab.
- Im Außenluftbetrieb wird kalte Außenluft über einen Luftkanal angesaugt, wodurch der Aufstellraum thermisch entkoppelt bleibt.
- In Kellerräumen ist die Abkühlung durch den Umluftbetrieb meist unproblematisch, in ganzjährig genutzten Hauswirtschaftsräumen kann sie störend wirken.
- Der eingebaute Legionellenschutz erhitzt das Wasser werkseitig auf 60 °C, mit zugeschalteter Zusatzheizung sind bis zu 65 °C möglich.
Die aroSTOR plus ist PV-Ready und Smart-Grid-fähig und lässt sich über eine Steuerungsschnittstelle mit einem externen PV-Wechselrichter oder Energiemanagementsystem koppeln. Sobald ein Überschuss an Solarstrom gemeldet wird, verlagert die Steuerung den Betrieb des Kompressors bevorzugt in diese Zeiten und erwärmt das Wasser auf die reguläre Zieltemperatur von 60 °C. Bei besonders hohem PV-Ertrag kann zusätzlich eine elektrische Zusatzheizung zugeschaltet werden, die die Warmwassertemperatur weiter anhebt. Dadurch steigt der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms am Gesamtverbrauch des Haushalts – ein Funktionsvorteil gegenüber der älteren, nicht PV-fähigen Vorgängerserie.
Bei Innenaufstellung liegt die aroSTOR plus laut Herstellerangabe in einem Schallleistungsbereich, der vergleichbar mit einem ruhigen Gespräch ist; bei Außenaufstellung fällt der Wert etwas niedriger aus. Der elektrische Anschluss erfolgt über einen üblichen Haushaltsstromkreis, wobei die elektrische Leistungsaufnahme der Wärmepumpe durch eine optionale Zusatzheizung von 1,5 kW ergänzt werden kann. Für die Innenaufstellung in Keller oder Hauswirtschaftsraum ist in der Regel kein zusätzlicher baulicher Schallschutz erforderlich.
Vaillant gewährt für die aroSTOR eine Herstellergarantie von 24 Monaten ab Installationsdatum, vorausgesetzt ein anerkannter Fachbetrieb hat sie installiert. Eine Verlängerung ist – anders als bei anderen Vaillant-Wärmepumpen – nicht möglich: Die aroSTOR ist ausdrücklich vom erweiterten GarantiePLUS-Programm ausgeschlossen, das für Modelle wie aroTHERM plus eine Verlängerung auf 5 Jahre ermöglicht. Auch in der EHPA-Gütesiegel-Datenbank ist derzeit kein aroSTOR-Modell gelistet, während mehrere Vaillant-Raumheizungswärmepumpen dort mit Zertifikatsnummern erfasst sind.
Im Wettbewerbsvergleich positioniert sich die aroSTOR plus im mittleren bis oberen Effizienzbereich der Produktkategorie Warmwasser-Wärmepumpe, ohne den höchsten dokumentierten COP-Wert im Markt zu erreichen.
Modell | Kältemittel | Speichervolumen | Effizienzeinordnung |
Vaillant aroSTOR (plus) | R290 | ca. 200–260 Liter | gehobenes Mittelfeld, PV-Ready |
Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus | R290 | ca. 300 Liter | oberes Marktsegment nach dokumentierten COP-Werten |
Viessmann Vitocal 060-A | R290 | ca. 254 Liter | Mittelfeld |
Buderus Logatherm WPT | R513A | ca. 200–260 Liter | Mittelfeld, fluoriertes Kältemittel |
Bosch Compress 5000 DW | R513A | ca. 200–260 Liter | Mittelfeld, fluoriertes Kältemittel |
Anders als Buderus und Bosch, die mit dem fluorierten Kältemittel
R513A arbeiten, setzen Vaillant und Stiebel Eltron auf das klimafreundlichere
R290 mit deutlich niedrigerem Treibhauspotenzial. Wer eine reine
Brauchwasserwärmepumpe als Alternative prüft, findet dort weitere Modelle im direkten Vergleich.
- Verkürzte Herstellergarantie: Nur 24 Monate statt der 5 Jahre, die Vaillant über GarantiePLUS für andere Wärmepumpenserien einräumt – Reparaturkosten nach Ablauf trägt der Betreiber vollständig selbst.
- Fehlende unabhängige Zertifizierung: Weder die EHPA-Gütesiegel-Datenbank noch der Blaue Engel führen derzeit ein aroSTOR-Modell, sodass Käufer Effizienzangaben nicht gegen ein unabhängiges Prüfsiegel abgleichen können.
- Abkühlung des Aufstellraums: Im Umluftbetrieb entzieht die aroSTOR der Raumluft einen erheblichen Teil der benötigten Wärmeenergie, was in beheizten Hauswirtschaftsräumen als störend empfunden werden kann.
- Brennbarkeit des Kältemittels R290: Propan ist leicht entzündlich, weshalb die Installation zusätzlichen Sicherheitsauflagen für den Aufstellort unterliegt.
Eigenständig ist die aroSTOR nach dem ab 21.07.2026 geltenden BEG-Regelwerk nicht förderfähig, da die KfW-458-Heizungsförderung eine Wärmepumpe voraussetzt, die primär der Raumheizung oder kombiniert der Raumheizung und Warmwasserbereitung dient. Eine reine Trinkwasserwärmepumpe wie die aroSTOR kann jedoch als Umfeldmaßnahme im Zuge einer geförderten Heizungserneuerung zum Fördersatz der Hauptheizung mitgefördert werden. Zuständig für die Antragstellung ist die KfW; eine gesonderte Förderung der aroSTOR ohne begleitende Heizungserneuerung ist nach den derzeit verfügbaren Quellen nicht vorgesehen.
Wärmepumpen setzen sich am deutschen Wohnungsmarkt zunehmend durch, wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) meldet. Knapp
73,6 % der rund 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland nutzen laut Destatis hauptsächlich Wärmepumpen zur Erzeugung der Heizenergie. Diese Entwicklung betrifft in erster Linie Heizungs-Wärmepumpen; für reine Trinkwasser-Wärmepumpen wie die aroSTOR liegen keine gesonderten amtlichen Absatzzahlen vor. Luft/Wasser-Wärmepumpen bleiben nach Marktbeobachtung das verbreitetste System unter den Heizungs-Wärmepumpen; ein Systemvergleich findet sich in der Übersicht zur
Trinkwasserwärmepumpe.
Die aroSTOR lohnt sich für Eigentümer, die ihre Warmwasserbereitung unabhängig von der bestehenden Heizung auf eine strombasierte Wärmequelle umstellen möchten, ohne die komplette Heizungsanlage zu erneuern.
Profil | Empfehlung |
Bestandsgebäude mit Gas-Brennwertgerät und Kellerraum | Geeignet – die aroSTOR ergänzt die Heizung, Abkühlung des Kellers ist meist unkritisch |
Haushalt mit PV-Anlage und Eigenverbrauchsziel | Geeignet – der PV-Modus der aroSTOR plus verlagert den Verbrauch in Überschusszeiten |
Hauswirtschaftsraum ohne Kellerersatz, ganzjährig genutzt | Bedingt geeignet – Abkühlung des Raums über Außenluftbetrieb umgehen |
Neubau ohne bestehendes Heizsystem | Ungeeignet – die aroSTOR ersetzt keine Raumheizung, aroTHERM plus prüfen |
Sanierung mit Fokus auf Förderquote | Bedingt geeignet – nur als Umfeldmaßnahme zur Hauptheizung förderfähig, nicht einzeln |
Nein, die aroSTOR erwärmt ausschließlich Trinkwasser im integrierten Speicher. Für die Raumheizung bietet Vaillant separate Modelle wie die aroTHERM plus an, die auf einem eigenständigen Kältekreislauf basieren und Heizwasser statt Trinkwasser erwärmen.
Die aroSTOR plus bewegt sich im Bereich eines ruhigen Gesprächs und liegt bei Außenaufstellung etwas niedriger als bei Innenaufstellung. Für die Innenaufstellung in Keller oder Hauswirtschaftsraum ist damit in der Regel kein separater baulicher Schallschutz notwendig.
Die PV-Kopplung lohnt sich für Haushalte mit eigener Solarstromerzeugung, da die aroSTOR plus den Kompressorbetrieb bevorzugt in Zeiten mit Solarüberschuss verlagert. Dadurch steigt der Eigenverbrauchsanteil des Haushalts, ohne dass zusätzliche Steuerungshardware außerhalb der vorgesehenen Schnittstelle erforderlich ist.
Ein Modell mit 200 Litern Speichervolumen eignet sich laut Hersteller für drei bis vier Personen, ein Modell mit 260 Litern für vier bis fünf Personen. Für größere Haushalte oder erhöhten Warmwasserbedarf ist die größere Speichervariante die passendere Wahl.
VWL-B-Modelle arbeiten rein elektrisch über den Kältekreislauf ohne zusätzlichen Wärmetauscher. VWL-BM-Modelle besitzen einen internen Wärmetauscher, über den sich ein externer Wärmeerzeuger wie eine Solarthermie- oder Heizungsanlage einbinden lässt.
Vaillant gewährt für die aroSTOR eine Herstellergarantie von 24 Monaten ab Installationsdatum durch einen anerkannten Fachbetrieb. Eine Verlängerung über das GarantiePLUS-Programm auf 5 Jahre, wie sie für andere Vaillant-Wärmepumpen möglich ist, schließt der Hersteller für die aroSTOR ausdrücklich aus.
Eigenständig ist die aroSTOR nach dem BEG-Regelwerk ab 21.07.2026 nicht förderfähig, da die KfW-458-Heizungsförderung eine primär raumheizende Wärmepumpe voraussetzt. Im Rahmen einer geförderten Heizungserneuerung kann sie jedoch als Umfeldmaßnahme zum Fördersatz der Hauptheizung mitgefördert werden.