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Ratgeber · Wärmepumpe

Wärmepumpenstrom: Preisentwicklung, Tarife und Umlagenbefreiung

Was kostet Wärmepumpenstrom 2026, wie hat sich der Preis entwickelt und wann lohnt sich ein zweiter Zähler? Preise, Module nach §14a EnWG und Break-even-Rechnung.

Von wärmepumpen-preise.de Redaktion · Unabhängige Wärmepumpen-Beratung5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpenstrom ist ein günstigerer Strombezug für Wärmepumpen, der über einen eigenen Tarif oder über Netzentgelt-Module nach §14a EnWG entsteht.
  • Haushaltsstrom kostete im 1. Halbjahr 2026 laut Destatis im Durchschnitt 37,97 ct/kWh.
  • Modul 1 entlastet pauschal, die Höhe unterscheidet sich je nach Netzbetreiber.
  • Modul 2 mit zweitem Zähler lohnt sich im Rechenbeispiel ab etwa 5.000 kWh Jahresverbrauch.
  • Versorger müssen die Netzentgelt-Entlastung nicht weitergeben, deshalb entscheidet der Vertrag.
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026

Was ist Wärmepumpenstrom?

Wärmepumpenstrom ist ein Stromtarif für den Betrieb einer elektrischen Wärmepumpe, der in der Regel über einen separaten Zähler und eine eigene Marktlokation abgerechnet wird. Alternativ erhalten Betreiber mit Modul 1 eine pauschale Netzentgelt-Entlastung ohne zweiten Zähler. Beide Wege machen den Strom günstiger als Haushaltsstrom aus der Grundversorgung.

Wie hoch ist der Wärmepumpenstrompreis 2026?

Haushaltsstrom kostete im 1. Halbjahr 2026 laut Destatis durchschnittlich 37,97 ct/kWh. Wärmepumpentarife liegen in der Regel darunter, weil das Netzentgelt reduziert ist. Die genaue Höhe hängt von Anbieter und Netzgebiet ab.

Kennzahl

Wert

Quelle / Stand

Haushaltsstrom, Durchschnitt

37,97 ct/kWh

Destatis, 1. Halbjahr 2026

Haushalte unter 1.000 kWh pro Jahr

57,99 ct/kWh

Destatis, 1. Halbjahr 2026

Haushalte über 15.000 kWh pro Jahr

30,55 ct/kWh

Destatis, 1. Halbjahr 2026

Die Werte beziehen sich auf Haushaltsstrom insgesamt. Einen aktiven Tarifvergleich über CHECK24 oder Verivox sollten Sie dennoch nutzen.

Wie hat sich der Wärmepumpenstrompreis seit 2020 entwickelt?

Der Haushaltsstrompreis sank im 1. Halbjahr 2026 laut Destatis um 6,4 % gegenüber dem 2. Halbjahr 2025. Destatis nennt niedrigere Netzentgelte durch den Bundeszuschuss als wichtigen Grund.

Zeitraum

Ereignis

Preiswirkung

2022 und 2023

Energiekrise, Strompreisbremse

Stark erhöhte Preise, 2023 zeitweise gedeckelt

Seit 1. Januar 2024

§14a EnWG mit Modul 1 und 2

Netzentgelt-Entlastung für Wärmepumpen

2. Halbjahr 2025 bis 1. Halbjahr 2026

Bundeszuschuss zu Netzentgelten

Haushaltsstrom −6,4 % auf 37,97 ct/kWh

Warum war Wärmepumpenstrom 2022/2023 so teuer?

Die Energiekrise ließ die Preise 2022 und 2023 deutlich steigen. Mehrere Faktoren wirkten zusammen:
  • Die Beschaffungskosten der Versorger stiegen stark.
  • Neukunden zahlten zeitweise deutlich höhere Preise als Bestandskunden.
  • Die Strompreisbremse deckelte 2023 den Preis nur für einen Teil des Verbrauchs.

Woraus setzt sich der Wärmepumpenstrompreis zusammen?

Der Preis besteht aus Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelt, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Umlagen und Abgaben. Hinzu kommt ein Grundpreis. Auf der Rechnung erscheinen diese Posten im Arbeitspreis und im Grundpreis.
  • Das Netzentgelt senken die Module nach §14a EnWG.
  • Der Arbeitspreis wird je Kilowattstunde berechnet.
  • Der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an, bei zweitem Zähler zusätzlich.

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Was regelt §14a EnWG für Wärmepumpen?

§14a EnWG regelt die Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen ins Stromnetz. Netzbetreiber dürfen bei akuter Überlastung die Leistung auf bis zu 4,2 kW drosseln. Den Netzanschluss einer neuen Wärmepumpe dürfen sie laut Bundesnetzagentur nicht verweigern oder verzögern. Geräte unter 4,2 kW Anschlussleistung liegen grundsätzlich außerhalb der Regel.

Wie hoch ist die Entlastung bei Modul 1, 2 und 3?

Die drei Module entlasten das Netzentgelt auf unterschiedliche Weise. Modul 1 ist pauschal, Modul 2 prozentual und Modul 3 zeitvariabel.

Modul

Art der Entlastung

Voraussetzung

Eignung

Modul 1

Pauschale pro Jahr, Höhe je nach Netzbetreiber

Kein zweiter Zähler nötig

Geringer Verbrauch

Modul 2

Arbeitspreis auf 40 % gesenkt, also 60 % Reduzierung

Separate Messung und eigene Marktlokation

Hoher Verbrauch

Modul 3

Zeitvariable Netzentgelte

Intelligentes Messsystem

Flexibler Verbrauch

Lohnt sich ein separater Zähler?

Ein separater Zähler lohnt sich, wenn die Ersparnis bei Modul 2 die Modul-1-Pauschale plus Zählerkosten übersteigt. Im folgenden Beispiel liegt die Schwelle bei 5.000 kWh pro Jahr.
Break-even-Verbrauch (kWh) = (Modul-1-Pauschale + Zählerzusatzkosten pro Jahr) ÷ (0,6 × Netzentgelt-Arbeitspreis)
Der Faktor 0,6 entspricht der 60-prozentigen Reduzierung des Netzentgelt-Arbeitspreises bei Modul 2 nach dem Beschluss der Bundesnetzagentur zu §14a EnWG. Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Pauschale 140 € (Annahme, sie unterscheidet sich je nach Netzbetreiber), Zählerzusatzkosten 100 € pro Jahr und Netzentgelt-Arbeitspreis 0,08 €/kWh. Daraus folgt (140 € + 100 €) ÷ (0,6 × 0,08 €/kWh) = 5.000 kWh. Zählerkosten und Arbeitspreis sind Annahmen. Setzen Sie die Werte Ihres Netzbetreibers ein.

Darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe drosseln?

Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe nur bei akuter Überlastung drosseln. Die Leistung darf dabei nicht unter 4,2 kW fallen. Ein Recht, den Anschluss zu verweigern, besteht laut Bundesnetzagentur nicht.

Wer gibt die Netzentgelt-Entlastung weiter?

Versorger müssen die Reduzierung laut Bundesnetzagentur transparent auf der Rechnung ausweisen, sind aber nicht zur Weitergabe verpflichtet. Entscheidend ist der Vertrag. Prüfen Sie diese Punkte:
  • Die Rechnung weist die Netzentgelt-Reduzierung separat aus.
  • Der Vertrag ordnet Ihre Wärmepumpe dem richtigen Modul zu.
  • Eine Vertragsklausel regelt die Weitergabe der Entlastung.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für die Wärmepumpe?

Ein dynamischer Stromtarif lohnt sich nur, wenn Sie den Betrieb in günstige Stunden verschieben können. Er setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Bei Preisspitzen am Spotmarkt drohen höhere Kosten. Eng verwandt ist Modul 3 mit zeitvariablen Netzentgelten.

Wie wechsle ich den Wärmepumpenstrom-Anbieter?

Der Wechsel läuft in fünf Schritten:
  • Legen Sie Verbrauch, Zählernummer und Marktlokation bereit.
  • Prüfen Sie, welches Modul Ihr Netzbetreiber anwendet.
  • Vergleichen Sie Tarife mit vollständigem Jahrespreis.
  • Beauftragen Sie den Wechsel beim neuen Versorger.
  • Kontrollieren Sie die erste Abrechnung auf die Netzentgelt-Entlastung.
Mehr dazu finden Sie unter Strom-Tarife und Module im Vergleich.

Welche typischen Fehler kosten bei Wärmepumpenstrom Geld?

  • Ein falsches Modul verschenkt Entlastung, deshalb sollten Sie die Break-even-Rechnung durchführen.
  • Ein fehlender zweiter Zähler schließt Modul 2 aus, daher lohnt sich die Prüfung bei hohem Verbrauch.
  • Ein nicht erneuerter Tarif bleibt teuer, darum sollten Sie regelmäßig vergleichen.
  • Eine ungeprüfte Weitergabe lässt Entlastung beim Versorger, deshalb gehört die Vertragsklausel in die Prüfung.
Den eigenen Bedarf können Sie mit dem Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen ermitteln.

Welche Förderung gibt es 2026 für die Wärmepumpe selbst?

Ab dem 21.07.2026 gilt für Wohngebäude im KfW-Programm 458 eine Grundförderung von 30 %. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 %. Die förderfähigen Kosten liegen für die erste Wohneinheit bei 28.000 €. Die Förderung ist auf 70 % der Kosten begrenzt, für selbstnutzende Eigentümer mit Einkommen bis 40.000 € auf 80 %. Die Details der KfW zu den Anpassungen 2026 gelten ab diesem Datum.
  • Der Einkommensbonus beträgt 40 % bis 30.000 € zu versteuerndem Einkommen.
  • Er beträgt 30 % über 30.000 bis 40.000 €.
  • Er beträgt 10 % über 40.000 bis 50.000 €.
  • Der Effizienzbonus entfällt zum 21.07.2026.
  • Ein Wertschöpfungsbonus für in der EU gefertigte Wärmepumpen ist erst für das 1. Quartal 2027 geplant.

Wie wird sich der Wärmepumpenstrompreis 2027 entwickeln?

Der Preis hängt vor allem von Netzentgelten, dem Bundeszuschuss und den Beschaffungskosten ab. Sinkende Netzentgelte durch den Bundeszuschuss wirkten zuletzt dämpfend. Eine amtliche Prognose für 2027 liegt nicht vor. Der CO₂-Preis kann die Erzeugungskosten beeinflussen.

FAQ

Häufige Fragen

Was kostet Wärmepumpenstrom pro kWh?

Haushaltsstrom kostete im 1. Halbjahr 2026 laut Destatis durchschnittlich 37,97 ct/kWh. Wärmepumpentarife liegen meist darunter, die Höhe hängt von Anbieter und Netzgebiet ab.

Wärmepumpenstrom oder Haushaltsstrom – was ist günstiger?

Wärmepumpenstrom ist in der Regel günstiger, weil das Netzentgelt reduziert ist. Haushaltsstrom kostete im 1. Halbjahr 2026 laut Destatis 37,97 ct/kWh. Der Vergleich hängt vom Grundpreis und den Zählerkosten ab.

Brauche ich einen zweiten Zähler für Wärmepumpenstrom?

Nur für Modul 2 ist eine separate Messung mit eigener Marktlokation nötig. Modul 1 funktioniert ohne zweiten Zähler.

Wie hoch ist die Modul-1-Pauschale?

Die Pauschale ist ein fester Jahresbetrag, der sich je nach Netzbetreiber unterscheidet. Die aktuelle Höhe nennt Ihr Netzbetreiber.

Was passiert bei Steuerung nach §14a EnWG?

Der Netzbetreiber darf bei akuter Überlastung auf bis zu 4,2 kW drosseln. Eine Abschaltung ist nicht vorgesehen.

Wann lohnt sich Modul 3?

Modul 3 lohnt sich, wenn Sie Ihren Verbrauch in netzgünstige Zeiten verschieben können. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem.

Quellen

  1. Bundesnetzagentur — § 14a Energiewirtschaftsgesetz (BK8-22/010-A)
  2. Bundesnetzagentur — Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis) — Erdgas- und Stromdurchschnittspreise
  4. KfW — Anpassungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026

Redaktion

wärmepumpen-preise.de Redaktion

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Die wärmepumpen-preise.de-Redaktion prüft jeden Ratgeber auf fachliche Richtigkeit — auf Basis der aktuellen BEG-Förderrichtlinien, technischer Normen und Erfahrungswerten aus realen Wärmepumpen-Projekten in Deutschland. Wir arbeiten herstellerunabhängig und verkaufen keine Anlagen.

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