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Ratgeber · Wärmepumpe

Erdwärmepumpe Kosten 2026: Preise, Bohrung, Förderung

Was kostet eine Erdwärmepumpe 2026? Gesamtpreis, Bohrkosten pro Meter, Stromkosten und die neue KfW-Förderung ab 21.07.2026 mit Nettokosten-Rechenbeispiel.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Erdwärmepumpe ist teurer in der Anschaffung als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, spart aber im Betrieb Strom und wird seit dem 21.07.2026 nach neuen KfW-Regeln gefördert.
  • Gesamtkosten: Mit Erdsonde liegen die Kosten im Einfamilienhaus höher als mit Flächenkollektor, weil die Bohrung hinzukommt.
  • Bohrung: Die Kosten je Bohrmeter hängen stark vom Untergrund und der Region ab.
  • Förderung ab 21.07.2026: 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und ein gestaffelter Einkommensbonus, gedeckelt auf 70 % (bis 80 % bei selbstnutzenden Eigentümern bis 40.000 € Einkommen).
  • Förderfähige Kosten: Der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit beträgt 28.000 Euro (bisher 30.000 Euro).
  • Betrieb: Bei 19.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 4,3 fallen rund 1.458 Euro Stromkosten pro Jahr an.
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026

Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett mit Einbau 2026?

Eine Erdwärmepumpe kostet 2026 mit Erdsonde mehr als mit Flächenkollektor, weil die Bohrung hinzukommt. Heizlast, Bodenbeschaffenheit, Bohrtiefe und Region bestimmen die Gesamtkosten. Verbindliche Preise liefern nur konkrete Angebote von Fachbetrieben.
Typische Kostenpositionen einer Anlage mit Erdsonde vor Förderung:
  • Wärmepumpe (Gerät): größter Einzelposten neben der Bohrung.
  • Erschließung: Erdsondenbohrung, abhängig von Bohrmetern und Untergrund.
  • Installation und Heizungsintegration: Anschluss an den Heizkreis.
  • Peripherie: zum Beispiel Pufferspeicher und Warmwasserspeicher, je nach Anlage zusätzlich.
Eine Übersicht der Systemvarianten bietet der Beitrag Erdwärmepumpen im Systemvergleich. Details zur Sonde stehen unter Erdsonde: Kosten, JAZ und Lebensdauer.

Was ist eine Erdwärmepumpe und wie funktioniert sie?

Eine Erdwärmepumpe ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die dem Erdreich über eine Erdsonde oder einen Flächenkollektor Wärme entzieht. Sie hebt diese Wärme mit einem Kompressions-Kältekreislauf auf Heiztemperatur an. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst, wie viel Heizwärme sie pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert.
Als Wärmeträger zirkuliert Sole, ein Wasser-Frostschutz-Gemisch, durch das Erdreich. Das Erdreich bietet ganzjährig eine stabile Temperatur. Die Sole überträgt ihre Wärme im Verdampfer an ein Kältemittel. Der Kompressor verdichtet den Kältemitteldampf und erhöht so sein Temperaturniveau. Im Kondensator gibt das Kältemittel die Wärme an den Heizkreis ab. Das Expansionsventil senkt Druck und Temperatur wieder, und der Kreislauf beginnt von vorn.
Eine Besonderheit ist das Free-Cooling. Im Sommer kann das kühle Erdreich über den Sole-Kreislauf die Räume passiv kühlen, ohne dass der Kompressor läuft.

Welche Bauarten von Erdwärmepumpen gibt es und was kostet jede?

Es gibt fünf Bauarten der Erdwärmenutzung: Erdsonde, Flächenkollektor, Ringgrabenkollektor, Erdwärmekorb und Direktverdampfer. Sie unterscheiden sich bei Entzugsleistung, Platzbedarf und Kosten. Die Erdsonde braucht wenig Fläche, aber eine Bohrung. Kollektoren sparen die Bohrung, benötigen aber viel Grundstücksfläche.

Bauart

Entzugsleistung

Flächen-/Tiefenbedarf

Kostenlage

Erdwärmesonde

65–80 W/m (wasserführender Sand/Kies)

bis etwa 100 m Bohrtiefe

höchste Erschließungskosten durch Bohrung

Flächenkollektor

abhängig von Boden und Klimaregion

große Grundstücksfläche, Auslegung nach VDI 4640

günstiger als Sonde, wenn Fläche vorhanden

Ringgrabenkollektor

vergleichbar Flächenkollektor

100–200 m² bei 8 kW Heizlast

mittlere Erschließungskosten

Erdwärmekorb

0,5–2 kW je Korb

kompakt, mehrere Körbe möglich

moderat, für kleine Objekte

Direktverdampfer

Kältemittel zirkuliert direkt, kein Sole-Kreislauf

wie Sonde

meist höhere Anschaffungskosten

Der Direktverdampfer ist in Wasserschutzzonen der Kategorien I und II grundsätzlich untersagt. Mehr dazu steht unter Direktverdampfer-Wärmepumpen im Check. Ergänzende Informationen bieten Erdwärmekörbe und Erdwärmekollektoren und Flächenbedarf.

Was kostet die Erdsondenbohrung pro Meter und wie tief muss gebohrt werden?

Die Kosten der Erdsondenbohrung richten sich nach dem Preis je Bohrmeter und der nötigen Bohrtiefe. Bei schwierigem Untergrund mit hohem Gesteinsanteil steigt der Preis deutlich. Die Bohrung ist meist der größte Einzelposten der Erschließung. Konkrete Meterpreise nennen Bohrfirmen im Angebot.
Die Bohrmeter richten sich nach der Entzugsleistung des Untergrunds. Die Auslegung folgt der Richtlinie VDI 4640. Die Entzugsleistung lässt sich aus der Heizleistung und dem COP ableiten:
Entzugsleistung = Heizleistung × (1 − 1 ÷ COP)
Bohrmeter = Entzugsleistung des Hauses ÷ spezifische Entzugsleistung (W/m)
Bohrkosten = Bohrmeter × Preis je Meter (€/m)
Rechenbeispiel Referenzhaus (teilsaniert, 150 m², rund 12 kW Heizlast): Zwei Sonden mit 90 und 100 Metern ergeben 190 Bohrmeter. Bei einem angenommenen Preis von 60 €/m folgt: 190 m × 60 €/m = 11.400 Euro allein für die Bohrung. Wie sich die Entzugsleistung berechnet, zeigt Entzugsleistung berechnen.

Wie hoch sind die Betriebs- und Stromkosten pro Jahr?

Die jährlichen Stromkosten ergeben sich aus Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl und Strompreis. Bei 19.000 kWh Wärmebedarf, einer JAZ von 4,3 und 33 ct/kWh Wärmepumpenstrom fallen rund 1.458 Euro pro Jahr an. Das entspricht etwa 122 Euro pro Monat.
Stromkosten pro Jahr = Wärmebedarf (kWh) ÷ JAZ × Strompreis (€/kWh)
Rechenbeispiel: 19.000 kWh ÷ 4,3 ≈ 4.419 kWh Strom. 4.419 kWh × 0,33 €/kWh ≈ 1.458 Euro pro Jahr.
Die Kostentreiber im Betrieb sind:
  • Wärmebedarf: Ein schlecht gedämmtes Gebäude braucht deutlich mehr Heizenergie als ein Neubau.
  • Vorlauftemperatur: Eine niedrigere Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch, weil der Kompressor eine geringere Temperaturdifferenz überwindet.
  • Stromtarif: Ein Wärmepumpentarif ist meist günstiger als Haushaltsstrom.
  • Einstellung der Anlage: Eine saubere Auslegung und ein hydraulischer Abgleich erhöhen die JAZ.

Welche JAZ erreichen Erdwärmepumpen in Feldtests?

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Gilt das auch für Ihr Haus?

Finden Sie in wenigen Minuten heraus, was für Ihre Situation realistisch ist.

Erdwärmepumpen erreichen laut Umweltbundesamt in Feldtests mittlere Jahresarbeitszahlen von 3,2 bis 4,3 im Neubau und 3,0 bis 3,7 im Altbau. Die besten Anlagen kommen auf 5,4 im Neubau und 4,8 im Altbau. Das Umweltbundesamt hält fest: „Erd-Wärmepumpen schneiden besser ab“.
Die Kernwerte im Überblick:
  • Neubau: mittlere JAZ von 3,2 bis 4,3, Bestwerte bis 5,4.
  • Altbau: mittlere JAZ von 3,0 bis 3,7, Bestwerte bis 4,8.
  • Zielwert: Das Umweltbundesamt empfiehlt eine JAZ von 4,0, also 1 kWh Strom für 4 kWh Heizwärme.
Bei einer JAZ von 3,0 braucht eine Wärmepumpe 33 kWh Strom für 100 kWh Heizwärme. Mehr zur Einordnung steht unter Jahresarbeitszahl: realistische Werte.

Was kostet die Wartung einer Erdwärmepumpe?

Die jährliche Wartung einer Erdwärmepumpe kostet typischerweise etwa 100 bis 200 Euro, je nach Fachbetrieb und Vertrag. Der Betrieb braucht keinen Verbrennungsprozess und keine Kaminkehrer-Pflichttermine. Die Wartung umfasst die Prüfung von Kältemitteldruck, Sole und Wärmetauschern.
Fällt am Kältekreislauf Arbeit an, muss der Fachbetrieb dafür zertifiziert sein. Auch Sole-Druck und Pufferspeicher gehören zur regelmäßigen Kontrolle. Ein Wartungsvertrag schafft Planbarkeit bei den Kosten.

Wie wirkt sich die Förderung ab 21.07.2026 auf die Kosten aus?

Seit dem 21.07.2026 fördert die KfW im Programm 458 Heizungen mit 30 % Grundförderung auf förderfähige Kosten von höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Dazu kommen 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und ein gestaffelter Einkommensbonus. Die Gesamtförderung ist auf 70 % gedeckelt, bei selbstnutzenden Eigentümern bis 40.000 € Einkommen auf 80 %.
Alle Werte stammen aus den Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026 der KfW. Die Förderbausteine im Vergleich:

Förderbaustein

Bis 20.07.2026

Ab 21.07.2026

Grundförderung

30 %

30 %

Höchstbetrag förderfähige Kosten (1. Wohneinheit)

30.000 €

28.000 €

Effizienzbonus

5 %

entfällt

Emissionsminderungszuschlag

2.500 €

entfällt

Klimageschwindigkeitsbonus

20 %

16 %

Einkommensbonus

pauschal 30 % bis 40.000 €

40 % / 30 % / 10 % gestaffelt

Förderobergrenze

–

70 %, bis 80 % bei Selbstnutzern bis 40.000 €

Ab dem 01.02.2027 sinkt der Höchstbetrag halbjährlich um 750 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus um 4 Prozentpunkte.
Nettokosten = Gesamtkosten − Förderquote × förderfähige Kosten (max. 28.000 €)
Eigenes Rechenmodell für das Referenzhaus mit angenommenen Gesamtkosten von 47.000 Euro und Anspruch auf den Klimageschwindigkeitsbonus:

Zu versteuerndes Haushaltseinkommen

Förderquote

Förderung

Nettokosten

bis 30.000 €

30 + 16 + 40 = 86 %, gedeckelt auf 80 %

22.400 €

24.600 €

über 30.000 bis 40.000 €

30 + 16 + 30 = 76 %

21.280 €

25.720 €

über 40.000 bis 50.000 €

30 + 16 + 10 = 56 %

15.680 €

31.320 €

über 50.000 €

30 + 16 = 46 %

12.880 €

34.120 €

Ohne Klimageschwindigkeitsbonus und ohne Einkommensbonus bleibt die Grundförderung von 30 %. Das sind 8.400 Euro Zuschuss und 38.600 Euro Nettokosten.
Die Übergangsregelung ist abgeschlossen:
  • Die Umstellungsphase lief vom 09.07.2026 bis 20.07.2026.
  • In dieser Zeit konnten keine neuen Antragsbestätigungen ((g)BzA) erstellt werden.
  • Wer vorher eine gültige (g)BzA hatte, konnte bis 20.07.2026, 20:00 Uhr, nach bisherigen Konditionen beantragen.
  • TPB-IDs der BAFA, die vor der Umstellungsphase erzeugt wurden, galten bis einschließlich 20.07.2026.
  • Seit dem 21.07.2026 gelten für neue (g)BzA und TPB-IDs automatisch die neuen Bedingungen.
Einen Überblick zur Förderung bietet aktuelle KfW-Förderung für Wärmepumpen.

Wie hoch ist der Einkommensbonus und wer bekommt ihn?

Der Einkommensbonus ist seit dem 21.07.2026 gestaffelt und beträgt 40 %, 30 % oder 10 %. Maßgeblich ist das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen, nicht das Bruttoeinkommen. Bisher galt pauschal 30 % bei Einkommen bis 40.000 Euro.
  • Bis 30.000 Euro: 40 % Einkommensbonus.
  • Über 30.000 bis 40.000 Euro: 30 % Einkommensbonus.
  • Über 40.000 bis 50.000 Euro: 10 % Einkommensbonus.
Selbstnutzende Eigentümer mit bis zu 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen können bis zu 80 % Gesamtförderung erreichen. Mehr zu Nachweisen und Voraussetzungen steht unter Einkommensbonus im Detail.

Was kostet eine Erdwärmepumpe im Neubau und im Altbau?

Im Neubau liegen die Kosten meist im unteren Bereich der Spanne, im Altbau eher höher. Der Neubau hat eine geringere Heizlast, daher reichen kürzere Sonden und ein kleineres Gerät. Im Altbau kommen häufig Anpassungen am Heizsystem hinzu, die Kosten treiben.
Die Heizlast lässt sich grob abschätzen:
Heizlast (kW) = Wohnfläche (m²) × spezifischer Wärmebedarf (W/m²) ÷ 1000
Rechenbeispiel Referenzhaus: 150 m² × 80 W/m² ÷ 1000 = 12 kW. Der Wert von 80 W/m² steht für ein teilsaniertes Gebäude.

Wärmepumpen-Check

Wie sieht die Rechnung für Ihr Haus aus?

Beantworten Sie ein paar Fragen zu Ihrem Haus — wir ordnen Kosten und Förderung für Ihre Situation ein.

  • Neubau: etwa 30 bis 50 W/m², kleine Sonde, Fußbodenheizung erlaubt niedrige Vorlauftemperaturen.
  • Teilsaniertes Gebäude: etwa 60 bis 100 W/m², mittlere Dimensionierung.
  • Unsaniertes Gebäude: etwa 100 bis 160 W/m², größere Sonde und stärkere Wärmepumpe.
  • Heizkörpertausch: Größere Heizkörper für niedrigere Vorlauftemperaturen verursachen zusätzliche Kosten.
Der Beitrag Wärmepumpe im Altbau erklärt die Voraussetzungen im Bestand.

Erdwärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe: Was ist günstiger?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Anschaffung meist günstiger, die Erdwärmepumpe im Betrieb. Bohrung und wasserrechtliches Verfahren entfallen bei der Luftvariante. Die Erdwärmepumpe nutzt dafür die stabilere Wärmequelle und erreicht laut Umweltbundesamt bessere Jahresarbeitszahlen. Mit Flächenkollektor kann sie in der Anschaffung konkurrieren.

Merkmal

Erdwärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Anschaffung im Einfamilienhaus

Sonde höher, Kollektor mittel

meist niedriger

Wärmequelle

Erdreich, ganzjährig stabil

Außenluft, schwankend

Effizienz im Betrieb

höher

niedriger

Genehmigung

wasserrechtliche Erlaubnis oder Anzeige

keine Bohrgenehmigung

Bauzeit

länger durch Bohrung

kürzer

Einen Überblick zur Luftvariante bietet Luft-Wasser-Wärmepumpe: Kosten, Funktion und Förderung.

Welche Genehmigungen sind nötig und was kosten sie?

Für Erdwärmesonden ist nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde nötig. Für Kollektoren genügt vielerorts eine Anzeige. Die Verwaltungsgebühr liegt typischerweise bei etwa 250 bis 600 Euro und richtet sich nach dem Aufwand des jeweiligen Landkreises.
  • Erlaubnis oder Anzeige: Die Anzeige muss in der Regel spätestens einen Monat vor Arbeitsbeginn eingehen.
  • Bergrecht: Ab etwa 100 Metern Bohrtiefe kommt eine bergrechtliche Anzeigepflicht hinzu.
  • Standortprüfung: Die untere Wasserbehörde gibt Auskunft zu Untergrund und Wasserschutzzonen.
  • Fachbetrieb: Bohrfirmen müssen zertifiziert sein und eine Bohrlochversicherung nachweisen.
  • Dauer: Die Genehmigung dauert je nach Region mehrere Wochen.
Weitere Hinweise finden sich unter Erdwärmeheizung: Genehmigung und Kosten.

Welche Nachteile und Risiken hat eine Erdwärmepumpe?

Eine Erdwärmepumpe hat drei zentrale Nachteile: höhere Anschaffungskosten durch die Bohrung, ein Schadensrisiko bei unsachgemäßer Bohrung und die Abhängigkeit vom Grundstück. Alle drei lassen sich durch Förderung, Fachbetriebswahl und Standortprüfung deutlich verringern.
  • Anschaffungskosten: Die Bohrung erhöht die Investition gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe spürbar.
  • Bohrrisiken: Fehlerhafte Bohrungen können Erdhebungen auslösen, wie der Schadensfall in Staufen im Breisgau zeigt.
  • Grundstücksabhängigkeit: In Wasserschutzzonen oder bei ungünstiger Geologie ist die Bohrung eventuell nicht möglich.
  • Planungsaufwand: Genehmigung und Bauzeit sind länger als bei der Luftvariante.
Ein zertifizierter Fachbetrieb und eine vorherige Anfrage bei der unteren Wasserbehörde senken diese Risiken.

Wie entwickeln sich Kosten, Technik und Förderung künftig?

Ab dem 01.02.2027 sinken die Förderbedingungen halbjährlich. Der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten geht jeweils zum 01.02. und 01.08. um 750 Euro zurück. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um 4 Prozentpunkte. Ein früher Antrag sichert daher die höheren Sätze.
  • Förderkosten: Der Höchstbetrag von 28.000 Euro sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 Euro.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: Er sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte von 16 %.
  • Geplant, noch nicht in Kraft: Für das 1. Quartal 2027 ist ein Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen vorgesehen. Zugleich soll die Grundförderung für außerhalb der EU gefertigte Wärmepumpen auf 15 % sinken.

Was kostet eine Erdwärmepumpe in der Schweiz?

Die Preise in der Schweiz liegen typischerweise über dem deutschen Niveau, da Gerät, Installation und Bohrung dort teurer ausfallen. Die Bohrgenehmigung regeln die Kantone eigenständig. Mindestabstände und Tiefenbegrenzungen unterscheiden sich daher regional.
Wer in der Schweiz plant, klärt die kantonalen Auflagen vorab bei der zuständigen Behörde. Verbindliche Preise liefern nur konkrete Angebote von Schweizer Fachbetrieben.

Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe?

Eine Erdwärmepumpe lohnt sich bei einem Grundstück, das Bohrung oder Kollektor zulässt, und bei langer Nutzungsdauer. Die höhere Effizienz gleicht die höheren Anschaffungskosten über die Betriebsjahre teilweise aus. Die Förderung ab 21.07.2026 verbessert die Wirtschaftlichkeit zusätzlich.

Profil

Empfehlung

Neubau mit ausreichend Grundstück

Erdsonde nutzt niedrige Heizlast und hohe JAZ optimal.

Teilsanierter Altbau

Sinnvoll bei Bohrgenehmigung, Heizflächen gegebenenfalls anpassen.

Kleines Grundstück ohne Bohrmöglichkeit

Luft-Wasser-Wärmepumpe als Alternative.

Wasserschutzzone I/II

Direktverdampfer ausgeschlossen, Sole-Sonde oder Kollektor prüfen.

Haushaltseinkommen bis 30.000 €

Voller Einkommensbonus von 40 % senkt die Eigenbeteiligung deutlich.

  • Pro: hohe Effizienz, stabile Wärmequelle, Kühlmöglichkeit per Free-Cooling.
  • Contra: hohe Anfangsinvestition, Genehmigungsaufwand, Grundstücksabhängigkeit.

FAQ

Häufige Fragen

Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett?

Eine Erdwärmepumpe mit Erdsonde kostet mehr als eine mit Flächenkollektor, weil die Bohrung hinzukommt. Die tatsächlichen Kosten hängen von Heizlast, Bodenbeschaffenheit, Bohrtiefe und Region ab. Verbindliche Preise liefern konkrete Angebote.

Was kostet eine Erdwärmebohrung pro Meter?

Der Preis je Bohrmeter hängt vom Untergrund und der Region ab. Bei schwierigem Untergrund mit hohem Gesteinsanteil liegt er deutlich höher. Die Gesamtkosten der Bohrung ergeben sich aus Bohrmetern mal Meterpreis laut Angebot.

Wie viel Förderung gibt es ab 21.07.2026?

Die KfW zahlt 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und einen Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 %. Die Gesamtförderung ist auf 70 % gedeckelt, bei selbstnutzenden Eigentümern bis 40.000 Euro Einkommen auf 80 %. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.

Erdsonde oder Kollektor: Was ist günstiger?

Der Flächenkollektor ist meist günstiger, weil die Bohrung entfällt. Er braucht aber viel Grundstücksfläche, etwa das 1,5- bis 3-Fache der Wohnfläche. Die Erdsonde benötigt kaum Fläche, verursacht aber höhere Erschließungskosten durch die Bohrung.

Lohnt sich die Erdwärmepumpe gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Die Erdwärmepumpe lohnt sich bei langer Nutzungsdauer und passendem Grundstück. Sie erreicht laut Umweltbundesamt bessere Jahresarbeitszahlen und spart im Betrieb Strom. Dem stehen höhere Anschaffungskosten durch die Bohrung gegenüber, die die Förderung teilweise ausgleicht.

Brauche ich eine Genehmigung für die Erdwärmepumpe?

Ja, für Erdwärmesonden ist nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde erforderlich. Für Kollektoren genügt vielerorts eine Anzeige. Ab etwa 100 Metern Bohrtiefe kommt eine bergrechtliche Anzeigepflicht hinzu.

Eignet sich die Erdwärmepumpe im Altbau?

Ja, die Erdwärmepumpe eignet sich auch im Altbau. Das Umweltbundesamt nennt für Altbauten mittlere Jahresarbeitszahlen von 3,0 bis 3,7. Eine niedrige Vorlauftemperatur verbessert die Effizienz, gegebenenfalls sind größere Heizkörper nötig.

Quellen

  1. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
  2. KfW — Heizungsförderung (Übergangshinweise)
  3. Umweltbundesamt — Umgebungswärme und Wärmepumpen
  4. Umweltbundesamt — Umweltfreundliches Heizen dank effizienter Wärmepumpe
  5. Stadt Staufen im Breisgau — Hebungsrisse

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

Unabhängige Wärmepumpen-Beratung

Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

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