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Ratgeber · Wärmepumpe

Nachtspeicherofen: Funktion, Kosten und Austauschpflicht

Ein Nachtspeicherofen heizt mit Strom und muss nicht pauschal ersetzt werden. Funktion, Betriebskosten, Asbest, Austauschpflicht und BEG-Förderung ab 21.07.2026 im Überblick.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Nachtspeicherofen heizt mit Strom und ist rechtlich kein Auslaufmodell mit Pflichtaustausch. Teuer ist vor allem der Betrieb. Für den Umstieg gelten seit dem 21.07.2026 neue Fördersätze.
  • Funktion: Der Ofen lädt nachts Speichersteine mit Strom auf und gibt die Wärme tagsüber ab.
  • Austausch: Es gibt keine pauschale gesetzliche Austauschpflicht für funktionierende Bestandsgeräte.
  • Betriebskosten: Im Rechenbeispiel kostet die Direktstromheizung 2.640 € pro Jahr, eine Wärmepumpe nur 880 €.
  • Asbest: Ältere Geräte gelten als asbestverdächtig und dürfen nur von Fachbetrieben ausgebaut werden.
  • Förderung: Ab 21.07.2026 gelten 30 % Grundförderung auf bis zu 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit.
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026

Was ist ein Nachtspeicherofen und wie funktioniert er?

Ein Nachtspeicherofen, auch Nachtspeicherheizung oder Elektro-Speicherheizung genannt, ist ein elektrisches Heizgerät. Er lädt nachts mit Strom aus dem Heizstromtarif seine Speichersteine aus Magnesit auf. Diese Steine speichern die Wärme und geben sie tagsüber an den Raum ab.
Ein Laderegler bestimmt, wie stark der Speicherkern geladen wird. Ein Rundsteuerempfänger gibt das Ladefenster des Energieversorgers frei. Magnesit ist ein Mineral, das Wärme besonders gut speichert.
Eine Wärmepumpe arbeitet grundlegend anders: Sie entzieht der Umgebung Wärme, wie im Funktionsprinzip der Wärmepumpe beschrieben. Der Nachtspeicherofen wandelt dagegen Strom direkt in Wärme um.

Welche Bauarten von Nachtspeicheröfen gibt es?

Nachtspeicheröfen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie die gespeicherte Wärme abgeben. Es gibt vier gängige Bauarten.
  • Standardspeicher: Das Gerät gibt die Wärme überwiegend per Strahlung und natürlicher Konvektion ab.
  • Lüfterspeicher: Ein Gebläse leitet die Wärme gezielt in den Raum.
  • Dynamischer Speicher: Das Gerät kombiniert Speicherkern und Gebläse, um die Wärmeabgabe besser zu steuern.
  • Flächenspeicher: Das Gerät ist flach gebaut und gibt die Wärme über eine große Fläche ab.

Was kostet ein Nachtspeicherofen in Anschaffung und Betrieb?

Der Betrieb ist der größte Kostenfaktor, weil Strom direkt in Wärme umgewandelt wird. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt dieses Verhältnis an. Die folgenden Zahlen sind Beispielannahmen, keine Messwerte.
Jahresheizkosten Nachtspeicher = Wärmebedarf (kWh) × Strompreis (€/kWh)
Jahresheizkosten Wärmepumpe = Wärmebedarf (kWh) ÷ JAZ × Strompreis (€/kWh)
Beispiel mit 12.000 kWh Wärmebedarf, 0,22 €/kWh und JAZ 3,0:
  • Nachtspeicher: 12.000 kWh × 0,22 €/kWh = 2.640 € pro Jahr.
  • Wärmepumpe: 12.000 kWh ÷ 3,0 × 0,22 €/kWh = 880 € pro Jahr.
Die Differenz beträgt im Beispiel 1.760 € pro Jahr. Wie viel Strom eine Wärmepumpe tatsächlich braucht, zeigt der Artikel zum Stromverbrauch einer Wärmepumpe. Passende Tarife finden Sie unter Stromtarife für Wärmepumpen.

Kennzahl

Nachtspeicherofen

Wärmepumpe (Luft-Wasser)

Wirkprinzip

Strom wird direkt in Wärme umgewandelt

Umweltwärme wird mit Strom auf Heiztemperatur angehoben

Faktor im Beispiel

1,0

JAZ 3,0

Stromkosten im Beispiel

2.640 € pro Jahr

880 € pro Jahr

Wie bediene und lade ich einen Nachtspeicherofen richtig?

Der Laderegler bestimmt, wie viel Wärme der Ofen über Nacht speichert. Je kälter es draußen wird, desto höher stellen Sie die Ladung ein. So vermeiden Sie, dass der Speicher zu stark oder zu schwach geladen wird.

Wärmepumpen-Check

Gilt das auch für Ihr Haus?

Finden Sie in wenigen Minuten heraus, was für Ihre Situation realistisch ist.

  • Prüfen Sie, ob Ihr Heizstromtarif ein festes Ladefenster vorgibt.
  • Stellen Sie den Laderegler im Herbst auf eine niedrige Stufe ein.
  • Erhöhen Sie die Ladung bei sinkenden Außentemperaturen schrittweise.
  • Regeln Sie die Wärmeabgabe tagsüber über die Entladesteuerung.
  • Senken Sie die Ladung im Frühjahr wieder ab.
  • Lassen Sie Rundsteuerempfänger und Regler bei Auffälligkeiten vom Fachbetrieb prüfen.

Lohnt sich ein gebrauchter Nachtspeicherofen?

Ein gebrauchter Nachtspeicherofen lohnt sich nur selten. Ältere Geräte können Asbest enthalten, und die hohen Stromkosten bleiben bestehen. Der günstige Kaufpreis wird durch den Betrieb schnell aufgezehrt.
Prüfen Sie vor dem Kauf Zustand, Alter und Entsorgungsfragen. Ein Elektroaltgerät unterliegt dem ElektroG und muss später fachgerecht entsorgt werden. Lassen Sie Einbau und Prüfung von einem Fachbetrieb ausführen.

Enthalten Nachtspeicheröfen Asbest und wie erkenne ich es?

Ältere Nachtspeicheröfen können Asbest enthalten. Ob ein Gerät betroffen ist, lässt sich von außen nicht sicher feststellen. Entscheidend sind Alter, Typenschild und die Prüfung durch einen Fachbetrieb.
  • Gehen Sie bei älteren Geräten grundsätzlich von einem Asbestverdacht aus.
  • Öffnen oder zerlegen Sie das Gerät nicht selbst.
  • Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, der nach TRGS 519 arbeitet.
  • Beachten Sie, dass ältere Geräte auch Chromat, künstliche Mineralfasern (KMF) oder PCB enthalten können.
  • Teilen Sie dem Fachbetrieb Alter und Nutzungsgeschichte des Geräts mit.

Was kostet die Entsorgung eines Nachtspeicherofens?

Die Entsorgungskosten hängen vor allem davon ab, ob das Gerät Asbest enthält. Ohne Schadstoffe fällt eine normale Entsorgung als Elektroaltgerät an. Bei Asbestverdacht kommen Analyse, Spezialdemontage und Sondermüllentsorgung durch einen Fachbetrieb hinzu.
Verbindliche Preise nennt nur ein Angebot des Fachbetriebs. Holen Sie dieses vor dem Ausbau ein.

Muss ich meine Nachtspeicherheizung austauschen?

Nein, für funktionierende Nachtspeicherheizungen gibt es keine pauschale Austauschpflicht. Bestehende Geräte dürfen grundsätzlich weiterlaufen. Strengere Anforderungen betreffen vor allem den Neueinbau von Heizungen.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) geändert. Prüfen Sie für Ihren Einzelfall den aktuellen Gesetzestext, auch zu § 72 GEG. Vermieter sollten sich zusätzlich rechtlich beraten lassen.

Welche Förderung gibt es ab 21.07.2026 für den Umstieg von der Nachtspeicherheizung?

Ab dem 21.07.2026 fördert die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) den Heizungstausch in Wohngebäuden mit 30 % Grundförderung. Förderfähig sind bei der ersten Wohneinheit bis zu 28.000 €. Die Zuschüsse laufen über das KfW-Programm 458. Alle Angaben stammen von der KfW zu den Anpassungen der BEG 2026.

Förderbaustein

Bis 20.07.2026

Ab 21.07.2026

Grundförderung

30 %

30 %

Höchstbetrag erste Wohneinheit

30.000 €

28.000 €

Effizienzbonus

5 %

entfällt

Klimageschwindigkeitsbonus

20 %

16 %

Einkommensbonus

pauschal 30 % bis 40.000 €

40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 €

Obergrenze

–

70 %, für Selbstnutzer bis 40.000 € Einkommen 80 %

Grundzuschuss = förderfähige Kosten × Fördersatz
Beispiel: 28.000 € × 30 % = 8.400 € Grundzuschuss. Hinzu kommen je nach Voraussetzungen die Boni, begrenzt durch die Obergrenze. Details zum Bonus finden Sie im Artikel zum gestaffelten Einkommensbonus, einen Überblick im KfW-Update ab 21. Juli 2026.
  • Ab dem 01.02.2027 sinken der Höchstbetrag und der Klimageschwindigkeitsbonus halbjährlich.
  • Ein Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen ist erst für das 1. Quartal 2027 geplant und noch nicht in Kraft.
  • Die Übergangsregelung vom 09.07. bis 20.07.2026 ist abgeschlossen. Seit dem 21.07.2026 gelten für neue (g)BzA und TPB-IDs automatisch die neuen Bedingungen.

Welche Alternativen gibt es zum Nachtspeicherofen, auch im Altbau?

Als Ersatz kommen Wärmepumpe, Infrarotheizung, Fernwärme und Gasheizung infrage. Im Altbau entscheidet vor allem die nötige Vorlauftemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn Heizkörper oder Fußbodenheizung mit niedriger Temperatur auskommen.

System

Einordnung

Wärmepumpe

Effizient, förderfähig, auch mit Heizkörpern möglich, siehe Wärmepumpe im Altbau

Infrarotheizung

Stromdirektheizung, Kosten im Überblick unter Infrarotheizung Kosten

Fernwärme

Setzt ein Wärmenetz vor Ort voraus

Gasheizung

Fossiler Energieträger, für den Neueinbau rechtlich eingeschränkt

Ein Pufferspeicher kann den Betrieb einer Wärmepumpe glätten. Einen Überblick über weitere Stromheizungen bietet der Artikel Elektroheizungen im Test.

Welche Nachteile und Risiken haben Nachtspeicheröfen?

Nachtspeicheröfen haben im Alltag fünf typische Nachteile. Sie betreffen Kosten, Komfort und Sicherheit.
  • Die Betriebskosten sind hoch, weil Strom direkt in Wärme umgewandelt wird.
  • Die Regelbarkeit ist eingeschränkt, weil der Speicher träge reagiert.
  • Der Laderegler muss zur Witterung passend eingestellt werden.
  • Schwere Geräte können kippen, wenn sie nicht gesichert sind.
  • Ältere Geräte können Asbest und andere Schadstoffe enthalten.

Was sagen Tests und Verbraucherorganisationen zu Nachtspeicherheizungen?

Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen raten bei Nachtspeicherheizungen vor allem zum Vergleich der Stromtarife. Sie weisen außerdem darauf hin, dass moderne Heizsysteme deutlich effizienter arbeiten. Das Gerät selbst ist dabei weniger das Problem als der hohe Stromverbrauch.

Senkt eine Nachtspeicherheizung den Wert einer Immobilie?

Eine Nachtspeicherheizung kann den Wert einer Immobilie mindern. Käufer rechnen mit Modernisierungsbedarf und hohen Heizkosten. Für Vermieter kann ein Umstieg die Vermietbarkeit verbessern. Eine Wärmepumpe gilt als zukunftsfähigere Lösung.

Wie geht es mit der Nachtspeicherheizung weiter?

Die Nachtspeicherheizung verliert langfristig an Bedeutung. Förderung für Wärmepumpen und strengere Vorgaben für neue Heizungen erhöhen den Druck zum Umstieg. Der Betrieb bleibt abhängig vom Heizstromtarif, auch im Zusammenhang mit § 14a EnWG. Prüfen Sie Gesetz und Förderkulisse vor einer Entscheidung erneut.

Wann lohnt sich Weiterbetrieb, wann der Austausch?

Die Entscheidung hängt von Gebäudezustand, Asbestverdacht, Eigentumsverhältnissen und Einkommen ab.

Situation

Empfehlung

Gerät funktioniert, Budget knapp

Weiterbetrieb möglich, Umstieg planen

Asbestverdacht

Fachbetrieb beauftragen, nicht selbst ausbauen

Sanierter Altbau oder Neubau

Umstieg auf Wärmepumpe mit Förderung prüfen

Eigentümer mit niedrigem Einkommen

Einkommensbonus prüfen

Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG)

Beschluss der Gemeinschaft einholen

Mieter

Umstieg liegt beim Vermieter

FAQ

Häufige Fragen

Ist die Nachtspeicherheizung verboten?

Nein, ein pauschales Verbot für bestehende Nachtspeicherheizungen gibt es nicht. Funktionierende Geräte dürfen weiterbetrieben werden. Strengere Vorgaben betreffen vor allem den Neueinbau von Heizungen. Prüfen Sie im Einzelfall den aktuellen Gesetzestext.

Muss ich meine Nachtspeicherheizung austauschen?

Nein, es gibt keine pauschale gesetzliche Austauschpflicht für funktionierende Bestandsgeräte. Ein Austausch ist freiwillig, kann sich aber wegen der hohen Stromkosten und der Förderung lohnen.

Wie viel Strom verbraucht ein Nachtspeicherofen pro Jahr?

Der Verbrauch entspricht dem Wärmebedarf des Gebäudes, da Strom direkt in Wärme umgewandelt wird. Im Rechenbeispiel mit 12.000 kWh Wärmebedarf verbraucht die Anlage 12.000 kWh Strom pro Jahr.

Darf ich einen Nachtspeicherofen selbst ausbauen?

Bei Asbestverdacht nicht. Der Ausbau älterer Geräte muss durch einen Fachbetrieb nach TRGS 519 erfolgen. Öffnen Sie das Gerät nicht selbst.

Was kostet der Umstieg auf eine Wärmepumpe?

Die Kosten hängen von Gebäude, Gerät und Installation ab. Förderfähig sind ab 21.07.2026 bei der ersten Wohneinheit bis zu 28.000 €, davon werden mindestens 30 % bezuschusst. Holen Sie mehrere Angebote ein.

Welche Förderung gibt es für den Wärmepumpen-Umstieg?

Ab 21.07.2026 gibt es 30 % Grundförderung, einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % und einen gestaffelten Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 %. Die Gesamtförderung ist auf 70 % begrenzt, für Selbstnutzer bis 40.000 € Einkommen auf 80 %.

Wie kann ich Heizstrom-Tarife vergleichen?

Vergleichen Sie Arbeitspreis, Grundpreis und Ladefenster des Tarifs mit Ihrem Verbrauch. Hilfreich ist die Übersicht zu [Stromtarifen für Wärmepumpen](/waermepumpe/strom-tarife), die auch Heizstromtarife erklärt.

Quellen

  1. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
  2. KfW — Heizungsförderung (Übergangshinweise)

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

Unabhängige Wärmepumpen-Beratung

Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

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