Aktualisiert am 15.07.2026
Die LG Therma V R290-Serie ist eine Monoblock-Baureihe mit fünf Leistungsstufen von 7 bis 16 kW Heizleistung, ausgelegt für Einfamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser. Alle Modelle nutzen dasselbe Kältemittel und dieselbe Verdichtertechnologie, unterscheiden sich aber in Leistung, Stromanschluss und Schalldruckpegel. Die Modellbezeichnungen folgen dem Muster HM0xxHF beziehungsweise HM1xxHF, wobei die Zahl die ungefähre Heizleistung in kW angibt.
Monoblock-Bauweise bedeutet, dass der komplette Kältekreis in einem Gerät außerhalb des Gebäudes untergebracht ist — anders als bei Split-Geräten, bei denen Kältemittel durch die Außenwand geführt wird. Details zur
Monoblock-Bauweise und ihren Vor- und Nachteilen gegenüber Split-Systemen erklärt der verlinkte Grundlagenartikel.
Modell | Heizleistung A7/W35 | Stromanschluss | Modulationsbereich |
HM073HF | 7,0 kW | 230 V | 1,5–9,5 kW |
HM093HFX | 9,0 kW | 230 V | 2,0–12,0 kW |
HM123HF | 12,0 kW | 400 V | 2,5–16,0 kW |
HM143HF | 14,0 kW | 400 V | 3,0–19,0 kW |
HM163HF | 16,0 kW | 400 V | 3,5–21,5 kW |
Die beiden kleineren Modelle laufen mit 230-Volt-Einphasenanschluss, was die Installationskosten senken kann, weil kein separater 400-Volt-Anschluss gelegt werden muss. Das HM123HF gilt als Bestseller-Modell für das durchschnittliche Einfamilienhaus mit einer Heizlast im Bereich von 10 bis 12 kW.
Der SCOP-Wert der LG Therma V R290-Serie liegt bei 35 °C Vorlauftemperatur je nach Modell zwischen 5,10 und 5,45. SCOP steht für Seasonal Coefficient of Performance, den saisonalen Wirkungsgradwert nach der europäischen Norm EN 14825, der die Effizienz über eine komplette Heizperiode abbildet — im Unterschied zum COP, der nur einen einzelnen Betriebspunkt beschreibt. Bei 55 °C Vorlauftemperatur, wie sie in unsanierten Altbauten mit klassischen Heizkörpern vorkommt, sinkt der SCOP je nach Modell merklich ab.
Laborwerte werden unter Normbedingungen ermittelt, während die tatsächliche Effizienz von Gebäudedämmung, Vorlauftemperatur und Nutzerverhalten abhängt. Der Unterschied zwischen SCOP und der real gemessenen
Jahresarbeitszahl im laufenden Betrieb ist deshalb relevant für die Kaufentscheidung. Einen ausführlichen Vergleich von
SCOP, COP und JAZ liefert der verlinkte Grundlagenartikel.
HiPOR ist LGs firmeneigene Verdichtertechnologie mit adaptiver Kältemitteleinspritzung über ein Dual-Expansionsventil-System. Diese Technologie senkt die Verdichtungs-Endtemperatur und ermöglicht dadurch höhere Vorlauftemperaturen ohne elektrischen Zuheizer. Ein Hauptexpansionsventil steuert den Großteil des Kältemittelstroms, während ein zweites Ventil einen Teilstrom zur Kühlung des Verdichters abzweigt.
Diese Bauweise erlaubt es der Wärmepumpe, auch bei niedrigen Außentemperaturen hohe Vorlauftemperaturen bereitzustellen, ohne dass der Verdichter thermisch überlastet wird. Das Funktionsprinzip unterscheidet sich von einem klassischen Kältekreis mit nur einem Expansionsventil dadurch, dass ein Teil des Kältemittels gezielt zur Kühlung in den Verdichtungsprozess zurückgeführt wird. HiPOR ordnet sich damit in die Gruppe der Verdichter-Optimierungstechnologien ein, wie sie auch bei anderen Premium-Herstellern mit ähnlicher Zielsetzung — höhere Vorlauftemperatur bei stabiler Effizienz — zum Einsatz kommen.
Die LG Therma V R290-Serie nutzt Propan (R290) als Kältemittel, ein natürliches Gas mit einem Treibhauspotenzial (GWP) von nur 3. Synthetische Kältemittel erreichen dagegen GWP-Werte im dreistelligen bis vierstelligen Bereich. Laut Umweltbundesamt ist Propan "ein extrem entzündbares, geruchloses, chemisch stabiles, nicht ätzendes, nicht giftiges und nicht wassergefährdendes Gas", das wegen seines sehr geringen Treibhauspotenzials als umweltfreundliches Kältemittel gilt.
Sicherheitstechnisch wird R290 nach DIN EN 378-1 in die
Sicherheitsklasse A3 eingestuft — das bedeutet geringe Toxizität, aber hohe Entflammbarkeit, wie auch das Umweltbundesamt in seinem Bericht zu Hauswärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln bestätigt. Aus diesem Grund gelten für die Installation besondere Anforderungen: Die Füllmenge variiert je nach Modell, und die Installation darf ausschließlich durch zertifizierte Fachbetriebe erfolgen, die für den Umgang mit brennbaren Kältemitteln geschult sind. Wer sich für die Kältemittel-Alternative interessiert, die ab 2027 für viele Neuanlagen wegfällt, findet Details im Artikel zu
R32 als Alternativkältemittel und dessen Verbotsstufen.
Die kleineren LG Therma V-Modelle (HM073HF bis HM123HF) erreichen einen Schalldruckpegel von 31 dB(A) in 3 Metern Abstand. Die größeren Modelle HM143HF und HM163HF liegen bei 29 dB(A). Zum Vergleich: 30 dB(A) entspricht laut gängigen akustischen Referenzwerten etwa Blätterrauschen oder Flüstern in 5 Metern Entfernung.
Modell | Schalldruckpegel @ 3 m |
HM073HF (7 kW) | 31 dB(A) |
HM093HFX (9 kW) | 31 dB(A) |
HM123HF (12 kW) | 31 dB(A) |
HM143HF (14 kW) | 29 dB(A) |
HM163HF (16 kW) | 29 dB(A) |
Der niedrige Schalldruckpegel ist insbesondere in dicht besiedelten Wohngebieten relevant, wo Abstandsregeln und Lärmschutzauflagen die Aufstellung beeinflussen können.
Die LG Therma V R290-Serie arbeitet in einem Betriebsbereich von -28 °C bis +35 °C Außentemperatur und erreicht eine maximale Vorlauftemperatur von 75 °C. Dieser breite Betriebsbereich ermöglicht den Einsatz auch in Regionen mit sehr kalten Wintern, ohne dass regelmäßig ein elektrischer Heizstab zuschalten muss.
Die maximale Vorlauftemperatur von 75 °C ist besonders für Bestandsgebäude mit klassischen Heizkörpern relevant, die höhere Systemtemperaturen benötigen als eine Fußbodenheizung. Wie
Vorlauftemperatur und Effizienz zusammenhängen, erklärt der verlinkte Artikel im Detail nach Baujahr und Heizkörpertyp. Generell gilt: Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher der COP — Modelle mit hoher maximaler Vorlauftemperatur wie die Therma V sind vor allem für
Hochtemperatur-Anwendungen im unsanierten Altbau relevant, wo ein Heizkörper-Tausch vermieden werden soll.
Die LG Therma V R290 erreichte im Stiftung-Warentest-Vergleich eine Gesamtnote von 2,4 ("gut") und belegte damit den zweiten Platz, knapp hinter den gemeinsamen Testsiegern. Stiftung Warentest ist die staatlich gegründete deutsche Verbraucherorganisation, deren Produkttests als unabhängige Referenz in der Baubranche gelten.
- Testsieger: Buderus Logatherm WLW186i und Weishaupt Aeroblock, jeweils mit Note 2,3
- Zweitplatziert: LG Therma V R290 mit Note 2,4
- Die Bewertungen der einzelnen Modelle liegen damit dicht beieinander, was auf einen insgesamt hohen Qualitätsstandard der getesteten Geräte hindeutet
Wer sich für den aktuellen Gesamtüberblick über getestete Modelle interessiert, findet ihn im Artikel zum
Stiftung-Warentest-Testsieger 2026.
Die im Labor gemessenen SCOP-Werte der LG Therma V weichen im realen Betrieb je nach Gebäudetyp und Vorlauftemperatur nach unten ab — ein Effekt, der bei allen Wärmepumpen-Herstellern auftritt und nicht LG-spezifisch ist. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto näher liegt die reale Jahresarbeitszahl am Laborwert.
Gebäudetyp | Vorlauftemperatur | Erwartete Praxis-Effizienz relativ zum Laborwert |
Neubau mit Fußbodenheizung | 32–35 °C | Nahe am SCOP-Laborwert |
Sanierter Altbau mit Niedertemperatur-Heizkörpern | 45–50 °C | Merklich unter dem SCOP-Laborwert |
Teilsanierter Altbau mit klassischen Heizkörpern | 55 °C und höher | Deutlich unter dem SCOP-Laborwert |
Diese Abweichung ist der Hauptgrund, warum die reale
Jahresarbeitszahl vor dem Kauf realistisch eingeschätzt werden sollte, statt sich allein auf den Herstellerwert zu verlassen — ein hydraulischer Abgleich und eine korrekt eingestellte Heizkurve können die Differenz zum Laborwert deutlich verkleinern.
Eine LG Therma V mit Installation kostet je nach Modell und Gebäudesituation typischerweise einen mittleren bis oberen fünfstelligen Bruttobetrag vor Förderung. Hinzu kommen die Kosten für Hydraulikstation, Warmwasserspeicher, R290-spezifische Installationsanforderungen und Demontage der Altanlage. Die R290-Installation erfordert wegen der A3-Sicherheitsklassifizierung zusätzliche Maßnahmen wie Leckage-Detektoren und Drucktests, was gegenüber Standard-Kältemitteln einen gewissen Kostenaufschlag bedeutet.
Netto-Investition = Brutto-Gesamtkosten − Fördersumme (KfW-Zuschuss)
Beispiel: Bei Bruttokosten von 25.000 € und einer Förderquote von 30 % Grundförderung ergibt sich eine Fördersumme von 7.500 €, sodass die Netto-Investition bei 17.500 € liegt. Mit zusätzlichen Boni (Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus) kann die Förderquote deutlich höher ausfallen — siehe nächster Abschnitt.
Die laufenden Kosten über die Nutzungsdauer hängen stark vom Stromverbrauch und der tatsächlichen Jahresarbeitszahl ab. Ein Vergleich mit fossilen Heizsystemen fällt wegen der steigenden
Gaspreise und der CO₂-Bepreisung in der Regel zugunsten der Wärmepumpe aus.
Für eine LG Therma V als förderfähige Wärmepumpe gilt ab dem 21.07.2026 die überarbeitete KfW-Förderstruktur im Rahmen des BEG-Programms 458 mit einer Grundförderung von 30 %. Diese Werte lösen die bis zum 20.07.2026 gültigen Regeln ab und ersetzen insbesondere den zuvor bestehenden Effizienzbonus für natürliche Kältemittel wie R290, der zum 21.07.2026 ersatzlos entfällt.
- Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten (unverändert gegenüber der Vorregelung)
- Förderfähige Höchstkosten: 28.000 € für die erste Wohneinheit (bisher 30.000 €, gültig bis 20.07.2026)
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % (bisher 20 %, gültig bis 20.07.2026)
- Einkommensbonus: gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen — 40 % bis 30.000 €, 30 % über 30.000 bis 40.000 €, 10 % über 40.000 bis 50.000 € (bisher pauschal 30 % bis 40.000 €)
- Förderobergrenze: maximal 70 % der förderfähigen Gesamtkosten, für selbstnutzende Eigentümer mit Haushaltseinkommen bis 40.000 € bis zu 80 %
Der zuvor gültige
Effizienzbonus von 5 % für natürliche Kältemittel wie R290 sowie der
Emissionsminderungszuschlag entfallen mit der Anpassung zum 21.07.2026 vollständig. Ein Wertschöpfungsbonus für in der EU gefertigte Wärmepumpen ist für das erste Quartal 2027 geplant, aber zum Redaktionsstand noch nicht in Kraft. Wer die vollständige Förderlogik inklusive aller Bonuskomponenten nachvollziehen möchte, findet sie im Artikel zur
aktuellen KfW-Förderung.
Die LG Therma V positioniert sich im Effizienz- und Lautstärke-Vergleich mit Wettbewerbern wie Viessmann und Vaillant im oberen Bereich, während der Stiftung-Warentest-Vergleich zeigt, dass mehrere Hersteller ein ähnlich hohes Qualitätsniveau erreichen.
Kriterium | LG Therma V | Viessmann Vitocal 250-A | Vaillant aroTHERM plus |
SCOP 35 °C (max.) | bis 5,45 | 5,01 | bis 5,4 |
Kältemittel | R290 | R290 | R290 |
Stiftung-Warentest-Note | 2,4 | 2,0 (Testsieger einer früheren Ausgabe) | nicht in derselben Testrunde |
Beide Wettbewerber setzen inzwischen ebenfalls auf R290 als Kältemittel, sodass sich der Unterschied heute vor allem in Detailwerten wie SCOP, Schalldruckpegel und Servicenetz zeigt statt in der grundsätzlichen Kältemittel-Technologie. Details zum aktuellen Testsieger liefert der Artikel zur
Viessmann Vitocal 250-A im Testsieger-Vergleich, zu den technischen Daten der Vaillant-Baureihe der Artikel zum
Vaillant aroTHERM plus im Modellvergleich. Auch
Stiebel Eltron gehört zu den etablierten deutschen Wettbewerbern in diesem Effizienzsegment.
Die LG Therma V ist für den Altbau geeignet, wenn die vorhandene Heizungsanlage eine Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C zulässt und die Heizlast des Gebäudes im Leistungsbereich der Modellreihe (7 bis 16 kW) liegt. Die native 75-°C-Fähigkeit ohne Zuheizer-Unterstützung ist ein Vorteil gegenüber Modellen, die bei niedrigen Außentemperaturen einen elektrischen Heizstab benötigen.
In teilsanierten Altbauten mit klassischen Heizkörpern und hohen Systemtemperaturen sinkt die reale Effizienz gegenüber dem Laborwert deutlich, bleibt aber in der Regel funktionsfähig. Vor der Entscheidung empfiehlt sich eine Heizlastberechnung, um das passende Modell aus der Leistungsstaffelung zu wählen und einen unnötig überdimensionierten Betrieb zu vermeiden.
Eine LG Therma V eignet sich für unterschiedliche Anwendungsfälle, abhängig von Gebäudetyp, Effizienzanspruch und Lärmschutzanforderungen am Aufstellort.
- Neubauten mit Fußbodenheizung: niedrige Vorlauftemperaturen nutzen den hohen SCOP-Wert optimal aus
- Sanierte Altbauten mit Niedertemperatur-Heizkörpern: gute Eignung bei Vorlauftemperaturen bis etwa 50 °C
- Lärmschutz-kritische Standorte: niedriger Schalldruckpegel von 29–31 dB(A) ist vorteilhaft in dicht bebauten Wohngebieten
- Teilsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern: grundsätzlich möglich durch die 75-°C-Vorlauffähigkeit, jedoch mit reduzierter realer Effizienz gegenüber dem Laborwert
Vor dem Kauf sollte immer eine individuelle Heizlastberechnung sowie ein Vergleich der Förderbedingungen und der Angebote mehrerer Fachbetriebe stehen.