Stand: 15.07.2026
Die Bosch Compress 5800i AW ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise, die der Außenluft Wärme entzieht und damit Heizung und Warmwasser eines Wohngebäudes versorgt. Sie stammt von der Bosch Home Comfort Group, dem Heizungs- und Klimatechnik-Geschäftsbereich des Bosch-Konzerns. Das Gerät nutzt das
natürliche Kältemittel R290 (Propan) und arbeitet mit einer maximalen Vorlauftemperatur von
60 °C. Als Monoblock trägt die 5800i AW alle kältemitteltechnischen Bauteile — Verdichter, Verdampfer, Verflüssiger und Expansionsventil — in der Außeneinheit; zwischen Außen- und Inneneinheit fließt nur Heizungswasser.
Das Funktionsprinzip beruht auf dem linkslaufenden Kältekreis: Das Propan verdampft bei niedrigem Druck und nimmt dabei Umgebungswärme auf. Der invertergeregelte Rotationsverdichter verdichtet den entstandenen Dampf, wodurch dessen Temperatur steigt. Im Verflüssiger gibt das Kältemittel diese Wärme an den Heizkreis ab.
Die Abkürzung AW steht für Luft-Wasser (Air-Water), das i kennzeichnet die internetfähige Regelung. Wichtig ist die Abgrenzung zur baugleichen Außeneinheit der Bosch Compress 6800i AW: Beide teilen Verdichter, Ventilator und Kältekreis, doch die
6800i AW erreicht durch ihre Hochtemperatur-Inneneinheit bis 75 °C Vorlauf, während die 5800i bei 60 °C endet.
Die Bosch Compress 5800i AW ist in fünf Außeneinheit-Größen mit Nennwärmeleistungen von 3,9 bis 11,6 kW erhältlich, kombiniert mit drei Inneneinheit-Varianten. Die Typenbezeichnung verschlüsselt die Stromanschlussart: OR-S bedeutet einphasig, OR-T dreiphasig.
Modell | Heizleistung A-7/W35 | COP A7/W35 | SCOP 35 °C | Anschluss | Kältemittel |
AW 4 OR-S | 3,9 kW | 4,8 | 4,58 | 230 V | 0,95 kg R290 |
AW 5 OR-S | 5,4 kW | 4,8 | 4,57 | 230 V | 0,95 kg R290 |
AW 7 OR-S | 6,7 kW | 4,8 | 4,58 | 230 V | 0,95 kg R290 |
AW 10 OR-T | 9,6 kW | 4,8 | 4,77 | 400 V | 1,6 kg R290 |
AW 12 OR-T | 11,6 kW | 4,8 | 4,66 | 400 V | 1,6 kg R290 |
Bei der Inneneinheit wählt der Fachbetrieb zwischen drei Bauformen:
- CS5800iAW 12 E — wandhängende Kompaktzentrale ohne integrierten Speicher; Warmwasser- und Pufferspeicher werden extern gesetzt.
- CS5800iAW 12 M — bodenstehender Tower mit integriertem 180-Liter-Warmwasserspeicher und Pufferspeicher, die platzsparende Komplettlösung für das Einfamilienhaus.
- CS5800iAW 12 MB — Kompaktmodul mit Pufferspeicher, aber ohne Warmwasserspeicher; geeignet, wenn ein vorhandener Warmwasserspeicher weitergenutzt wird.
Alle drei Inneneinheiten werden über das Farb-Touchdisplay UI 800 bedient.
Die Bosch Compress 6800i AW teilt sich das identische Außengerät mit der 5800i AW — der Unterschied liegt in der Inneneinheit und der Regelungssoftware. Die 6800i AW erreicht dadurch eine maximale Vorlauftemperatur von 75 °C, während die 5800i AW bei 60 °C endet.
Merkmal | Bosch 5800i AW | Bosch 6800i AW |
Max. Vorlauftemperatur | 60 °C | 75 °C |
Zielgebäude | Neubau, sanierter Bestand mit Flächenheizung | Unsanierter Altbau mit Heizkörpern |
Außeneinheit | baugleich | baugleich |
Kältemittel | R290 | R290 |
Wer die beiden Modelle verwechselt, kauft für einen Heizkörper-Altbau die falsche Maschine: Reicht die Vorlauftemperatur nicht, springt der elektrische Zuheizer häufiger ein und treibt die Stromkosten.
Die Bosch Compress 5800i AW erreicht einen COP von 4,8 bei A7/W35 und einen SCOP bis 4,77 bei 35 °C Vorlauf, woraus die Energieeffizienzklasse A+++ resultiert. Bei 55 °C Vorlauf sinkt der SCOP je nach Modellgröße auf 3,32 bis 3,64.
Der COP beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom in einem einzelnen Prüfpunkt. Der SCOP mittelt dieses Verhältnis über eine ganze Heizsaison und ist deshalb die aussagekräftigere Kennzahl für den Vergleich zwischen Modellen.
COP = abgegebene Heizleistung (kW) ÷ elektrische Leistungsaufnahme (kW)
Beispiel AW 7 OR-S bei A7/W35: Bei einer Heizleistung von 6,7 kW und einem COP von 4,8 laut Datenblatt ergibt sich eine elektrische Leistungsaufnahme von 6,7 kW ÷ 4,8 = 1,40 kW. Aus 1,40 kW Strom entstehen damit 6,7 kW Wärme.
Vorlauftemperatur | SCOP (AW 10) | Energieeffizienzklasse | Typische Anwendung |
35 °C | 4,77 | A+++ | Fußbodenheizung, Neubau |
55 °C | 3,64 | A++ | Niedertemperatur-Heizkörper |
Der Schalldruckpegel liegt in 3 Metern Entfernung im Nachtmodus bei rund 28,5 dB(A) — leiser als ein ruhiges Gespräch. Die Aufstellfläche der Außeneinheit beträgt nur 0,36 m².
Ja, die Bosch Compress 5800i AW ist technisch baugleich mit der Buderus Logatherm WLW176i AR — beide Modelle teilen Kältekreis, Verdichter und Ventilator. Diese Plattformstrategie erklärt, warum Installateure beide Marken anbieten, obwohl sich die Geräte im Kern gleichen.
Buderus, Bosch, Junkers und Worcester gehören zur selben Bosch Home Comfort Group. Wichtig für die Testnoten-Frage: Die WLW176i AR ist das Schwestermodell der 5800i AW — nicht zu verwechseln mit der
WLW186i AR, dem Schwestermodell der leistungsstärkeren 6800i AW. Für die WLW176i AR liegt kein öffentliches Testergebnis der Stiftung Warentest vor.
Die Bosch Compress 5800i AW kostet 2026 als Gerät zwischen 8.000 und 14.000 €, komplett installiert inklusive Speicher, Hydraulik und Elektrik 25.000 bis 35.000 € vor Abzug der Förderung. Bosch selbst nennt auf der Produktseite keine Preise.
Konkrete Marktpreise zeigen die Spanne: Ein 7-kW-Komplettsystem aus Außeneinheit AW 7, Inneneinheit 12 E und Speichern kostet im Fachhandel rund 9.549 €, ein vergleichbares Paket mit Speicher-Inneneinheit bis 12.999 €.
Kostenposten | Betrag |
Wärmepumpen-Paket (10 kW) | 13.500 € |
Speicher & Material | 5.500 € |
Arbeit & Elektrik | 7.500 € |
Fundament & Inbetriebnahme | 2.000 € |
Gesamtinvestition (vor Förderung) | 28.500 € |
Die Installationskosten ohne Gerät hängen stark vom Einzelfall ab: Demontage der Altheizung, hydraulische Installation, Elektroarbeiten sowie Fundament und Außenarbeiten treiben die Summe in einem Bestandsbau mit umfangreicher Anpassung des Heizkreises deutlich nach oben.
Ab dem 21.07.2026 gilt für die Bosch Compress 5800i AW ein neu geordnetes KfW-Förderregime im Programm 458: Die Grundförderung bleibt bei 30 %, doch der bisherige Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel entfällt vollständig. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 %.
Bis zum 20.07.2026 galt noch eine andere Struktur: 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus plus 20 % Klimageschwindigkeitsbonus plus pauschal 30 % Einkommensbonus bei Haushaltseinkommen bis 40.000 €, gedeckelt auf 70 % und 30.000 € förderfähige Kosten. Diese Werte sind seit 21.07.2026 nicht mehr aktuell.
Die neue Struktur ab 21.07.2026 sieht einen gestaffelten Einkommensbonus vor: 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 €, 30 % zwischen 30.000 und 40.000 € sowie 10 % zwischen 40.000 und 50.000 €. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 28.000 € gedeckelt (bisher 30.000 €). Die Förderobergrenze liegt bei maximal 70 % der förderfähigen Gesamtkosten, für selbstnutzende Eigentümer mit Haushaltseinkommen bis 40.000 € bei bis zu 80 %.
Zuschuss = förderfähige Kosten (max. 28.000 € für die 1. Einheit) × Fördersatz (max. 70–80 %)
Beispiel: Bei einer Gesamtinvestition von 28.500 € und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 30.000 € ergeben sich 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus plus 40 % Einkommensbonus, in Summe 86 %, gedeckelt auf 70 % (beziehungsweise bis zu 80 % bei Eigennutzung). Auf die förderfähigen 28.000 € angewendet ergibt das bei 70 % einen Zuschuss von 19.600 €; der Eigenanteil sinkt entsprechend deutlich.
Laut KfW ist für das erste Quartal 2027 ein Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen geplant — dieser ist zum Redaktionsstand noch nicht in Kraft und darf nicht als aktuelle Förderregel behandelt werden. Eine offizielle Übergangsregelung für vor dem 21.07.2026 gestellte Anträge ist nicht bekannt.
Der Jahresbetrieb der Bosch 5800i AW hängt von der erreichten Jahresarbeitszahl (JAZ) ab, die je nach Auslegung, Vorlauftemperatur und Dämmstandard des Gebäudes schwankt. Ein aussagekräftiger Vergleich verschiedener Betriebsszenarien lässt sich anhand eines Rechenbeispiels mit einer beispielhaften JAZ von 3,5 nachvollziehen.
Stromverbrauch pro Jahr = Wärmebedarf (kWh) ÷ JAZ
Beispiel Referenzhaus 140 m², 12.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 3,5 (saniert, 45 °C Vorlauf): 12.000 kWh ÷ 3,5 = 3.429 kWh Stromverbrauch. Laut BDEW-Strompreisanalyse lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 bei rund 37,0 Ct/kWh. Multipliziert ergeben sich Stromkosten von rund 1.269 € pro Jahr.
Jahresarbeitszahl (Beispielwerte) | Stromverbrauch/Jahr | Stromkosten/Jahr (37,0 Ct/kWh) |
3,0 | 4.000 kWh | 1.480 € |
3,5 | 3.429 kWh | 1.269 € |
4,0 | 3.000 kWh | 1.110 € |
Weil das Kältemittel R290 mit 1,6 kg unter der 3-kg-Schwelle der F-Gase-Verordnung bleibt, entfällt die jährliche Dichtheitsprüfung — ein Kostenvorteil gegenüber Geräten mit synthetischem Kältemittel.
Die Installation der Bosch 5800i AW übernimmt ein Fachbetrieb, der die Inbetriebnahme über einen Konfigurationsassistenten am Display durchführt. Bosch gewährt eine Systemgarantie von 5 Jahren, die sich über das Programm HomeCom Pro auf 7 Jahre verlängern lässt.
Voraussetzung für die verlängerte Garantie sind die Registrierung innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme, eine durchgehende Internetverbindung über HomeCom Pro und eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb. Im Schadensfall übernimmt Bosch Reparatur oder Austausch ohne Material- und Arbeitskostenanteil.
Die Außeneinheit benötigt definierte Mindestabstände für die Luftzirkulation. Weil die 5800i AW als Monoblock ausgeführt ist, entfällt für die Installation die sonst bei Split-Geräten nötige Kältemittelschein-Zertifizierung des Installateurs — das Kältemittel bleibt vollständig in der Außeneinheit.
Nein, nicht für jeden Altbau: Die Bosch 5800i AW eignet sich für sanierte Gebäude mit Fußboden- oder Flächenheizung bis 60 °C Vorlauf, nicht aber für unsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern, die 70 bis 75 °C benötigen.
Für eine Fußbodenheizung mit Auslegungstemperaturen um 30 bis 35 °C ist die maximale Vorlauftemperatur von 60 °C reichlich bemessen. Für einen unsanierten Altbau, dessen Heizkörper an Auslegungstagen deutlich höhere Temperaturen benötigen, reicht sie hingegen nicht — hier springt sonst der elektrische Zuheizer häufiger ein und die Betriebskosten steigen. Für diesen Anwendungsfall ist die Schwester
Bosch 6800i AW mit 75 °C Vorlauf die passende Wahl.
Nein, die Bosch Compress 5800i AW selbst wurde von der Stiftung Warentest nicht direkt geprüft. Getestet wurde stattdessen das baugleiche Schwestermodell der leistungsstärkeren 6800i AW.
Im Test der Stiftung Warentest wurde die Buderus Logatherm WLW186i-10 AR E mit der Note
2,3 (gut) bewertet — dieses Modell ist baugleich mit der
Bosch Compress 6800i AW, nicht mit der 5800i AW. Die 5800i AW entspricht stattdessen der Buderus Logatherm WLW176i, für die kein öffentliches Testergebnis vorliegt. Eine Übertragung der Testnote auf die 5800i AW ist deshalb nicht zulässig. Den
aktuellen Stiftung-Warentest-Testsieger unter Luft-Wasser-Wärmepumpen bildet ein anderes Modell.
Im Vergleich mit führenden R290-Wärmepumpen liegt die Bosch 5800i AW beim SCOP im Mittelfeld und bei der Vorlauftemperatur am unteren Ende der Vergleichsgruppe. Mit 60 °C erreicht sie als einziges Modell in dieser Gruppe keinen altbautauglichen Vorlauf.
Modell | SCOP 35 °C | Max. Vorlauf | Kältemittel | Garantie |
Bosch Compress 5800i AW | 4,77 | 60 °C | R290 | 5 (+2) Jahre |
Viessmann Vitocal 250-A | 5,01 | 70 °C | R290 | 10 Jahre Verdichter |
Vaillant aroTHERM plus | bis 5,4 | 75 °C | R290 | 5 Jahre |
Stiebel Eltron WPL-A | 4,96 | 75 °C | R290 | 5 Jahre |
Der Vorteil der 5800i AW liegt im günstigeren Gerätepreis und im dichten Bosch-Servicenetz. Wer maximale Effizienz oder Altbau-Tauglichkeit sucht, findet bei Viessmann, Vaillant, Daikin oder Panasonic teils stärkere Kennwerte, während die Bosch 6800i AW innerhalb der eigenen Produktfamilie die altbautaugliche Alternative darstellt.
Die drei wiederkehrenden Schwachpunkte der Bosch 5800i AW sind die auf 60 °C begrenzte Vorlauftemperatur, eine eingeschränkte PV-Überschussmodulation und ein niedrigerer Wirkungsgrad bei der Warmwasserbereitung im Vergleich zum Heizbetrieb.
- Verwechslung von 60 °C und 75 °C im Altbau: Wird die 5800i AW in einem Heizkörper-Altbau mit hohem Vorlaufbedarf eingebaut, springt häufig der elektrische Zuheizer ein. Prävention: Vor dem Kauf den Heizwärmebedarf und die nötige Vorlauftemperatur prüfen; bei Heizkörper-Bestand zur 6800i AW mit 75 °C greifen.
- Fehlende PV-Überschuss-Modulation: Die Leistungsreduktions-Parameter für die Photovoltaik-Überschussnutzung wurden primär für die 6800i AW entwickelt und sind in der 5800i AW nicht vollständig verfügbar. Wer eine enge PV-Kopplung plant, klärt diese Funktion vor dem Kauf mit dem Fachbetrieb.
- Takten durch Überdimensionierung: Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet in der Übergangszeit deutlich häufiger als nötig, was die Jahresarbeitszahl senkt und die Lebensdauer verkürzt. Prävention: Die Leistungsgröße exakt am Heizlast-Bedarf auslegen, nicht großzügig aufrunden.
Wer den
Wärmepumpen-Stromverbrauch senken will, sollte insbesondere die Vorlauftemperatur und die Warmwasser-Zeitfenster prüfen — beides beeinflusst die reale Effizienz stärker als der Datenblattwert.