Das Wichtigste in Kürze
- Eine Elektroheizung wandelt Strom direkt in Wärme um und ist im Dauerbetrieb teuer. Diese Punkte sollten Sie kennen:
- Definition: Eine Elektroheizung (Stromdirektheizung) erreicht am Gerät einen Wirkungsgrad von 100 %, nutzt aber keine Umweltwärme.
- Testlage: Einen klassischen Produkttest mit Testsieger für Elektroheizungen gibt es nicht.
- Kosten: Haushalte zahlten laut Statistischem Bundesamt im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 ct/kWh für Strom, Heizen mit Strom ist daher im Dauerbetrieb teuer.
- Recht: Für Nachtspeicherheizungen besteht kein Betriebsverbot.
- Förderung: Der Umstieg auf eine Wärmepumpe wird ab 21.07.2026 mit bis zu 70 % gefördert, für selbstnutzende Eigentümer mit kleinem Einkommen bis zu 80 %.
Was ist eine Elektroheizung?
Welche Typen von Elektroheizungen gibt es?
Typ | Wärmeabgabe | Einsatz | Besonderheit |
Konvektor | Warmluftzirkulation | Zusatzheizung im Wohnraum | schnell warm |
Heizlüfter | Warmluft per Ventilator | kurzfristige Übergangslösung | sehr schnelle Wärme |
Infrarotheizung | Strahlungswärme auf Flächen und Personen | punktuelle Raumbeheizung | wärmt Luft nur indirekt |
Nachtspeicherheizung | gespeicherte Wärme, verzögerte Abgabe | Bestandsgebäude mit Nachtstrom | träge Regelung |
Ölradiator | Konvektion und Strahlung über Thermoöl | mobile Zusatzheizung | gleichmäßige Wärme |
Elektrische Fußbodenheizung | Flächenwärme im Boden | Bad, Einzelräume | Einbau im Bodenaufbau |
Gibt es einen Stiftung-Warentest-Test oder Testsieger für Elektroheizungen?
- Stiftung Warentest bewertet Elektroheizungen vor allem unter Kostengesichtspunkten.
- Die Verbraucherzentrale Hamburg rät unter dem Titel „Elektroheizung? Besser nicht!" vom Heizen mit Strom ab.
- Ein Portal-Ranking ersetzt keine unabhängige Labormessung.
Wie viel Strom verbraucht eine Elektroheizung und was kostet sie?
Strompreis | Wert |
Haushaltsdurchschnitt 1. Halbjahr 2026 (Destatis) | 37,97 ct/kWh |
Neukunden Januar 2026, modelliert (Bundesnetzagentur) | 34,9 ct/kWh |
Welche Elektroheizung ist am sparsamsten?
- Infrarotheizung: Sie spart bei gleichem Wärmebedarf keinen Strom gegenüber einem Konvektor.
- Konvektor: Mit gutem Thermostat vermeidet er unnötige Betriebsstunden.
- Heizlüfter: Er eignet sich nur für kurze Einsätze.
- Nachtspeicherheizung: Sie profitiert vom niedrigeren Nachtstrompreis, bleibt aber träge.
- Wärmepumpe mit Wärmepumpenstrom: Sie senkt den Strombedarf deutlich, siehe Wärmepumpenstrom-Tarife.
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Elektroheizung oder Wärmepumpe: Wie unterscheiden sich COP und JAZ?
System | Effizienz | Stromverbrauch | Stromkosten pro Jahr |
Elektroheizung | 100 % (Faktor 1) | 15.000 kWh | 4.500 € |
Wärmepumpe | JAZ 3,0 | 5.000 kWh | 1.500 € |
Wie viel Watt braucht welcher Raum?
Gebäudetyp | Richtwert |
Neubau nach GEG-Standard | 30 bis 50 W/m² |
Unsanierter Altbau | 100 bis 150 W/m² |
Was ist über Marken und Hersteller belegbar?
- Auf passende Leistung in Watt für den Raum achten.
- Einen genauen Thermostat wählen, der Betriebsstunden begrenzt.
- Bei Heizlüftern auf Kippschutz und Überhitzungsabschaltung achten.
- Werbeaussagen zu „Stromsparen" kritisch prüfen, wie es auch die Verbraucherzentrale empfiehlt.
Eignet sich eine Elektroheizung als Zusatz- oder Mobilheizung?
- Bad und Gästezimmer: Kurze, seltene Nutzung hält die Kosten niedrig.
- Gartenhaus: Ein Heizlüfter oder Konvektor genügt für gelegentliches Heizen.
- Wohnmobil: Am Landstromanschluss ist sie eine praktikable Ergänzung, ohne Abgase im Innenraum.
- Mit Photovoltaik: Selbst erzeugter Strom senkt die Kosten, wenn die Anlage zur Heizzeit Überschuss liefert.
Welche Nachteile und Risiken hat eine Elektroheizung?
- Kosten: Strom kostete Haushalte im 1. Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 37,97 ct/kWh.
- Brandgefahr: Heizlüfter und Ölradiatoren dürfen nie neben brennbaren Stoffen stehen.
- Netzbelastung: Viele Direktheizungen erhöhen die Spitzenlast und damit die Netzentgelte.
- Keine Förderung: Für Elektroheizungen gibt es keine KfW-Förderung, wohl aber für den Umstieg auf eine Wärmepumpe.
Wärmepumpen-Check
Wie sieht die Rechnung für Ihr Haus aus?
Beantworten Sie ein paar Fragen zu Ihrem Haus — wir ordnen Kosten und Förderung für Ihre Situation ein.
Darf man 2026 noch eine Elektroheizung einbauen?
- Bestehende Nachtspeicherheizungen dürfen weiterbetrieben werden.
- Für den Neueinbau empfiehlt sich eine Prüfung der Anforderungen vor der Planung.
Gibt es Förderung für den Umstieg auf eine Wärmepumpe?
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % (bis 20.07.2026 gilt noch 20 %).
- Einkommensbonus: 40 % bis 30.000 € zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen, 30 % über 30.000 bis 40.000 €, 10 % über 40.000 bis 50.000 €.
- Obergrenze: 70 %, für selbstnutzende Eigentümer bis 40.000 € Einkommen 80 %.
- Entfallen: Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag zum 21.07.2026.
- Geplant für das 1. Quartal 2027, noch nicht in Kraft: Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen.
Infrarotheizung: Was versprechen Hersteller und was zeigt die Realität?
- Strahlungswärme erwärmt Flächen und Personen direkt, nicht die Raumluft.
- Weniger Verbrauch entsteht nur, wenn kürzer oder gezielter geheizt wird.
- Ein Kostenvorteil gegenüber anderen Stromheizungen ergibt sich nicht aus dem Gerätetyp.
Wie entwickeln sich Strompreise und Heizungsmarkt?
- Laut Statistischem Bundesamt lag der Haushaltsstrompreis im 1. Halbjahr 2026 bei 37,97 ct/kWh und damit 6,4 % unter dem 2. Halbjahr 2025.
- Wärmepumpenstrom und Netzentgelte beeinflussen die Betriebskosten von Wärmepumpen.
- Alternativen wie Pelletheizung und Fernwärme bleiben im Wettbewerb.
FAQ
Häufige Fragen
Ist Heizen mit Strom teuer?
Ja, Heizen mit Strom ist teuer. Laut Statistischem Bundesamt zahlten Haushalte im 1. Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 ct/kWh für Strom. Da eine Elektroheizung keine Umweltwärme nutzt, entspricht jede Kilowattstunde Wärme einer Kilowattstunde Strom.
Was kostet eine Elektroheizung pro Monat?
Das hängt von Wärmebedarf und Strompreis ab. Bei 5.000 kWh Jahreswärmebedarf und 30 ct/kWh fallen rund 1.500 € pro Jahr an, also etwa 125 € im Monatsmittel. Der Wert ist eine Beispielrechnung, die tatsächlichen Kosten schwanken je nach Nutzung stark.
Welche Elektroheizung verbraucht am wenigsten Strom?
Keine Bauart verbraucht bei gleicher Wärmemenge weniger, da alle einen Wirkungsgrad von 100 % haben. Sparen lässt sich nur über kürzere Heizzeiten, passende Leistung und einen genauen Thermostat. Deutlich weniger Strom braucht eine Wärmepumpe mit einer JAZ über 1.
Ist eine Infrarotheizung günstiger als ein Heizlüfter?
Nein, bei gleichem Wärmebedarf verbrauchen beide gleich viel Strom. Beide arbeiten mit einem Wirkungsgrad von 100 %. Die Infrarotheizung bietet Strahlungswärme, der Heizlüfter schnelle Warmluft. Ein Kostenvorteil entsteht nur durch kürzere oder gezieltere Nutzung, nicht durch den Gerätetyp.
Gibt es einen Stiftung-Warentest-Testsieger für Elektroheizungen?
Nein, einen klassischen Produkttest mit Testsieger gibt es nicht. Stiftung Warentest betrachtet das Thema vor allem über Kosten und Wirtschaftlichkeit. Rankings auf Vergleichsportalen beruhen auf eigenen Kriterien und nicht auf unabhängigen Labormessungen.
Ist eine Nachtspeicherheizung verboten?
Nein, für Nachtspeicherheizungen besteht kein Betriebsverbot. Bestehende Geräte dürfen weiterlaufen. Wirtschaftlich sind sie wegen der Stromkosten dennoch oft eine Belastung, siehe [Nachtspeicherofen: Kosten und Austauschpflicht](/waermepumpe/nachtspeicherofen).
Lohnt sich eine Elektroheizung mit Photovoltaik?
Sie kann sich punktuell lohnen, wenn die Photovoltaikanlage zur Heizzeit Überschuss liefert. Im Winter ist der Ertrag meist gering, der Bedarf aber hoch. Als alleinige Heizung bleibt sie deshalb ungünstiger als eine Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Wird der Austausch gegen eine Wärmepumpe gefördert?
Ja, über das KfW-Programm 458 gilt ab 21.07.2026 eine Grundförderung von 30 % auf bis zu 28.000 € förderfähige Kosten. Mit Boni sind insgesamt bis zu 70 % möglich, für selbstnutzende Eigentümer mit Einkommen bis 40.000 € bis zu 80 %.
Quellen
- KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026
- Statistisches Bundesamt (Destatis) — Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 gesunken (Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026)
- Bundesnetzagentur — Bundesnetzagentur veröffentlicht neue Daten zu Lieferantenwechseln (11.03.2026)
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