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Ratgeber · Wärmepumpe

Klimaanlage als Wärmepumpe: Unterschied, Kosten und Förderung 2026

Eine reversible Split-Klimaanlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die im Sommer kühlt und im Winter heizt — mit SCOP 4 bis 5 und KfW-Förderung.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine reversible Split-Klimaanlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die im Sommer kühlt und im Winter heizt.
  • Technik: Ein 4-Wege-Umschaltventil kehrt den Kältekreis um und macht aus der Kühlanlage eine Heizung.
  • Effizienz: Gute Geräte erreichen einen SCOP von 4 bis 5, laut Stiftung Warentest heizt das oft günstiger als Gas.
  • Kosten: Anschaffung inklusive Installation liegt zwischen 1.500 und 8.500 €, abhängig von der Raumzahl.
  • Förderung: Über die KfW-458 sind ab 21.07.2026 bis zu 70 % Zuschuss (bis 80 % bei niedrigem Einkommen) möglich, wenn 65 % erneuerbare Energie erreicht werden.
  • Kältemittel: R32 wird für Split-Klimaanlagen ab 2029 verboten, für Monoblock-Geräte bereits ab 2027.
Zuletzt aktualisiert: 15.07.2026

Was ist eine Klimaanlage als Wärmepumpe?

Eine Klimaanlage als Wärmepumpe ist eine reversible Split-Klimaanlage, die denselben Kältemittelkreislauf in beide Richtungen nutzt. Im Sommer entzieht sie der Raumluft Wärme und kühlt den Raum. Im Winter entzieht sie der Außenluft Wärme und heizt den Raum auf. Fachlich handelt es sich dabei um eine Luft-Luft-Wärmepumpe — ein Gerät, das Wärme über einen Kältemittelkreislauf zwischen zwei Luftströmen transportiert, statt sie zu erzeugen.
Der Kältekreis besteht aus vier Kernkomponenten: Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil. Im Verdampfer nimmt das Kältemittel Umgebungswärme auf und verdampft dabei. Der Verdichter hebt anschließend das Temperaturniveau an. Der Verflüssiger gibt die gewonnene Wärme an die Raumluft ab. Das Kältemittel siedet weit unter null Grad und kann der Außenluft daher auch bei Frost noch Wärme entziehen.

Ist eine Split-Klimaanlage wirklich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Ja, eine feste Split-Klimaanlage ist technisch identisch mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe — der Unterschied liegt allein in der Funktion, nicht im Gerät. Laut Stiftung Warentest gilt: "Klimageräte sind Luft-Luft-Wärmepumpen – und wie alle Wärmepumpen können sie auch heizen." Geräte, die nur kühlen können, werden im Markt als Klimaanlagen bezeichnet; Geräte mit reversiblem Betrieb, die auch heizen, werden als Luft-Luft-Wärmepumpen vermarktet. Die zugrundeliegende Kältekreistechnik ist bei beiden Varianten dieselbe.
Diese Gleichsetzung ist keine Marketingformel, sondern eine technische Tatsache: Beide Gerätearten nutzen denselben Kältemittelkreislauf, denselben Verdichter und dieselben Wärmetauscher. Der einzige funktionale Unterschied ist, ob das Gerät über ein 4-Wege-Umschaltventil verfügt, das den Kreislauf umkehren kann.

Wie funktioniert der reversible Betrieb mit dem 4-Wege-Umschaltventil?

Der reversible Betrieb funktioniert über ein 4-Wege-Umschaltventil, das die Rollen von Verdampfer und Verflüssiger vertauscht und so aus der Kühlanlage eine Heizung macht. Dieses Bauteil ist die entscheidende Komponente, die eine reine Klimaanlage zur Wärmepumpe erweitert.
Im Heizbetrieb läuft der Kältekreis in folgenden Schritten ab:
  • Das 4-Wege-Ventil schaltet um: Der bisherige Innen-Wärmetauscher wird zum Verflüssiger, der Außen-Wärmetauscher wird zum Verdampfer.
  • Im Außengerät nimmt das Kältemittel Wärme aus der Außenluft auf und verdampft, selbst bei niedrigen Temperaturen.
  • Der Verdichter komprimiert das gasförmige Kältemittel und hebt dessen Temperaturniveau deutlich an.
  • Im Innengerät kondensiert das heiße Kältemittel und gibt die Wärme direkt an die Raumluft ab.
  • Das Expansionsventil senkt den Druck des flüssigen Kältemittels wieder ab, bevor der Kreislauf erneut beginnt.
Man unterscheidet zusätzlich zwischen aktiver Kühlung, bei der der Kältekreis wie beschrieben aktiv Wärme aus dem Raum abtransportiert, und passiver Kühlung, bei der lediglich kühles Wasser durch ein Flächenheizsystem zirkuliert, ohne dass der Kältekreis aktiv arbeitet. Luft-Luft-Wärmepumpen bieten grundsätzlich aktive Kühlung; das ist ihr Vorteil gegenüber vielen Luft-Wasser-Systemen.

Welche Bauarten gibt es: Monoblock, Split, Multisplit und VRF?

Es gibt vier gängige Bauarten reversibler Klimaanlagen, die sich in Aufstellung und Reichweite unterscheiden: Monoblock, Split, Multisplit und VRF-Systeme.

Bauart

Aufbau

Typischer Einsatz

Monoblock

ein Gerät, Abluftschlauch nach draußen

mobile Notlösung, einzelner Raum kurzfristig

Split (Monosplit)

ein Innengerät, ein Außengerät

ein einzelner Raum fest installiert

Multisplit

zwei bis fünf Innengeräte an einem Außengerät

mehrere Räume in Wohnung oder Haus

VRF-System

mehrere Außeneinheiten, viele Innengeräte, variabler Kältemittelfluss

größere Gebäude, gewerbliche Nutzung

Das Monoblock-Gerät ist die einfachste, aber ineffizienteste Variante: Die Abluft wird über einen Schlauch nach draußen geführt, wodurch ständig kalte Außenluft in den Raum nachströmt. Ein Multisplit-System verbindet mehrere Innengeräte mit einem einzigen Außengerät und ist für Wohnhäuser die übliche Wahl, weil nur eine Außeneinheit installiert werden muss. VRF-Systeme (Variable Refrigerant Flow) skalieren dieses Prinzip für größere Gebäude mit vielen Zonen und variabler Kältemittelmenge je Innengerät.

Kann man mit einer Klimaanlage wirklich effizient heizen?

Ja, eine reversible Klimaanlage heizt effizient, solange die Außentemperatur nicht dauerhaft stark unter null Grad fällt. Gute Split-Geräte erreichen einen SCOP von 4 bis 5, wodurch aus einer Kilowattstunde Strom vier bis fünf Kilowattstunden Wärme entstehen.

Merkmal

Luft-Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage)

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Wärmeabgabe

direkt an die Raumluft über Innengeräte

über Heizwasser an Heizkörper/Fußbodenheizung

Warmwasser

nicht möglich, separate Lösung nötig

integriert über Speicher

Kühlfunktion

aktive Kühlung serienmäßig

meist nur passive Kühlung

Typischer SCOP

4 bis 5

4 bis 5,4 (je nach Modell)

Laut Stiftung Warentest heizt ein gut bewertetes Split-Gerät "in vielen Fällen sogar günstiger als eine Gasheizung". Nach Angaben der Stiftung Warentest spart, wer die Klimaanlage übers Jahr zu 80 Prozent fürs Heizen einsetzt und eine Gasheizung nur noch zu 20 Prozent zuheizt, im Schnitt rund 20 Prozent gegenüber reinem Gasbetrieb ein. Die reale Jahresarbeitszahl im Feldbetrieb liegt praxisnah niedriger als der Labor-SCOP, weil Frostperioden und Abtauzyklen den Jahresdurchschnitt senken — mehr dazu bei der Berechnung der Jahresarbeitszahl.
Beispielrechnung: Referenzhaus mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf

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Heizkosten pro Jahr = Wärmebedarf (kWh) ÷ SCOP × Strompreis (€/kWh)
Bei einem Heizwärmebedarf von 15.000 kWh, einem SCOP von 4 und einem Strompreis von 32 ct/kWh ergibt sich: 15.000 kWh ÷ 4 = 3.750 kWh Strom; 3.750 kWh × 0,32 €/kWh = 1.200 € Heizstromkosten pro Jahr, das entspricht rund 8 ct je kWh Wärme.

Welche Kennzahlen sind relevant: SCOP, COP, SEER und EER?

Vier Kennzahlen beschreiben die Effizienz einer Klimaanlage als Wärmepumpe: EER und SEER für das Kühlen, COP und SCOP für das Heizen.

Kennzahl

Bereich

Bedeutung

COP

Heizen

Momentanwert bei einer festen Außentemperatur

SCOP

Heizen

saisonaler Durchschnittswert über eine Heizperiode

EER

Kühlen

Momentanwert bei einer festen Außentemperatur

SEER

Kühlen

saisonaler Durchschnittswert über eine Kühlperiode

COP = Heizleistung (kW) ÷ elektrische Antriebsleistung (kW)
Der COP ist ein Festpunktwert und sinkt mit fallender Außentemperatur, während der SCOP als saisonaler Durchschnittswert wechselnde Temperaturen und Teillastbetrieb bereits einbezieht. Ein SCOP-Wert oberhalb von 4 kennzeichnet ein Gerät, das für die Vollheizung eines gut gedämmten Gebäudes geeignet ist. Wie sich COP und JAZ im laufenden Betrieb verhalten, zeigt die Übersicht zu Wärmepumpen-Wirkungsgrad.

Was kostet eine Klimaanlage als Wärmepumpe?

Eine Klimaanlage als Wärmepumpe kostet je nach Raumzahl 1.500 bis 8.500 € inklusive Installation.
  • Monosplit (ein Raum): 1.500 bis 3.500 € Anschaffung inklusive Installation.
  • Multisplit (zwei Räume): 3.500 bis 5.500 € Anschaffung inklusive Installation.
  • Multisplit (vier Räume): 6.500 bis 8.500 € Anschaffung inklusive Installation.
Heizkosten pro Jahr = Wärmebedarf (kWh) ÷ SCOP × Strompreis (€/kWh)
Im laufenden Betrieb bestimmen SCOP und Strompreis die Wärmekosten je Kilowattstunde. Bei einem SCOP von 4 und einem Strompreis von 32 ct/kWh liegen die Wärmekosten bei rund 8 ct/kWh — nach Angaben der Stiftung Warentest kann das gegenüber reinem Gasbetrieb bei überwiegendem Heizeinsatz der Klimaanlage bis zu 180 € pro Jahr einsparen.

Wird eine Klimaanlage als Heizung durch die KfW gefördert?

Ja, eine reversible Klimaanlage wird über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) gefördert, wenn sie zur Raumheizung dient. Ab dem 21.07.2026 gilt eine überarbeitete Förderstruktur.

Förderbaustein

Höhe ab 21.07.2026

Voraussetzung

Grundförderung

30 %

förderfähige, gelistete Heizung

Klimageschwindigkeitsbonus

16 %

Austausch alter Heizung

Einkommensbonus

40 % / 30 % / 10 % (gestaffelt)

Haushaltseinkommen bis 30.000 € / bis 40.000 € / bis 50.000 €

Förderobergrenze

bis 70 %, bis 80 % bei Einkommen ≤ 40.000 €

Gesamtdeckel je Wohneinheit

Zuschuss (€) = förderfähige Kosten (€) × Fördersatz (%)
Die förderfähigen Kosten sind ab dem 21.07.2026 auf 28.000 € für die erste Wohneinheit begrenzt. Voraussetzung ist laut Stiftung Warentest zusätzlich, dass der Haushalt nach dem Einbau mindestens 65 Prozent seines Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien deckt. Ausführliche Berechnungsbeispiele zu den einzelnen Boni finden sich in der Übersicht zur KfW-Förderung für Wärmepumpen. Die KfW nennt keine Übergangsregelung für Anträge, die vor dem 21.07.2026 gestellt wurden.

Welche rechtlichen Vorgaben gelten: F-Gase-Verordnung und Kältemittel-Verbote?

Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 regelt den Ausstieg aus klimaschädlichen Kältemitteln und unterscheidet dabei streng nach Gerätetyp.
  • Für Split-Klimaanlagen (Luft-Luft) bis 12 kW gilt ein GWP-Grenzwert, der das Kältemittel R32 ab 2029 verbietet.
  • Für Monoblock-Geräte gilt das entsprechende Verbot bereits ab 2027.
  • Bestehende R32-Anlagen dürfen laut Umweltbundesamt uneingeschränkt weiterbetrieben, repariert und mit ihrem Kältemittel nachgefüllt werden.
  • Als Alternative zu R32 kommt zunehmend das natürliche Kältemittel R290 (Propan) zum Einsatz.
Diese Fristen betreffen laut Stiftung Warentest ausschließlich das Inverkehrbringen neuer Geräte, nicht den Weiterbetrieb bestehender Anlagen: "Der Verkauf von Split-Klimaanlagen mit R32 ist in der EU deshalb ab 2029 verboten." Die F-Gase-Verordnung verpflichtet zudem auch private Betreiber: Das Umweltbundesamt stellt klar, "Betreiber im Sinne der Verordnung sind auch Eigentümer, z. B. Hausbesitzer mit einer Wärmepumpe oder Klimaanlage." Wer sich vertieft mit dem Kältemittelwechsel befassen will, findet Hintergründe im Beitrag zum R32-Verbot 2027 und den Alternativen.

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Wie wird eine bestehende Klimaanlage oder Heizung nachgerüstet?

Die Nachrüstung einer bestehenden Klimaanlage oder Heizung mit Wärmepumpenfunktion läuft in mehreren Schritten ab und darf beim Eingriff in den Kältekreis nur von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.
  • Der Fachbetrieb legt zunächst Standorte und die benötigte Heiz- beziehungsweise Kühlleistung fest.
  • Für die Kältemittelleitung wird ein Wanddurchbruch mit leichtem Gefälle nach außen hergestellt, damit Kondensat ablaufen kann.
  • Innen- und Außengerät werden montiert, wobei die maximale Leitungslänge je nach Modell begrenzt ist.
  • Der zertifizierte Fachbetrieb schließt den Kältekreis an und befüllt ihn mit Kältemittel.
  • Zum Abschluss erfolgen Druck- und Dichtheitsprüfung sowie die Inbetriebnahme der Anlage.
Bei einer Bivalenz-Lösung bleibt eine bestehende Heizung als Zusatzheizung für sehr kalte Tage erhalten, während die Klimaanlage den überwiegenden Teil der Heizlast übernimmt. Diese Kombination eignet sich besonders für teilsanierte Gebäude, bei denen eine vollständige Umstellung auf ein reines Luft-Luft-System nicht sinnvoll wäre.

Welche Nachteile hat das Heizen mit einer Klimaanlage?

Das Heizen mit einer Klimaanlage als Wärmepumpe hat mehrere systembedingte Nachteile gegenüber einer klassischen Vollheizung.
  • Keine Warmwasserbereitung: Die Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt nur die Raumluft; der Warmwasserbedarf muss über ein separates System gedeckt werden, etwa eine Brauchwasserwärmepumpe.
  • Ungleichmäßige Wärmeverteilung: Ein Innengerät beheizt nur seinen Aufstellraum, für jeden weiteren Raum ist ein eigenes Innengerät nötig.
  • Geräuschentwicklung: Das Außengerät verursacht Schall, der bei ungünstiger Aufstellung zu Konflikten mit Nachbarn führen kann.
  • Begrenzte Vorlauftemperatur bei niedrigen Außentemperaturen: Bei anhaltendem Frost sinkt die Effizienz spürbar, sodass ein zweiter Wärmeerzeuger für sehr kalte Tage sinnvoll sein kann.
  • Optischer und akustischer Komfort im Innenraum: Die Innengeräte sind sichtbar und erzeugen einen Luftstrom, den manche Nutzer als störend empfinden.

Was sagen Stiftung Warentest und Verbraucherzentrale zur Eignung als Heizung?

Die Stiftung Warentest hat mehrere Split-Klimageräte auf ihre Kühl- und Heiztauglichkeit geprüft und bestätigt den Nutzen der Heizfunktion in der Praxis. Nach Angaben der Stiftung Warentest heizt ein gut bewertetes Gerät oft günstiger als eine Gasheizung, sofern das Gebäude ausreichend gedämmt ist.
Die Verbraucherzentrale betont, dass die Technik fester Split-Geräte weitgehend der Technik von Luft-Luft-Wärmepumpen entspricht, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass mit dieser Gerätekategorie keine Warmwasseraufbereitung möglich ist. Beide Institutionen empfehlen den Einsatz vor allem in gut gedämmten Gebäuden, in denen die Vorlauftemperatur der Raumluft für eine effiziente Beheizung ausreicht.

Für wen lohnt sich die Doppellösung aus Kühlen und Heizen?

Die Doppellösung aus Kühlen und Heizen lohnt sich vor allem für gut gedämmte Gebäude, in denen Kühlbedarf im Sommer und ein moderater Heizbedarf im Winter zusammentreffen.
  • Neubau und Passivhaus: Gute Dämmung erlaubt der Klimaanlage, die volle Heizlast zu übernehmen; Warmwasser wird separat gelöst.
  • Teilsanierter Altbau: Die Klimaanlage eignet sich als Zusatzheizung neben einer bestehenden Heizung, besonders in der Übergangszeit.
  • Einzelne Räume oder Wohnungen: Ein Monosplit- oder Multisplit-Gerät deckt gezielt den Bedarf einzelner Räume ab, ohne das gesamte Heizsystem umzubauen.
  • Unsanierter Altbau: Hier ist die Klimaanlage als alleinige Vollheizung weniger geeignet; eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sollte geprüft werden.
Kein anderes verbreitetes Heizsystem kombiniert aktives Kühlen im Sommer mit einer vergleichbar sparsamen Zusatz- oder Vollheizung im Winter — das ist der zentrale Vorteil der Klimaanlage als Wärmepumpe gegenüber reinen Heizlösungen.

Wie unterscheidet sich das von Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Kühlfunktion?

Der wesentliche Unterschied liegt im Wärmeträgermedium und in der Art der Kühlung, die beide Systeme anbieten können.

Merkmal

Luft-Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage)

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Wärmeabgabe im Heizbetrieb

direkt an die Raumluft

über Heizwasser an Heizkörper oder Fußbodenheizung

Kühlart

aktive Kühlung serienmäßig

überwiegend passive Kühlung über Flächenheizung

Warmwasserbereitung

nicht möglich

integriert über Speicher möglich

Eignung als Vollheizung im Altbau

eingeschränkt

je nach Vorlauftemperatur besser geeignet

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht über eine Fußbodenheizung meist nur eine passive Kühlung mit begrenztem Temperaturhub, da kein aktiver Kältekreis für die Raumluft genutzt wird. Details zur passenden Vorlauftemperatur je Heizsystem helfen bei der Einordnung. Die Luft-Luft-Wärmepumpe bietet dagegen serienmäßig aktive Kühlung, kann im Gegenzug aber weder Warmwasser bereiten noch ein wasserbasiertes Heizsystem versorgen.

FAQ

Häufige Fragen

Kann man mit einer Klimaanlage heizen?

Ja, eine reversible Split-Klimaanlage heizt über ein 4-Wege-Umschaltventil, das den Kältekreis umkehrt. Sie entzieht dabei der Außenluft Wärme und gibt sie über das Innengerät an die Raumluft ab. Gute Geräte erreichen dabei einen SCOP von 4 bis 5.

Ist eine Klimaanlage eine Wärmepumpe?

Eine reversible Split-Klimaanlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie nutzt denselben Kältemittelkreislauf wie eine Wärmepumpe und kann über das 4-Wege-Ventil heizen und kühlen. Geräte ohne diese Umkehrfunktion werden dagegen als reine Klimaanlagen bezeichnet.

Was kostet eine Klimaanlage als Wärmepumpe?

Die Anschaffung inklusive Installation liegt je nach Raumzahl zwischen 1.500 € für ein Monosplit-Gerät und 8.500 € für ein Multisplit-System mit vier Innengeräten. Die laufenden Heizkosten hängen vom SCOP-Wert und dem Strompreis ab. Bei einem SCOP von 4 liegen sie oft unter den Kosten einer Gasheizung.

Wird eine Klimaanlage als Heizung gefördert?

Ja, über die KfW-458-Förderung sind ab dem 21.07.2026 bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, bei niedrigem Haushaltseinkommen bis zu 80 Prozent. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Haushalt danach mindestens 65 Prozent seines Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien deckt. Reine Kühlgeräte ohne Heizfunktion werden nicht gefördert.

Welches Kältemittel wird 2027 verboten?

Ab 2027 gilt das Verbot für R32 in neuen Monoblock-Klimageräten und in Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW. Split-Klimaanlagen sind von diesem früheren Termin nicht betroffen. Bestehende Anlagen dürfen unabhängig vom Verbot unbegrenzt weiterbetrieben werden.

Ab wann ist auch R32 in Split-Klimaanlagen verboten?

Für Split-Klimaanlagen (Luft-Luft) bis 12 kW gilt das R32-Verbot laut Stiftung Warentest erst ab 2029, zwei Jahre später als bei Monoblock-Geräten. Das betrifft ausschließlich den Verkauf neuer Geräte. Bereits installierte Anlagen dürfen unbegrenzt weiterbetrieben und mit R32 nachgefüllt werden.

Quellen

  1. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
  2. Umweltbundesamt — F-Gas-Verordnung, Abschnitt 1: Übergreifendes und Definitionen
  3. Stiftung Warentest — Klimageräte im Test: Heizen mit der Klimaanlage lohnt sich
  4. Stiftung Warentest — Hilft nicht nur im Sommer: Klimaanlagen im Test
  5. Stiftung Warentest — Klimageräte-Installation: Frühzeitig die Klimaanlage planen
  6. Umweltbundesamt — Neue Vorschriften für Kälte- & Klimaanlagen und Dämmstoffe

Redaktion

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