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Ratgeber · Wärmepumpe

Wärmepumpe mit Kaminofen: Kombination, Kosten und Förderung

Wärmepumpe und Kaminofen bilden ein bivalentes Heizsystem: Die Wärmepumpe trägt die Grundlast, der Kaminofen übernimmt an kalten Tagen die Spitzenlast.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung11 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kombination aus Wärmepumpe und Kaminofen ist ein bivalentes Heizsystem, bei dem die Wärmepumpe die Grundlast trägt und der Kaminofen nur an kalten Tagen zuschaltet.
  • Prinzip: Ein bivalentes Heizsystem, bei dem die Wärmepumpe die Grundlast deckt und ein wasserführender Kaminofen die Spitzenlast an kalten Tagen übernimmt.
  • Pufferspeicher: Zentrale Schnittstelle beider Wärmeerzeuger; die 1. BImSchV schreibt gesetzlich mindestens 55 Liter pro Kilowatt Nennwärmeleistung vor, Heizungsbauer empfehlen in der Praxis oft deutlich mehr.
  • Förderung ab 21.07.2026: Die Wärmepumpe erhält über KfW-458 eine Grundförderung von 30 Prozent, ein Kaminofen ist dabei nicht förderschädlich, solange er die Heizlast nicht deckt.
  • Recht: Die 1. BImSchV verlangt seit dem 31.12.2024 für Altanlagen (Baujahr 1995–März 2010) maximal 0,15 g/m³ Feinstaub und 4 g/m³ Kohlenmonoxid.
  • Brennstoff Januar 2026: Buchen-Scheitholz kostet 9,06 ct/kWh (TFZ Bayern), Pellets 417 Euro je Tonne (TFZ Bayern) – Wärmepumpen gelten im Betrieb weiterhin als das günstigere Heizsystem.
Stand: 15.07.2026

Was bedeutet Wärmepumpe mit Kaminofen und wie funktioniert die Kombination?

Eine Wärmepumpe mit Kaminofen ist ein bivalentes Heizsystem aus zwei Wärmeerzeugern, in dem die Wärmepumpe Umweltwärme als Grundlast liefert und ein wasserführender Kaminofen die Spitzenlast an kalten Tagen übernimmt. Beide Erzeuger speisen dieselbe Heizanlage über einen gemeinsamen Pufferspeicher. Diese Kombination wird auch als Hybrid-Heizsystem bezeichnet.
Das Funktionsprinzip beruht auf dem Bivalenzpunkt – der Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger zuschaltet. Oberhalb dieses Punkts arbeitet die Wärmepumpe allein. Unterhalb ergänzt oder ersetzt der Kaminofen ihre Leistung. Für ein bivalentes Heizsystem gilt die Luft-Wasser-Wärmepumpe als die bessere Wahl, da eine Sole-Wasser-Wärmepumpe eine konstante Quelltemperatur behält und den Ofen technisch fast überflüssig macht.
Drei Betriebsarten sind möglich:
  • Bivalent-parallel: Wärmepumpe und Kaminofen heizen unterhalb des Bivalenzpunkts gleichzeitig.
  • Bivalent-alternativ: Die Wärmepumpe schaltet ab, der Kaminofen übernimmt die Wärmeversorgung allein.
  • Bivalent-teilparallel: Eine Mischform mit zwei Schaltpunkten zwischen paralleler und alleiniger Ofennutzung.
Die Kombination unterscheidet sich von der monovalenten Wärmepumpe, die als einziger Wärmeerzeuger ohne zweiten Erzeuger arbeitet.

Welche Kaminofen-Typen eignen sich – Raumheizer oder wasserführender Kaminofen?

Für die Kombination mit einer Wärmepumpe eignen sich vor allem zwei Kaminofen-Typen: der Raumheizer, der ausschließlich den Aufstellraum erwärmt, und der wasserführende Kaminofen, der einen Teil seiner Wärme über einen Wärmetauscher an den Heizkreis abgibt. Nur der wasserführende Ofen entlastet die Wärmepumpe hydraulisch.
Ein wasserführender Kaminofen besitzt eine zusätzliche Kammer oder einen vollständigen Wassermantel um den Feuerraum, durch den Wasser fließt. Die beim Holzverbrennen entstehende Wärme wird an dieses Wasser übertragen und über den Pufferspeicher an den Heizkreis abgegeben – dadurch entlastet der Ofen die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Ein reiner Raumheizer wirkt dagegen nur thermisch im Aufstellraum, ohne die Wärmepumpe zu entlasten.

Merkmal

Raumheizer (luftführend)

Wasserführender Kaminofen

Wasserführender Pelletofen

Wärmeabgabe an den Heizkreis

keine

über Wassertasche/Wassermantel

über Wassertasche/Wassermantel

Beschickung

manuell

manuell

automatisch

Entlastet die Wärmepumpe

nein

ja

ja

Passt zur Hydraulik über Pufferspeicher

nein

ja

ja

Welche Wärmepumpe passt zum Kaminofen – Luft-Wasser oder Sole-Wasser?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die häufigste Kombination mit einem Kaminofen, weil sie bei niedrigen Außentemperaturen an Effizienz verliert und der Ofen genau dann die Spitzenlast übernimmt. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe profitiert dagegen kaum, da ihre Erdwärme-Quelltemperatur konstant bleibt.
Für ein bivalentes Heizsystem gilt: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die bessere Wahl, weil eine Sole-Wasser-Wärmepumpe den Kaminofen technisch überflüssig macht – außer aus Gründen der Wohnatmosphäre. Unterhalb ihres Bivalenzpunkts verliert die Luft-Wasser-Wärmepumpe an Effizienz; hier übernimmt der Kaminofen die Spitzenlast, während die Wärmepumpe an den übrigen Tagen des Jahres allein heizt.
Wer bereits eine Sole-Wasser-Wärmepumpe betreibt, gewinnt durch den Kaminofen kaum an Effizienz, da die Erdwärmequelle ihre Temperatur auch bei Frost hält. Der Kaminofen bleibt in diesem Fall eine Komfort-, keine Effizienzentscheidung.

Wie wird ein wasserführender Kaminofen hydraulisch eingebunden?

Der wasserführende Kaminofen wird über einen Pufferspeicher hydraulisch in das Wärmepumpensystem eingebunden. Beide Wärmeerzeuger speisen denselben Speicher, der als hydraulischer Trennpunkt die unterschiedlichen Temperaturniveaus entkoppelt.
Die Einbindung erfolgt in folgenden Schritten:
  • Der Kaminofen speist sein erwärmtes Wasser in den zentralen Pufferspeicher ein.
  • Eine thermische Rücklaufanhebung hält die Rücklauftemperatur zum Ofen auf einem Mindestniveau, um Kondensat und Korrosion an alter Stahlrohrtechnik zu vermeiden; sie wird üblicherweise auf 55 Grad Celsius eingestellt.
  • Eine hydraulische Weiche trennt den Kreislauf des Kaminofens vom Kreislauf der Wärmepumpe, da die im Pufferspeicher gespeicherten Temperaturen zeitweise deutlich über der Auslegungstemperatur der Heizkreise liegen können.
  • Vor jedem einzelnen Heizkreis regelt ein Mischer die Vorlauftemperatur herunter, weil die aus dem Speicher kommenden Temperaturen die zulässigen Werte für Fußbodenheizung oder Heizkörper überschreiten können.
  • Die Wärmepumpe speist parallel in den gleichen Speicher ein und schaltet zu, sobald die Speichertemperatur unter den eingestellten Sollwert sinkt.
Diese Konstruktion verhindert, dass die vom Kaminofen erzeugte Hochtemperaturwärme direkt und ungemischt in eine Flächenheizung gelangt, die für niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt ist.

Wie groß muss der Pufferspeicher für den Kaminofen sein?

Für einen wasserführenden Kaminofen schreibt die 1. BImSchV ein gesetzliches Mindest-Pufferspeichervolumen von 55 Litern pro Kilowatt Nennwärmeleistung vor (bei automatisch beschickten Anlagen wie Pelletöfen gelten 20 Liter pro Kilowatt). Heizungsbauer planen in der Praxis häufig größere Speicher, um den vollen Abbrand sicher aufzunehmen, ohne dass die Sicherheitstechnik anspricht.
V_Puffer,min = v_gesetzlich × P_Wasser
  • V_Puffer,min = gesetzliches Mindest-Speichervolumen in Litern
  • v_gesetzlich = 55 l/kW (manuell beschickte Anlagen) bzw. 20 l/kW (automatisch beschickte Anlagen wie Pelletöfen) nach 1. BImSchV
  • P_Wasser = wasserseitige Leistung des Kaminofens in Kilowatt
Beispiel: Ein wasserführender Kaminofen mit 10 kW wasserseitiger Leistung benötigt nach der gesetzlichen Mindestvorgabe 10 kW × 55 l/kW = mindestens 550 Liter Pufferspeichervolumen. Der tatsächlich installierte Speicher fällt in der Praxis oft größer aus, damit auch bei vollem Abbrand keine unkontrolliert steigende Wassertemperatur auftritt.
Ein zu klein dimensionierter Speicher ist der häufigste Planungsfehler bei dieser Kombination, weil er die Abbrandwärme nicht vollständig aufnehmen kann.

Wie viel Strom spart der Kaminofen und wie wirkt er auf die JAZ?

Ein wasserführender Kaminofen senkt den Stromverbrauch der Wärmepumpe, indem er ihre Laufzeit im ineffizienten Tieftemperaturbereich verkürzt. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis von abgegebener Heizwärme zu aufgenommenem Strom über ein Jahr.
JAZ = Q_ab ÷ W_zu

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  • Q_ab = abgegebene Heizwärme pro Jahr in Kilowattstunden
  • W_zu = aufgenommener Strom pro Jahr in Kilowattstunden
Der Kaminofen verbessert dabei nicht die JAZ der Wärmepumpe selbst, sondern reduziert ihren Betrieb in dem Temperaturbereich, in dem sie am unwirtschaftlichsten arbeitet. Übernimmt der Kaminofen an kalten Tagen einen Teil der Heizlast, entfällt für die Wärmepumpe genau der Stromverbrauch, der bei niedrigen Außentemperaturen und entsprechend niedrigerem JAZ-Wert anfallen würde. Die Verlagerung dieser Spitzenlast auf den Holzofen ist der eigentliche Effizienzhebel der Kombination – nicht eine direkte Verbesserung der Wärmepumpen-Kennzahl.

Was kostet die Kombination aus Wärmepumpe und Kaminofen 2026?

Ein wasserführender Kaminofen kostet zusätzlich zur Wärmepumpe einschließlich Pufferspeicher, Hydraulik und Einbau einen mehrstelligen Tausenderbetrag. Die Kosten verteilen sich auf das Gerät selbst, die hydraulischen Zusatzkomponenten und die Installation.

Posten

Beschreibung

Wasserführender Kaminofen (Gerät)

Kosten variieren stark nach Leistungsklasse und Ausstattung

Pufferspeicher inkl. Einbau

abhängig vom benötigten Volumen (siehe Formel oben)

Pumpengruppe, Rücklaufanhebung, Regelung

notwendige Sicherheits- und Regeltechnik

Installation und hydraulischer Anschluss

abhängig vom Aufwand der Einbindung in das Bestandssystem

Die konkrete Höhe der einzelnen Kostenpositionen hängt stark vom gewählten Fabrikat, der Ofenleistung, dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindest-Pufferspeichervolumen nach 1. BImSchV und dem baulichen Aufwand vor Ort ab; eine seriöse Kostenschätzung setzt ein Angebot des Fachbetriebs voraus.
So berechnen Sie die Gesamtkosten nach Förderung 2026:
Gesamtkosten nach Förderung = (Gerätekosten der Wärmepumpe − KfW-458-Zuschuss) + Jahresbrennstoffkosten des Kaminofens
Die KfW-458-Grundförderung deckt ab dem 21. Juli 2026 30 Prozent der förderfähigen Wärmepumpenkosten bis maximal 28.000 Euro für die erste Wohneinheit; hinzu kommen die laufenden Brennstoffkosten des Kaminofens, die bei Buchenscheitholz bei 9,06 Cent pro Kilowattstunde (TFZ Bayern, Januar 2026) liegen. Wer diese beiden Positionen zusammenrechnet, erhält eine realistischere Gesamtkostenschätzung als bei einer isolierten Betrachtung der Wärmepumpe allein.

Welche Brennstoffkosten fallen für Holz und Pellets 2026 an?

Scheitholz und Pellets kosteten Anfang 2026 je Kilowattstunde einen niedrigen einstelligen bis knapp zweistelligen Centbetrag. Nach Angaben des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) Bayern kostete ein Raummeter Buchenscheite (33 cm) im Januar 2026 im Mittel 139,4 Euro, ein Raummeter Fichtenscheite 107,1 Euro – umgerechnet 9,06 ct/kWh für Buche und 9,40 ct/kWh für Fichte. Pelletpreise lagen laut TFZ Bayern im Januar 2026 bei 417 Euro pro Tonne, rund 109 Euro mehr als ein Jahr zuvor – eine Steigerung von über 35 Prozent gegenüber Januar 2025.
Aus dem Brennstoffpreis und dem Wirkungsgrad des Ofens ergeben sich die tatsächlichen Wärmegestehungskosten:
k_Wärme = Brennstoffpreis ÷ Heizwert (bzw. η)
Beispiel: Bei einem Brennstoffpreis von 9,06 ct/kWh (TFZ Bayern, Januar 2026) für Buchenscheitholz ergibt die Division durch den Wirkungsgrad eines typischen wasserführenden Scheitholzofens den tatsächlichen Wärmepreis des Kaminofens.

Brennstoff

Preis je Einheit

Energiepreis

Quelle

Scheitholz Buche (33 cm)

139,4 Euro/Raummeter

9,06 ct/kWh

TFZ Bayern, Januar 2026

Scheitholz Fichte (33 cm)

107,1 Euro/Raummeter

9,40 ct/kWh

TFZ Bayern, Januar 2026

Holzpellets

417 Euro/Tonne

TFZ Bayern, Januar 2026

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Kaminofen und Wärmepumpe?

Ein Kaminofen ist neben einer Wärmepumpe grundsätzlich zulässig. Drei Regelwerke bestimmen die Kombination: die 1. BImSchV für Emissionen, das Gebäudeenergiegesetz für die Erneuerbare-Energien-Pflicht und das Schornsteinfegerrecht für Abnahme und Wartung.

1. BImSchV: Emissionsgrenzwerte und Stichtag 31.12.2024

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Einzelraumfeuerungsanlagen einen Feinstaubgrenzwert von höchstens 0,15 Gramm pro Kubikmeter und einen Kohlenmonoxid-Grenzwert von 4 Gramm pro Kubikmeter einhalten. Diese Anforderung betrifft insbesondere Altanlagen mit Baujahr zwischen 1995 und dem 21. März 2010, für die die Übergangsfrist nach der 1. BImSchV am 31. Dezember 2024 ablief. Anlagen, die diese Grenzwerte nicht nachweislich einhalten, müssen nachgerüstet oder stillgelegt werden.

GEG: Anrechnung auf die 65-Prozent-Pflicht

Eine Wärmepumpen-Hybridheizung mit Kaminofen erfüllt die 65-Prozent-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes über die Wärmepumpe selbst, da diese als erneuerbare Wärmeerzeugung gilt und in der Praxis den überwiegenden Teil der Heizlast trägt. Der Kaminofen tritt dabei als ergänzender, nicht als für die Pflichterfüllung notwendiger Wärmeerzeuger auf.

Schornsteinfeger: Abnahme und Feuerstättenschau

Vor der ersten Inbetriebnahme eines Kaminofens sowie nach einem Betreiberwechsel ist laut Umweltbundesamt ein Beratungsgespräch durch den Schornsteinfeger vorgeschrieben. Zusätzlich gelten folgende Prüfpflichten:
  • Der Schornsteinfeger nimmt die Feuerstätte förmlich ab, bevor sie erstmals betrieben werden darf.
  • Nach der 1. BImSchV ist eine Inspektion des Brennstofflagers zweimal in sieben Jahren vorgeschrieben.
  • Bei einem Wechsel des Betreibers ist ein erneutes Beratungsgespräch mit dem Schornsteinfeger erforderlich.

Welche Förderung gibt es 2026 – und gefährdet der Kaminofen die Wärmepumpen-Förderung?

Ein Kaminofen gefährdet die Wärmepumpen-Förderung grundsätzlich nicht, solange er nicht zur Deckung der Heizlast erforderlich ist und nicht in die Gebäudebilanz eingeht. Für die Wärmepumpe selbst gelten ab dem 21. Juli 2026 neue, überarbeitete Fördersätze der KfW-458-Förderung.

Bonus/Komponente

Wert ab 21.07.2026

Bedingung

Grundförderung

30 %

unverändert, für alle klimafreundlichen Heizungen

Klimageschwindigkeitsbonus

16 %

Austausch alter fossiler Heizung; sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte

Einkommensbonus

40 % / 30 % / 10 %

gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen: bis 30.000 € / 30.000–40.000 € / 40.000–50.000 €

Förderobergrenze

bis 70 %, mit Einkommensbonus bis 80 %

der förderfähigen Gesamtkosten

Die vor dem 21. Juli 2026 geltenden Werte – etwa ein pauschaler Einkommensbonus von 30 Prozent bis 40.000 Euro Haushaltseinkommen oder ein separater Effizienzbonus – galten nur bis zu diesem Stichtag und sind seither nicht mehr die aktuelle Regelung. Für den Kaminofen selbst gelten eigene, strengere Förderregeln über andere Programme; die Wärmepumpe bleibt davon unabhängig förderfähig.

Welche fertigen Systemlösungen bieten Hersteller wie Buderus?

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Mehrere Heizungshersteller bieten abgestimmte Komplettlösungen aus Wärmepumpe und wasserführendem Ofen an. Buderus (deutscher Heizungshersteller) stellt Fachbetrieben über eine eigene Hydraulikdatenbank drei koordinierte, einsatzbereite Hydrauliklösungen für die Kombination bereit.
  • Ein vorbereitetes Hydraulikschema kombiniert die Luft-Wasser-Wärmepumpe Logatherm WLW186i mit einem wasserführenden Scheitholz-Kaminofen.
  • Ein weiteres Schema bindet die Baureihe WLW176i E in Verbindung mit einem Pelletofen ein.
  • Alle drei Lösungen sind als geprüfte Hydraulikschemata dokumentiert, sodass der Fachbetrieb sie ohne eigene Systemplanung übernehmen kann.
Diese herstellerseitig geprüften Schemata reduzieren das Planungsrisiko gegenüber einer frei zusammengestellten Hydraulik, insbesondere bei der korrekten Positionierung von Pufferspeicher, thermischer Rücklaufanhebung und Mischerkreisen.

Wie laufen Betrieb, Wartung und Lebensdauer der Kombination ab?

Der Betrieb der Kombination erfordert manuelles oder automatisches Heizen des Ofens, regelmäßige Reinigung und gesetzlich vorgeschriebene Schornsteinfeger-Termine für die Feuerstätte.

Komponente

Wartungs-/Prüfhinweis

Wasserführender Kaminofen

regelmäßige Reinigung, Kehrpflicht nach Kehr- und Überprüfungsordnung

Brennstofflager

Inspektion zweimal in sieben Jahren (1. BImSchV)

Feuerstätte insgesamt

Feuerstättenschau nach § 14 SchfHwG zweimal in sieben Jahren

Wärmepumpe

herstellerseitig empfohlene regelmäßige Wartung

Die Feuerstättenschau durch den Schornsteinfeger erfolgt unabhängig von der Nutzungsintensität in einem festen gesetzlichen Rhythmus. Für die Wärmepumpe gelten die herstellerspezifischen Wartungsintervalle, die im Regelfall unabhängig vom Betrieb des Kaminofens einzuhalten sind.

Welche Nachteile, Risiken und typischen Fehler gibt es?

Die Kombination aus Wärmepumpe und Kaminofen birgt vier typische Risiken: einen zu kleinen Pufferspeicher, Überdimensionierung im gut gedämmten Haus, eine zu hohe Rücklauftemperatur an der Wärmepumpe und die Feinstaubbelastung durch das Holzfeuer.
  • Ein zu kleiner Pufferspeicher führt dazu, dass die Abbrandwärme nicht vollständig aufgenommen werden kann.
  • Eine Überdimensionierung im Niedrigenergiehaus führt zu einem überhitzten Aufstellraum, weil die Ofenleistung den geringen Wärmebedarf moderner Gebäude übersteigt.
  • Eine zu hohe Rücklauftemperatur an der Wärmepumpe entsteht, wenn die vom Kaminofen erhitzte Pufferspeicher-Temperatur ungemischt in die Flächenheizung und von dort zurück zur Wärmepumpe gelangt.
  • Die Feinstaubbelastung durch Holzfeuerungen bleibt ein relevanter Umweltfaktor unabhängig von der Kombination mit einer Wärmepumpe.

Fehler 1: Zu kleiner Pufferspeicher als Ursache für ineffizienten Betrieb

Ein zu klein dimensionierter Pufferspeicher kann die beim Abbrand freigesetzte Wärme nicht vollständig aufnehmen. Die Folge ist eine unkontrolliert steigende Wassertemperatur im System, die zu häufigerem Takten der Wärmepumpe und zu Wärmeverlusten führt. Die Prävention liegt in der korrekten Dimensionierung nach dem gesetzlichen Mindestvolumen der 1. BImSchV von 55 Litern pro Kilowatt wasserseitiger Ofenleistung, wobei Heizungsbauer in der Praxis häufig großzügiger planen.

Fehler 2: Überdimensionierung im Niedrigenergiehaus

In einem gut gedämmten Niedrigenergiehaus ist die tatsächliche Heizlast pro Raum gering, während viele Kaminöfen für deutlich höhere Leistungen ausgelegt sind. Die Folge ist eine Überhitzung des Aufstellraums bei jedem Abbrand, da die abgegebene Strahlungswärme den tatsächlichen Bedarf weit übersteigt. Die Prävention liegt darin, im gut gedämmten Haus einen höheren wasserseitigen Wärmeabgabe-Anteil zu wählen, damit weniger Wärme direkt in den Raum, sondern überwiegend in den Pufferspeicher abgegeben wird.

Fehler 3: Hohe Rücklauftemperatur als Effizienzrisiko für die Wärmepumpe

Wenn die vom Kaminofen erhitzte Pufferspeicher-Temperatur ohne Mischer direkt in eine Flächenheizung eingespeist wird, steigt die Rücklauftemperatur im gesamten System an. Diese erhöhte Rücklauftemperatur wirkt sich negativ auf die Effizienz der Wärmepumpe aus, wenn beide Erzeuger denselben Heizkreis versorgen. Die Prävention besteht in einer korrekt eingestellten thermischen Rücklaufanhebung und einem zentralen Puffer mit vorgeschaltetem Mischer, der die Kreise thermisch entkoppelt.

Fehler 4: Feinstaub und Umweltbelastung durch den Kaminofen

Holzfeuerungen wie Kaminöfen und Holzkessel verursachen laut Umweltbundesamt mit 15,7 Tausend Tonnen den größten Anteil der Feinstaub-Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen. Diese Feinstaubbelastung besteht unabhängig davon, ob der Kaminofen zusätzlich zu einer Wärmepumpe betrieben wird. Trockenes, ausreichend gelagertes Holz mit geringer Restfeuchte reduziert die Emissionen gegenüber feuchtem Brennmaterial deutlich.

Was sagen unabhängige Tests und wie entwickelt sich der Markt?

Die Wärmepumpe hat sich als dominierendes Heizsystem im deutschen Neubau etabliert, während die Holzfeuerung eine ergänzende Nebenrolle einnimmt. Laut Umweltbundesamt entfallen auf Holzfeuerungen wie Kaminöfen und Holzkessel 15,7 Tausend Tonnen Feinstaub-Emissionen und damit der größte Anteil unter den Kleinfeuerungsanlagen. Diese Datenlage unterstreicht, dass die Wahl eines emissionsarmen, den aktuellen 1. BImSchV-Grenzwerten entsprechenden Kaminofens für die Umweltbilanz der Kombination entscheidend ist.

Für wen lohnt sich die Kombination aus Wärmepumpe und Kaminofen?

Die Kombination lohnt sich am stärksten bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit günstigem Zugang zu Brennholz, am wenigsten in einem sehr gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung. Entscheidend sind Dämmstandard, Wärmepumpentyp und der individuelle Brennholzpreis.

Profil

Eignung

Empfehlung

Bestandsgebäude mit Luft-Wasser-Wärmepumpe, eigener Holzzugang

hoch

Wasserführender Kaminofen zur Spitzenlastentlastung

Gebäude mit hohem Wärmebedarf und Heizkörpern

mittel bis hoch

Wasserführender Ofen zur Reduzierung der Stromkosten im Tieftemperaturbetrieb

Gut gedämmter Neubau mit Fußbodenheizung

gering

Höchstens Raumheizer aus Komfortgründen

Gebäude mit Sole-Wasser-Wärmepumpe

gering

Kaminofen optional, kein nennenswerter Effizienzgewinn

Bei günstigem Zugang zu Scheitholz zu aktuellen Preisen von 9,06 Cent pro Kilowattstunde (TFZ Bayern, Januar 2026) verstärkt sich der wirtschaftliche Vorteil der Kombination zusätzlich.

FAQ

Häufige Fragen

Kann man eine Wärmepumpe mit einem normalen Kaminofen kombinieren?

Ja, ein normaler Raumheizer lässt sich neben einer Wärmepumpe betreiben, entlastet sie hydraulisch aber nicht. Nur ein wasserführender Kaminofen speist Wärme über den Pufferspeicher in das Heizsystem ein und trägt damit zur Entlastung der Wärmepumpe bei kalten Außentemperaturen bei.

Wie groß muss der Pufferspeicher für den Kaminofen mindestens sein?

Die 1. BImSchV schreibt für wasserführende Kaminöfen ein gesetzliches Mindest-Pufferspeichervolumen von 55 Litern pro Kilowatt Nennwärmeleistung vor, bei automatisch beschickten Anlagen wie Pelletöfen 20 Liter pro Kilowatt. Heizungsbauer planen in der Praxis häufig größere Speicher, damit auch ein voller Abbrand sicher aufgenommen wird.

Ist ein Kaminofen förderschädlich für die KfW-458-Förderung?

Nein, ein Kaminofen ist für die KfW-458-Förderung der Wärmepumpe grundsätzlich nicht förderschädlich. Voraussetzung ist, dass er nicht zur Deckung der Heizlast erforderlich ist und nicht in die Gebäudebilanz eingeht; die Wärmepumpe bleibt in diesem Fall vollständig förderfähig nach den ab 21. Juli 2026 geltenden Sätzen.

Ab welcher Temperatur springt der Kaminofen ein?

Der Kaminofen ergänzt die Wärmepumpe ab dem sogenannten Bivalenzpunkt, also der Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger zuschaltet. Oberhalb dieses Punkts deckt die Wärmepumpe den Wärmebedarf allein.

Wie viel Holz verbraucht die Kombination pro Jahr?

Der jährliche Holzverbrauch hängt stark von der Ofenleistung, dem Gebäude und der Nutzungsintensität ab und lässt sich nicht pauschal für jede Kombination angeben. Als Orientierung dient der aktuelle Buchenscheitholzpreis von 9,06 Cent pro Kilowattstunde (TFZ Bayern, Januar 2026), mit dem sich die individuellen Jahreskosten anhand des tatsächlichen Verbrauchs berechnen lassen.

Welche Wärmepumpe passt am besten zum Kaminofen?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe passt am besten zu einem Kaminofen, weil sie bei niedrigen Außentemperaturen an Effizienz verliert und der Ofen genau in diesem Bereich die Spitzenlast übernehmen kann. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe profitiert wegen ihrer konstanten Quelltemperatur deutlich weniger von dieser Ergänzung.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz — Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV)
  2. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
  3. TFZ Bayern — Scheitholzpreise, Stand Januar 2026
  4. TFZ Bayern — Biogene Festbrennstoffe: Entwicklung der Brennstoffpreise
  5. Umweltbundesamt — Feinstaub-Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen
  6. Umweltbundesamt — Kaminofen: Auf Effizienz achten und Alternativen prüfen

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

Unabhängige Wärmepumpen-Beratung

Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

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