Das Wichtigste in Kürze
- Die Erdwärmepumpe ist teurer in der Anschaffung als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, spart aber im Betrieb Strom und wird seit dem 21.07.2026 nach neuen KfW-Regeln gefördert.
- Gesamtkosten: Mit Erdsonde liegen die Kosten im Einfamilienhaus höher als mit Flächenkollektor, weil die Bohrung hinzukommt.
- Bohrung: Die Kosten je Bohrmeter hängen stark vom Untergrund und der Region ab.
- Förderung ab 21.07.2026: 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und ein gestaffelter Einkommensbonus, gedeckelt auf 70 % (bis 80 % bei selbstnutzenden Eigentümern bis 40.000 € Einkommen).
- Förderfähige Kosten: Der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit beträgt 28.000 Euro (bisher 30.000 Euro).
- Betrieb: Bei 19.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 4,3 fallen rund 1.458 Euro Stromkosten pro Jahr an.
Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett mit Einbau 2026?
- Wärmepumpe (Gerät): größter Einzelposten neben der Bohrung.
- Erschließung: Erdsondenbohrung, abhängig von Bohrmetern und Untergrund.
- Installation und Heizungsintegration: Anschluss an den Heizkreis.
- Peripherie: zum Beispiel Pufferspeicher und Warmwasserspeicher, je nach Anlage zusätzlich.
Was ist eine Erdwärmepumpe und wie funktioniert sie?
Welche Bauarten von Erdwärmepumpen gibt es und was kostet jede?
Bauart | Entzugsleistung | Flächen-/Tiefenbedarf | Kostenlage |
Erdwärmesonde | 65–80 W/m (wasserführender Sand/Kies) | bis etwa 100 m Bohrtiefe | höchste Erschließungskosten durch Bohrung |
Flächenkollektor | abhängig von Boden und Klimaregion | große Grundstücksfläche, Auslegung nach VDI 4640 | günstiger als Sonde, wenn Fläche vorhanden |
Ringgrabenkollektor | vergleichbar Flächenkollektor | 100–200 m² bei 8 kW Heizlast | mittlere Erschließungskosten |
Erdwärmekorb | 0,5–2 kW je Korb | kompakt, mehrere Körbe möglich | moderat, für kleine Objekte |
Direktverdampfer | Kältemittel zirkuliert direkt, kein Sole-Kreislauf | wie Sonde | meist höhere Anschaffungskosten |
Was kostet die Erdsondenbohrung pro Meter und wie tief muss gebohrt werden?
Wie hoch sind die Betriebs- und Stromkosten pro Jahr?
- Wärmebedarf: Ein schlecht gedämmtes Gebäude braucht deutlich mehr Heizenergie als ein Neubau.
- Vorlauftemperatur: Eine niedrigere Vorlauftemperatur senkt den Stromverbrauch, weil der Kompressor eine geringere Temperaturdifferenz überwindet.
- Stromtarif: Ein Wärmepumpentarif ist meist günstiger als Haushaltsstrom.
- Einstellung der Anlage: Eine saubere Auslegung und ein hydraulischer Abgleich erhöhen die JAZ.
Welche JAZ erreichen Erdwärmepumpen in Feldtests?
Wärmepumpen-Check
Gilt das auch für Ihr Haus?
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- Neubau: mittlere JAZ von 3,2 bis 4,3, Bestwerte bis 5,4.
- Altbau: mittlere JAZ von 3,0 bis 3,7, Bestwerte bis 4,8.
- Zielwert: Das Umweltbundesamt empfiehlt eine JAZ von 4,0, also 1 kWh Strom für 4 kWh Heizwärme.
Was kostet die Wartung einer Erdwärmepumpe?
Wie wirkt sich die Förderung ab 21.07.2026 auf die Kosten aus?
Förderbaustein | Bis 20.07.2026 | Ab 21.07.2026 |
Grundförderung | 30 % | 30 % |
Höchstbetrag förderfähige Kosten (1. Wohneinheit) | 30.000 € | 28.000 € |
Effizienzbonus | 5 % | entfällt |
Emissionsminderungszuschlag | 2.500 € | entfällt |
Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 % |
Einkommensbonus | pauschal 30 % bis 40.000 € | 40 % / 30 % / 10 % gestaffelt |
Förderobergrenze | – | 70 %, bis 80 % bei Selbstnutzern bis 40.000 € |
Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Förderquote | Förderung | Nettokosten |
bis 30.000 € | 30 + 16 + 40 = 86 %, gedeckelt auf 80 % | 22.400 € | 24.600 € |
über 30.000 bis 40.000 € | 30 + 16 + 30 = 76 % | 21.280 € | 25.720 € |
über 40.000 bis 50.000 € | 30 + 16 + 10 = 56 % | 15.680 € | 31.320 € |
über 50.000 € | 30 + 16 = 46 % | 12.880 € | 34.120 € |
- Die Umstellungsphase lief vom 09.07.2026 bis 20.07.2026.
- In dieser Zeit konnten keine neuen Antragsbestätigungen ((g)BzA) erstellt werden.
- Wer vorher eine gültige (g)BzA hatte, konnte bis 20.07.2026, 20:00 Uhr, nach bisherigen Konditionen beantragen.
- TPB-IDs der BAFA, die vor der Umstellungsphase erzeugt wurden, galten bis einschließlich 20.07.2026.
- Seit dem 21.07.2026 gelten für neue (g)BzA und TPB-IDs automatisch die neuen Bedingungen.
Wie hoch ist der Einkommensbonus und wer bekommt ihn?
- Bis 30.000 Euro: 40 % Einkommensbonus.
- Über 30.000 bis 40.000 Euro: 30 % Einkommensbonus.
- Über 40.000 bis 50.000 Euro: 10 % Einkommensbonus.
Was kostet eine Erdwärmepumpe im Neubau und im Altbau?
Wärmepumpen-Check
Wie sieht die Rechnung für Ihr Haus aus?
Beantworten Sie ein paar Fragen zu Ihrem Haus — wir ordnen Kosten und Förderung für Ihre Situation ein.
- Neubau: etwa 30 bis 50 W/m², kleine Sonde, Fußbodenheizung erlaubt niedrige Vorlauftemperaturen.
- Teilsaniertes Gebäude: etwa 60 bis 100 W/m², mittlere Dimensionierung.
- Unsaniertes Gebäude: etwa 100 bis 160 W/m², größere Sonde und stärkere Wärmepumpe.
- Heizkörpertausch: Größere Heizkörper für niedrigere Vorlauftemperaturen verursachen zusätzliche Kosten.
Erdwärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe: Was ist günstiger?
Merkmal | Erdwärmepumpe | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
Anschaffung im Einfamilienhaus | Sonde höher, Kollektor mittel | meist niedriger |
Wärmequelle | Erdreich, ganzjährig stabil | Außenluft, schwankend |
Effizienz im Betrieb | höher | niedriger |
Genehmigung | wasserrechtliche Erlaubnis oder Anzeige | keine Bohrgenehmigung |
Bauzeit | länger durch Bohrung | kürzer |
Welche Genehmigungen sind nötig und was kosten sie?
- Erlaubnis oder Anzeige: Die Anzeige muss in der Regel spätestens einen Monat vor Arbeitsbeginn eingehen.
- Bergrecht: Ab etwa 100 Metern Bohrtiefe kommt eine bergrechtliche Anzeigepflicht hinzu.
- Standortprüfung: Die untere Wasserbehörde gibt Auskunft zu Untergrund und Wasserschutzzonen.
- Fachbetrieb: Bohrfirmen müssen zertifiziert sein und eine Bohrlochversicherung nachweisen.
- Dauer: Die Genehmigung dauert je nach Region mehrere Wochen.
Welche Nachteile und Risiken hat eine Erdwärmepumpe?
- Anschaffungskosten: Die Bohrung erhöht die Investition gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe spürbar.
- Bohrrisiken: Fehlerhafte Bohrungen können Erdhebungen auslösen, wie der Schadensfall in Staufen im Breisgau zeigt.
- Grundstücksabhängigkeit: In Wasserschutzzonen oder bei ungünstiger Geologie ist die Bohrung eventuell nicht möglich.
- Planungsaufwand: Genehmigung und Bauzeit sind länger als bei der Luftvariante.
Wie entwickeln sich Kosten, Technik und Förderung künftig?
- Förderkosten: Der Höchstbetrag von 28.000 Euro sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 Euro.
- Klimageschwindigkeitsbonus: Er sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte von 16 %.
- Geplant, noch nicht in Kraft: Für das 1. Quartal 2027 ist ein Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen vorgesehen. Zugleich soll die Grundförderung für außerhalb der EU gefertigte Wärmepumpen auf 15 % sinken.
Was kostet eine Erdwärmepumpe in der Schweiz?
Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe?
Profil | Empfehlung |
Neubau mit ausreichend Grundstück | Erdsonde nutzt niedrige Heizlast und hohe JAZ optimal. |
Teilsanierter Altbau | Sinnvoll bei Bohrgenehmigung, Heizflächen gegebenenfalls anpassen. |
Kleines Grundstück ohne Bohrmöglichkeit | Luft-Wasser-Wärmepumpe als Alternative. |
Wasserschutzzone I/II | Direktverdampfer ausgeschlossen, Sole-Sonde oder Kollektor prüfen. |
Haushaltseinkommen bis 30.000 € | Voller Einkommensbonus von 40 % senkt die Eigenbeteiligung deutlich. |
- Pro: hohe Effizienz, stabile Wärmequelle, Kühlmöglichkeit per Free-Cooling.
- Contra: hohe Anfangsinvestition, Genehmigungsaufwand, Grundstücksabhängigkeit.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett?
Eine Erdwärmepumpe mit Erdsonde kostet mehr als eine mit Flächenkollektor, weil die Bohrung hinzukommt. Die tatsächlichen Kosten hängen von Heizlast, Bodenbeschaffenheit, Bohrtiefe und Region ab. Verbindliche Preise liefern konkrete Angebote.
Was kostet eine Erdwärmebohrung pro Meter?
Der Preis je Bohrmeter hängt vom Untergrund und der Region ab. Bei schwierigem Untergrund mit hohem Gesteinsanteil liegt er deutlich höher. Die Gesamtkosten der Bohrung ergeben sich aus Bohrmetern mal Meterpreis laut Angebot.
Wie viel Förderung gibt es ab 21.07.2026?
Die KfW zahlt 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und einen Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 %. Die Gesamtförderung ist auf 70 % gedeckelt, bei selbstnutzenden Eigentümern bis 40.000 Euro Einkommen auf 80 %. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.
Erdsonde oder Kollektor: Was ist günstiger?
Der Flächenkollektor ist meist günstiger, weil die Bohrung entfällt. Er braucht aber viel Grundstücksfläche, etwa das 1,5- bis 3-Fache der Wohnfläche. Die Erdsonde benötigt kaum Fläche, verursacht aber höhere Erschließungskosten durch die Bohrung.
Lohnt sich die Erdwärmepumpe gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Die Erdwärmepumpe lohnt sich bei langer Nutzungsdauer und passendem Grundstück. Sie erreicht laut Umweltbundesamt bessere Jahresarbeitszahlen und spart im Betrieb Strom. Dem stehen höhere Anschaffungskosten durch die Bohrung gegenüber, die die Förderung teilweise ausgleicht.
Brauche ich eine Genehmigung für die Erdwärmepumpe?
Ja, für Erdwärmesonden ist nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde erforderlich. Für Kollektoren genügt vielerorts eine Anzeige. Ab etwa 100 Metern Bohrtiefe kommt eine bergrechtliche Anzeigepflicht hinzu.
Eignet sich die Erdwärmepumpe im Altbau?
Ja, die Erdwärmepumpe eignet sich auch im Altbau. Das Umweltbundesamt nennt für Altbauten mittlere Jahresarbeitszahlen von 3,0 bis 3,7. Eine niedrige Vorlauftemperatur verbessert die Effizienz, gegebenenfalls sind größere Heizkörper nötig.
Quellen
Wärmepumpen-Check
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