Stand: 25.08.2026
CTC ist ein 1923 in Göteborg gegründeter schwedischer Hersteller von Heizungsprodukten. Das Unternehmen hat seinen heutigen Sitz in der historischen Provinz Småland und vertreibt Wärmepumpen sowie weitere Heiztechnik weltweit. CTC produziert seit 1977 am Standort Ljungby, wo bis heute Entwicklung und Fertigung der CTC-Wärmepumpen angesiedelt sind. CTC beschreibt sich selbst als einen der führenden europäischen Heizungshersteller mit Sitz in Småland und weltweitem Vertrieb. Damit blickt die Marke auf eine mehr als hundertjährige Firmengeschichte zurück, die deutlich vor der heutigen Wärmepumpentechnik begann.
Ja, CTC ist ein schwedisches Unternehmen mit Ursprung in Göteborg und heutigem Produktionsstandort in Ljungby, in der historischen Provinz Småland. Die Fertigung wurde 1923 in Göteborg begründet und 1977 an den heutigen Werksstandort Ljungby verlegt. Die NIBE Industrier AB, heutige Konzernmutter von CTC, bezeichnet CTC in einer eigenen Pressemitteilung als die renommierteste Marke innerhalb der 2016 übernommenen Unternehmensgruppe und verweist ausdrücklich auf die schwedische Herkunft seit 1923. Die schwedische Fertigungsbasis unterscheidet CTC von rein deutschen oder österreichischen Wettbewerbermarken und bleibt auch nach der NIBE-Übernahme unverändert bestehen.
Ja, CTC gehört seit der am
28.09.2016 angekündigten Übernahme zur schwedischen
NIBE Industrier AB, einem der größten europäischen Wärmepumpenkonzerne. Zuvor war CTC Teil der britischen
Enertech Group, die NIBE im Rahmen dieser Transaktion vollständig erwarb. NIBE würdigte CTC in der eigenen Pressemitteilung als bekannteste Einzelmarke des übernommenen Firmenverbunds: „Die renommierteste der vielen bekannten Marken innerhalb der übernommenen Unternehmensgruppe ist CTC, das seit 1923 vom schwedischen Ljungby aus seine Geschäftstätigkeit betreibt." CTC produziert seither weiterhin unter eigenem Markennamen, agiert operativ aber im Konzernverbund mit anderen NIBE-Marken wie
NIBE.
Die Eigentümerkette von CTC durchlief vor der NIBE-Übernahme mehrere Stationen:
- 1923: Gründung des Unternehmens in Göteborg, Schweden.
- 1977: Verlegung von Entwicklung und Fertigung an den Standort Ljungby.
- Vor 2001: CTC ist Teil verschiedener Industriekonzerne, bevor die eigenständige Enertech Ltd als britische Holdinggesellschaft entsteht.
- 28.09.2016: NIBE Industrier AB kündigt die Übernahme des Großteils der Enertech Group an, einschließlich des operativen Deutschlandgeschäfts der Enertech GmbH.
- 2016/2017: Der Übernahmeprozess wird abgeschlossen; CTC wird Teil des NIBE-Konzerns.
Die übernommene Enertech Group beschäftigte zum Zeitpunkt der Transaktion rund 460 Mitarbeiter. Die Gruppe erzielte 2015 einen Umsatz von 830 Millionen Schwedischen Kronen bei einer operativen Marge von 4,8 Prozent. Neben CTC gehörten der Gruppe weitere Marken wie Bentone, Turboflame und Osby Parca an, die seither ebenfalls unter dem NIBE-Dach firmieren.
CTC-Wärmepumpen werden in Deutschland über den unabhängigen Heiztechnik-Fachbetrieb Wärmetechnik Berthold GmbH mit Sitz in Schlüchtern, Hessen, vertrieben. Der Betrieb wird auf Produktdatenblättern als deutscher CTC-Kontakt genannt. Diese Vertriebsstruktur unterscheidet sich von CTCs Marktauftritt in der Schweiz, wo die konzerneigene CTC Giersch AG als eigenständige Vertriebsgesellschaft firmiert. Für den deutschen Käufer bedeutet das: CTC besitzt hierzulande kein flächendeckendes, markeneigenes Händlernetz, sondern stützt sich auf einen spezialisierten Fachbetrieb als zentrale Anlaufstelle für Beratung, Bestellung und Service. Diese Fragmentierung über mehrere Ländergesellschaften ist ein Strukturmerkmal, das Käufer vor der Kaufentscheidung kennen sollten, weil es die tatsächliche Service- und Ersatzteil-Erreichbarkeit vor Ort bestimmt.
CTC bietet aktuell mehrere Luft/Wasser-Wärmepumpen-Serien an, die sich in Kältemittel, Effizienz und Leistungsbereich unterscheiden. Die folgende Tabelle stellt die zentralen Kennzahlen der Modellserien gegenüber.
Serie | SCOP (Durchschnittsklima) | Kältemittel | Leistungsbereich |
EcoAir 700M | 3,83–5,04 | R290 | Flaggschiffserie, mehrstufig |
EcoAir 600M | 4,81–4,92 | R407C | ältere Baureihe |
EcoAir 400 | k. A.* | k. A.* | Einstiegssegment |
*Für die EcoAir-400-Serie liegen keine verifizierten SCOP- und Kältemittelangaben vor; hier verweisen wir auf das aktuelle Herstellerdatenblatt.
Die EcoAir 700M-Serie ist die technologisch aktuellste Baureihe und arbeitet als erste CTC-Serie durchgehend mit dem klimafreundlichen Kältemittel R290. Die ältere EcoAir 600M-Serie erreicht im Datenblatt sogar eine höhere SCOP-Bandbreite, nutzt dafür aber das ältere Kältemittel R407C mit deutlich höherem Treibhauspotenzial.
Die aktuelle
EcoAir-700M-Serie von CTC nutzt das natürliche Kältemittel
R290 (Propan). Ältere CTC-Baureihen wie die EcoAir-600M-Serie arbeiten noch mit dem synthetischen Kältemittel
R407C. Laut Umweltbundesamt sehen die Technischen Mindestanforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude „die Installation von Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln oder synthetischen Kältemitteln mit einem geringen Treibhauspotenzial" vor. Der Wechsel zu R290 ist damit auch förderpolitisch und regulatorisch getrieben, denn die
F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 schränkt den Einsatz von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial (GWP) in neuen Kompaktgeräten zunehmend ein. R290 gilt aufgrund seines sehr niedrigen GWP als zukunftssicherer als ältere teilfluorierte Kältemittel und ist bei CTC bislang ausschließlich in der neuesten Modellserie verbaut. Wer eine ältere CTC-Baureihe in Betracht zieht, sollte die Kältemittelfrage explizit beim Fachbetrieb klären, bevor er sich für ein Modell entscheidet. Mehr zu Vor- und Nachteilen dieses Kältemittels beschreibt der Beitrag zum
Umstieg auf Propan als Kältemittel.
Die CTC EcoAir-700M-Serie erreicht laut Herstellerangabe einen SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) im europäischen Durchschnittsklima von 3,83 bis 5,04. Die ältere EcoAir-600M-Serie kommt auf eine Bandbreite von 4,81 bis 4,92. Der SCOP unterscheidet sich vom COP dadurch, dass er die Effizienz über eine gesamte Heizsaison mit wechselnden Außentemperaturen gewichtet abbildet, während der COP nur einen einzelnen Prüfpunkt beschreibt.
Jahresstromkosten = Jahreswärmebedarf (kWh) ÷ SCOP × Strompreis (€/kWh)
Beispiel: Ein Einfamilienhaus mit einem Jahreswärmebedarf von 12.000 kWh und einer CTC-Wärmepumpe mit SCOP 4,9 benötigt 12.000 kWh ÷ 4,9 = rund 2.449 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Wärmepumpen-Stromtarif führt dieser Verbrauch zu überschaubaren jährlichen Stromkosten im mittleren dreistelligen Bereich — die exakte Höhe hängt vom individuell abgeschlossenen Tarif ab. Wer die eigene Jahresarbeitszahl realistisch einordnen möchte, findet dazu Hintergründe im Beitrag zur
Jahresarbeitszahl von Wärmepumpen.
CTC-Wärmepumpen tragen mehrere europäische Zertifizierungen, die als Nachweis für Effizienz und Qualitätsstandard dienen und häufig auch Voraussetzung für staatliche Förderprogramme sind:
- Das europäische Heat Pump KEYMARK-Zertifikat, ein etablierter Effizienz- und Qualitätsnachweis für Wärmepumpen im europäischen Markt.
- Das EHPA-Gütesiegel der European Heat Pump Association.
- Die Energieeffizienzklasse A+++, die oberste Effizienzklasse im europäischen Energielabel-System für Raumheizgeräte.
Diese Zertifizierungen sind in der Praxis relevant, weil förderfähige Wärmepumpen in Deutschland grundsätzlich europäisch normierte Effizienznachweise vorweisen müssen. Ohne ein gültiges Prüfzeichen ist eine Anlage im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in der Regel nicht antragsfähig.
Nein, CTC ist in den jüngeren Testkohorten der
Stiftung Warentest für Luft/Wasser-Wärmepumpen
nicht vertreten. Getestet wurden in den vergangenen Testrunden stattdessen etablierte Marken wie
Viessmann,
Buderus,
Alpha Innotec,
Mitsubishi,
Wolf,
Stiebel Eltron und
Vaillant. Testsieger im aktuellen Testfeld ist die
Viessmann Vitocal 250-A. Für deutsche Käufer bedeutet die fehlende Testpräsenz, dass sich CTCs Effizienz- und Praxiswerte nicht anhand eines unabhängigen, standardisierten deutschen Testurteils gegen die Konkurrenz abgleichen lassen — ein Punkt, den Interessenten bei der Kaufentscheidung explizit einkalkulieren sollten. Einen vollständigen Überblick über aktuelle Testergebnisse verschiedener Hersteller bietet der Beitrag zu den
Wärmepumpen-Testsiegern im Überblick.
Für CTC-Wärmepumpen liegt kein einheitliches, öffentlich zugängliches deutsches Preisblatt vor, da der Vertrieb ausschließlich über den Fachbetrieb Wärmetechnik Berthold GmbH läuft und Endpreise projektabhängig kalkuliert werden. Die tatsächlichen Kosten setzen sich aus Gerätepreis, Installation, Pufferspeicher und individuellen baulichen Voraussetzungen zusammen und variieren entsprechend deutlich zwischen Angeboten. Interessenten sollten für ein verbindliches Angebot ein individuelles Angebot beim deutschen Vertriebspartner einholen, da eine seriöse Kosteneinschätzung ohne Objektbegehung und Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 nicht möglich ist.
Für förderfähige CTC-Wärmepumpen gilt ab dem 21.07.2026 die neu angepasste KfW-458-Heizungsförderung mit einer Grundförderung von 30 % auf förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Zusätzlich zur Grundförderung greifen ein neu gestaffelter Einkommensbonus von 40 % (Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro), 30 % (30.000 bis 40.000 Euro) oder 10 % (40.000 bis 50.000 Euro) sowie ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 %. Die Gesamtförderung ist auf maximal 70 % der förderfähigen Kosten begrenzt, für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 40.000 Euro auf bis zu 80 %.
Zuschusshöhe = förderfähige Kosten × (Grundförderung + Einkommensbonus + Klimageschwindigkeitsbonus)
Beispiel: Bei förderfähigen Kosten von 28.000 Euro, einer Grundförderung von 30 % und einem Einkommensbonus von 30 % ergibt sich ein Fördersatz von 60 % und damit ein Zuschuss von 28.000 € × 0,60 = 16.800 Euro. Der bis zum 20.07.2026 geltende pauschale Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel wie R290 sowie der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro entfallen ab dem 21.07.2026 vollständig. Details zu allen aktuellen Fördersätzen und Antragsvoraussetzungen liefert der Beitrag zur
KfW-458-Förderung 2026.
Nutzerbewertungen zu CTC-Wärmepumpen auf der Handelsplattform
Trustpilot fallen gemischt aus und beziehen sich überwiegend auf den Schweizer Markt, wo CTC über die CTC Giersch AG vertrieben wird. Einzelne Erfahrungsberichte beschreiben sowohl positive Praxiswerte als auch vereinzelte technische Probleme, ohne dass sich daraus eine statistisch belastbare Ausfallrate ableiten ließe. Für den deutschen Markt liegt derzeit kein umfangreicher, unabhängiger Erfahrungsbericht in vergleichbarem Umfang zu etablierten Marken wie Viessmann oder Stiebel Eltron vor. Wer sich über die Erfahrungen mit einem konkreten Testsieger-Modell informieren möchte, findet einen ausführlichen Praxis-Check im Beitrag zur
Viessmann Vitocal 250-A, dem aktuellen Testsieger bei Stiftung Warentest.
CTC positioniert sich als kleinere, weniger präsente Marke gegenüber etablierten deutschen Marktgrößen. Die folgende Tabelle vergleicht die zentralen Positionierungsmerkmale:
Hersteller | SCOP-Bandbreite (Herstellerangabe) | Warentest-Status | Vertriebsstruktur Deutschland |
CTC | 3,83–5,04 (EcoAir 700M) | nicht vertreten | ein Fachbetriebspartner (Wärmetechnik Berthold GmbH) |
NIBE | modellabhängig, Konzernschwester von CTC | nicht durchgängig vertreten | eigenes Händlernetz |
Viessmann | modellabhängig | aktueller Testsieger | breites Fachpartnernetz |
Stiebel Eltron | modellabhängig | regelmäßig getestet | breites Fachpartnernetz |
Während Viessmann und Stiebel Eltron regelmäßig in unabhängigen deutschen Testfeldern erscheinen und über ein bundesweites Servicenetz verfügen, stützt sich CTC auf eine deutlich schlankere Vertriebsstruktur. Da CTC und NIBE seit 2016 zum selben Konzern gehören, konkurrieren beide Marken teilweise um dieselbe Zielgruppe, ohne dass CTC dabei auf die Marktpräsenz der Schwestermarke zugreift.
Gegenüber etablierten Marken bringt CTC in Deutschland einige strukturelle Nachteile mit sich, die Kaufinteressenten vor der Entscheidung kennen sollten:
- Fehlende unabhängige Testpräsenz: Da CTC nicht in aktuellen Stiftung-Warentest-Kohorten vertreten ist, fehlt eine neutrale Vergleichsgrundlage zu Effizienz- und Praxiswerten.
- Schmales Servicenetz: Der deutsche Vertrieb läuft über den einzelnen Fachbetriebspartner Wärmetechnik Berthold GmbH, wodurch Anfahrtswege für Wartung und Reparatur je nach Wohnort deutlich länger ausfallen können als bei bundesweit präsenten Marken.
- Geringere Markenbekanntheit: CTC taucht in gängigen deutschen Herstellervergleichen seltener auf als Viessmann, Stiebel Eltron oder Vaillant, was die Informationslage für Käufer erschwert.
- Fragmentierte Vertriebsstruktur im DACH-Raum: Deutschland und die Schweiz werden über unterschiedliche Gesellschaften betreut, was einheitliche Preis- und Serviceauskünfte erschwert.
Vor der Kaufentscheidung sollten Interessenten deshalb gezielt die Entfernung zum Servicepartner sowie die Reaktionszeiten bei Wartung und Reparatur klären.
Für Garantie- und Servicefragen verweist CTC Kunden in Deutschland zunächst an den zuständigen Fachbetrieb Wärmetechnik Berthold GmbH statt an eine zentrale, markeneigene Herstellerhotline. Eine öffentlich einsehbare, über die gesetzliche Gewährleistung hinausgehende CTC-spezifische Garantiezeit für den deutschen Markt liegt derzeit nicht vor. Käufer, die Wert auf eine lange, herstellerseitig kommunizierte Garantiezusage legen, sollten diesen Punkt vor Vertragsschluss direkt beim Vertriebspartner klären und schriftlich festhalten lassen.
Eine CTC-Wärmepumpe eignet sich vor allem für Käufer, die eine technisch solide, mit europäischen Effizienzsiegeln zertifizierte Wärmepumpe eines NIBE-Konzernunternehmens suchen und dabei auf ein unabhängiges deutsches Testurteil sowie ein bundesweites Servicenetz verzichten können. Wer stattdessen Wert auf eine breite unabhängige Testpräsenz und ein dichtes Servicenetz legt, findet bei etablierten Marken wie Viessmann oder Stiebel Eltron eine umfassendere Informationsgrundlage. Für Käufer, die gezielt einen Fachbetrieb mit direkter CTC-Erfahrung suchen, ist der Weg über Wärmetechnik Berthold GmbH als deutschen Vertriebspartner der zentrale erste Schritt zur individuellen Kosten- und Fördereinschätzung.